Ich glaube das dieses Thema für alle, egal welches Land immer aktueller wird.

Ich saß heute fast 4 Stunden mit Partnern zusammen wo wir uns genau über diese Themen ausgetauscht haben.
Es muß ganz einfach wieder mehr Aufklärung zu diesem Thema gemacht werden.

Mittwoch 5. Oktober 2005, 14:26 Uhr
Zahl der HIV-Infektionen sprunghaft gestiegen

Berlin (AP) Die tödliche Immunschwächekrankheit Aids ist in Deutschland wieder auf dem Vormarsch: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch in Berlin mitteilte, infizierten sich im ersten Halbjahr insgesamt 1.164 Menschen mit dem Virus. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sprach von einer Besorgnis erregenden Entwicklung und forderte mehr Prävention.

Fast 60 Prozent der Neuinfizierten waren den Angaben zufolge homosexuelle Männer. Das Risiko, sich mit HIV anzustecken, sei für diese Gruppe aktuell so groß wie nie in den vergangenen zwölf Jahren und fast doppelt so hoch wie noch vor vier Jahren, erklärte das Institut. Dies habe eine Auswertung der HIV-Erstdiagnosen ergeben, die von den Untersuchungslaboratorien nach Berlin gemeldet würden.

«Die Entwicklung bei diesen vermeidbaren Infektionen gibt Anlass zur Sorge», sagt RKI-Präsident Reinhard Kurth. «Weitere Anstrengungen sind nötig, um aufzuklären und zu vermitteln, dass es auch bei verbesserter Therapie keine Heilung der Erkrankung gibt.»

Gesundheitsministerin Schmidt forderte, den Schutz vor HIV ernst zu nehmen. «Aids ist immer noch nicht heilbar», sagte die SPD-Politikerin. Medikamente könnten den Krankheitsverlauf lediglich verzögern. Allein Prävention biete Schutz. Besonders bei homosexuellen Männern müsse gelten: «Kondome schützen dich und andere.» Hier seien vor allem die Aids-Selbsthilfeorganisationen gefordert.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erklärte, die Aidsprävention müsse dringend verstärkt werden. Auch in Deutschland sei es höchste Zeit, das öffentliche Bewusstsein wieder für die Gefahren von HIV und Aids zu schärfen. Die bessere Behandelbarkeit der Krankheit mit Medikamenten führe dazu, dass die Möglichkeit einer HIV-Infektion nicht mehr ernst genug genommen werde.

Auch die Deutsche AIDS-Hilfe kritisierte eine zunehmende «Präventionsmüdigkeit». Sie verlangte, gerade die Vorsorge bei homo- und bisexuellen Männern müsse zielgruppenspezifisch verstärkt werden.

Dem Robert-Koch-Institut zufolge ist das Infektionsrisiko in Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am größten. Die höchsten Raten neu diagnostizierter HIV-Infektionen würden in der Altersgruppe der 25- bis 45-jährigen Männer beobachtet. Betrachte man nur die vorwiegend in Deutschland beziehungsweise von Personen deutscher Herkunft erworbenen Infektionen, so sei das Risiko einer HIV-Infektion für Männer rund 7,5 mal größer als für Frauen.

http://www.rki.de/

http://www.bzga.de/

http//www.bmgs.bund.de/

http://de.news.yahoo.com/051005/3/4pqbo.html

Mittwoch 5. Oktober 2005, 20:05 Uhr
HIV-Infektionen in Deutschland dramatisch gestiegen

Berlin (dpa) - HIV-Neuinfektionen in Deutschland sind im ersten Halbjahr 2005 dramatisch angestiegen. Nach den jüngsten Berechnungen des Berliner Robert-Koch-Instituts steckten sich von Januar bis Juli 1164 Menschen neu mit dem Aids-Virus an. Das waren 20 Prozent mehr registrierte Fälle als im ersten Halbjahr 2004.

Es seien auch die meisten Neuansteckungen seit Beginn der detaillierten Berechnungen des Instituts im Jahr 1993, sagte RKI-Experte Ulrich Marcus am Mittwoch in Berlin. Nach wie vor infizierten sich vor allem homosexuelle Männer.

Die meisten neu diagnostizierten HIV-Fälle gab es in Großstädten wie Köln, Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt am Main. Doch auch Münster oder Mannheim weisen im Vergleich zu den Vorjahren deutliche Steigerungen bei Erstdiagnosen auf. In den ostdeutschen Städten Leipzig, Dresden oder Halle liegen die Zahlen der HIV-Neuansteckungen inzwischen ähnlich hoch wie im Westen. Die wenigsten Neuinfektionen gibt es dagegen in den bevölkerungsarmen östlichen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt. Im Westen weist Niedersachsen eine ähnliche geringe Quote auf.

Rund 58 Prozent der neu gemeldeten Fälle im Jahr 2005 gehen auf Sex zwischen Männern zurück. Ein Großteil der Homosexuellen infizierte sich in Deutschland. Nur 17 Prozent der neuen Virusträger haben sich bei heterosexuellen Kontakten infiziert. Sechs Prozent sind Drogenkonsumenten, die sich durch Spritzen infizieren, heißt es im jüngsten RKI-Bulletin. Die übrigen Betroffenen, rund 18 Prozent, stammen aus Ländern mit hohen HIV- und Aidsraten.

«Die Entwicklung dieser vermeidbaren Infektion gibt Anlass zur Sorge», sagte RKI-Präsident Reinhard Kurth. Die Ursachen sehen die Forscher vor allem im zunehmend ungeschützten Sex. Selbst bei neuen oder kaum bekannten Sexpartnern werde in wachsendem Maß auf Kondome verzichtet. HIV-Experte Ulrich Marcus vermutet auch, dass sich homosexuelle Männer auch zu stark auf regelmäßige Aids-Tests verlassen. «Diese Tests schützen nicht vor Ansteckung», betonte er. Wirksamen Schutz gebe es nur durch «safer sex».

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bezeichnete die neuen HIV-Zahlen am Mittwoch als «ernste Entwicklung». Jeder müsse wissen, dass Aids trotz der medizinischen Fortschritte eine unheilbare Krankheit sei, sagte sie in Berlin. Aufklärung und Information sei die wirksamste Strategie gegen die Ausbreitung des HI-Virus. Die Bundesregierung wende hierfür und für Forschungs- und weitere Anstrengungen jährlich 12,6 Milliarden Euro auf.

Seit Beginn der Aids-Epidemie in den 80er Jahren sind in Deutschland rund 24 000 Menschen am Vollbild Aids erkrankt. Jedes Jahr kommen laut RKI-Berechnungen rund 800 neu diagnostizierte Aids- Fälle hinzu. Zu 80 Prozent sind Männer betroffen.