Ich denke, wenn Cheb Khaled die Anschläge vom 11. September gutgeheißen hätte, dann hätte es sicherlich internationale Proteste gegen ihn gehagelt. Hat er aber nicht, ebenso wie Noah nicht das Vorgehen der israelischen Armee gutheißt. Man kann darüber streiten, ob sie als prominente Israelin nicht lauter gegenüber Scharon werden sollte, weil sie einfach mehr Möglichkeiten dazu hat, gehört zu werden, aber dem israelischen Volk eine Kollektivschuld zuzuweisen, entspricht dem gleichen Schubladendenken derer, die in jedem Araber einen potenziellen Terroristen sehen.

Immerhin scheint sie ja nicht gänzlich unpolitisch zu sein, wie ich in den von Anna verlinkten Texten gelesen habe:

Zitat:
"Als Künstlerin allerdings beschäftige ich mich andauernd mit Politik, und ich werde immer für die Linke stimmen — selbst wenn in Tel Aviv wieder Bomben explodieren sollten."

"Damals war die politische Situation anders: Ich sang am 4 November 1995 an der Friedenskundgebung in Tel Aviv mit Yitzchak Rabin, Minuten bevor dieser ermordet wurde. Und als Netanyahu an die Macht kam, dachte ich, Israel sei auf dem Weg zur Hölle."

...
Mit ihrer Kritik am israelischen Radikalismus hat sie ihre Landsleute zuweilen erbost.

Sowohl Noah als auch Khaled sind ja wohl eher Mainstream, verfolgen also in erster Linie kommerzielle Interessen und keine politischen. Deshalb würde ich in dem Duett auch keine all zu große Botschaft sehen. Die beiden wollen einfach mal miteinander singen, na und? Cheb Mami hat auch mit Sting gesungen, einem "bösen" Amerikaner. Hat seiner Popularität sicher gut getan und auch vielleicht bei den Amerikanern die arabische Musik etwas populärer gemacht.

Naja, ich verstehe eigentlich die Aufregung nicht. Wer nichts davon hält, dass die beiden zusammen singen, muss die CDs nicht kaufen. Jedenfalls dürfte die Diskussion den Plattenumsatz recht gut angeheizt haben. Vielleicht doch alles nur ein PR-Trick?