Standort: ARD.de Kultur Film & Kino Neu im Kino: "Osama"


Neu im Kino

Osama

Der Film, den es bis jetzt nicht geben konnte: "Osama" erzählt die wahre Geschichte eines afghanischen Mädchens, das nur als Junge die Familie ernähren kann.



Ein Mädchen namens Osama



Was macht eine Witwe, die nicht ohne männliche Begleitung das Haus verlassen darf, der es verboten ist, einer bezahlten Arbeit nachzugehen? Im Afghanistan der 90er Jahre findet sie nur einen Ausweg: Ihre Tochter muss sich als Junge verkleiden. Nur so und mit dem Namen "Osama" kann sie ihre Mutter in der Öffentlichkeit durch die Straßen begleiten, wenn diese unerlaubt ihrer Arbeit im Krankenhaus nachgeht. Als dieses geschlossen wird, muss Osama selbst bei einem befreundeten Milchverkäufer für den Lebensunterhalt sorgen.

Als Mädchen in der Männerwelt



Fremde Männerwelt: Rituelle Waschung.

Unaufhaltsam steuern die Ereignisse auf das Unausweichliche zu. Die Sitten der Männerwelt bleiben Osama fremd, ihre Stimme ist zu hoch, ihre Bewegungen zu weich. Sie lebt in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Als die Taliban sie gemeinsam mit allen anderen Jungen in die Koranschule schicken, scheint die Enttarnung nur noch eine Frage der Zeit. Osama wird entdeckt und mit Folter bestraft. In den Augen der militanten Taliban hat sie Verrat begangen - ein religiöses Kapitalverbrechen. Dafür wird sie ins Gefängnis geworfen und dazu verurteilt, den alten Mullah, der sie in der Koranschule enttarnt hatte, zu heiraten. Sein Hochzeitsgeschenk ist ein Vorhängeschloss.

"Zeugnis unseres Leidens"


Regisseur Siddiq Barmak ist Filmbeauftragter der afghanischen Regierung.


Mutig greift Siddiq Barmak in seinem Kinofilm ein immer noch brisantes und tabuisiertes Thema auf: Die Diskriminierung der Frauen. Beeindruckend spielt die 13-jährige Marina Golbahari. Es ist auch ihre Geschichte, die erzählt wird. Wie alle übrigen Darsteller engagierte sie Regisseur Siddiq Barmak von der Straße weg: "Marina war ein Straßenkind, hatte noch nie Kameras oder TV gesehen", erzählt Barmak "Kulturzeit". "Anfangs war sie total verängstigt, aber dann spielte sie sich frei." Arm, um Almosen bettelnd teilte sie das Schicksal unzähliger Kinder in Afghanistan. "Der Film ist ein historisch genaues Zeugnis unseres Leidens, fast wie ein Dokumentarfilm. Die Darsteller verkörpern das ganz selbstverständlich, weil es Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte ist."




"Osama" [br]
"Kino Kino"-Kritik
URL: http://www.br-online.de/kultur-szene/film/kino/0312/02230/

"Ich kann vergeben, aber nicht vergessen." [ndr]
"Osama" - der Film
URL: http://www.ndr.de/tv/kulturjournal/archiv/2004012_4.html

Das Mädchen Osama [3sat]
Erster Spielfilm nach den Taliban
URL: http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/themen/61142/index.html

Ein Mädchen namens Osama [dw]
Mehrfach ausgezeichneter Film
URL: rtsp://rd01.t-bn.de/ondemand/dwelle/dwelle/audio/dalet/004b4ad3.rm?title="Ein Mã¤dchen namens Osama - Erster afghanischer Spielfilm nach dem Sturz der Taliban"

Stand: 13.01. 2004