noch einer dazu

heute um 20.15 Uhr auf 3Sat
Marianna und Arkadi
Eine jüdische Hochzeit in Deutschland


© NDR/Günter B. Ginzel

Auf ihre Hochzeit bereiten sich die Brautleute Marianna und Arkadi schon seit Monaten vor. Denn den Bund für's Leben schließen sie in Berlin nach streng orthodox-jüdischer Tradition. Das ist - nicht nur unter Juden in Deutschland - noch ein ungewöhnlicher Weg. Autor Günther B. Ginzel hat sie dabei begleitet, von der Auswahl des Hochzeitskleides bis zum Besuch der Talmudschule, vom Backen der streng koscheren Hochzeitstorte bis zum Segensspruch des Rabbiners unter dem Traubaldachin.


Die Institution der Ehe gilt im jüdischen Glauben als heilig. Sie wird als eine wesentliche Grundlage für eine gesunde Existenz angesehen. Erst ein verheirateter Mensch ist vollkommen. Durch die Zeugung von Nachkommen sorgt das verheiratete Paar zudem für den Fortbestand des Glaubens. Als Marianna und Arkadi vor Jahren mit ihren Eltern aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland kamen, hatten sie nur wenig Ahnung vom Judentum. Und so schnell sie sich auch in die deutsche Gesellschaft integrierten – inzwischen studieren beide in Berlin – zur Entdeckung ihrer jüdischen Identität brauchten sie länger. Mittlerweile haben sie sich der erst seit wenigen Jahren in Deutschland wieder auflebenden modernen jüdischen Orthodoxie angeschlossen. In deren Tradition wollen sie auch heiraten.
Schon vor der Trauung muss sich das Paar an bestimmte Regeln halten. So ist es z. B. nicht erlaubt, dass sich beide in der Öffentlichkeit berühren, und ein Zusammenleben ohne Trauschein ist undenkbar. Die Vorbereitung auf das Leben in der Ehe ist ebenfalls genau geregelt. Hier findet eine strikte Aufgabentrennung statt. Während Marianna beispielsweise lernt, wie in einem jüdischen Haushalt an Sabbat gekocht werden sollte, arbeitet Arkadi mit einem Rabbi einen umfangreichen Fragenkatalog ab, der unter anderem auch die "Reinheit in der Ehe“ betrifft.