dpa - So 09. Mai 10:24
Kuala Lumpur (dpa) - Im Rennen um die Ausrichtung der Fußball-WM 2010 in Afrika geht nur ein Trio auf die Zielgerade. Als Konsequenz auf den Bericht der Inspektorengruppe des Weltverbandes FIFA zog Tunesien, das auf den vorletzten Platz gestuft wurde, seine Kandidatur zurück.

Ohne jede Wahlchance ist auch Libyen, das in dem von der FIFA veröffentlichten Dossier als ungeeignet bezeichnet und auf den letzten Platz gesetzt worden war. Somit fällt die Entscheidung in Zürich durch die FIFA- Exekutive zwischen Südafrika, Ägypten und Marokko. Vor allem am Kap herrscht nach dem Urteil der FIFA-Kontrolleure große Hoffnung. In dem 95 Seiten umfassenden Dossier kamen die Inspektoren zum Schluss «dass Südafrika das Potenzial hat, eine großartige WM durchzuführen». Hinter Südafrika, das vor vier Jahren mit nur einer Stimme an Deutschland gescheitert war, landete überraschend Ägypten auf dem zweiten Platz vor Marokko. Auch die beiden nordafrikanischen Staaten seien in der Lage, eine sehr gute WM zu organisieren.

FIFA-Präsident Joseph Blatter bestritt, dass damit eine Vorentscheidung gefallen sei. «Der Wettlauf ist noch nicht vorüber», sagte der Schweizer am Rande der 50-Jahr-Feiern des Asiatischen Fußball-Verbandes in Kuala Lumpur. Viele der 24 Mitglieder der Exekutive würden nicht nur mit ihrem Verstand wählen, «sondern auch mit ihrem Herz und ihrer Seele».

Tunesiens Verbandschef Hamouda Ben Ammar hatte Blatter telefonisch und schriftlich vom Rückzug unterrichtet. Das Vorhaben des Landes, die Titelkämpfe gemeinsam mit dem Nachbarn Libyen auszurichten, ließ sich nach dem Inspektorenbericht nicht mehr realisieren. «Ein Co- Hosting wäre nur in Frage gekommen, wenn kein Land in der Lage gewesen wäre, die WM alleine auszurichten. Wir haben aber gleich mehrere Länder, die das können», meinte Blatter.