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http://de.sports.yahoo.com/021229/8/34w11.htmlSonntag 29. Dezember 2002, 14:27 Uhr
Streit zwischen DHB und IHF schwelt weiter
(sid)- Die deutschen Vorwürfe gegen die Vergabe der WM 2005 an Tunesien sind noch nicht vom Tisch, der Streit schwelt weiter. Auch beim Aufeinandertreffen des IHF-Präsidenten Hassan Mustapha mit dem DHB-Präsidenten Ulrich Strombach beim Damen-Masters in Leipzig kam es offensichtlich nicht zu einem klärenden Gespräch. Stattdessen wehrte sich der ägyptische Chef des Weltverbandes IHF gegen die deutschen Manipulations-Beschuldigungen.
IHF-Präsident Mustapha: "Habe mir nichts vorzuwerfen
"Ich habe mir nichts vorzuwerfen, die IHF ebenso wenig. Es gab keine Fehler bei der Vergabe der WM 2005", sagte Mustapha der Leipziger Volkszeitung: "Ich habe einen ganzen Stapel Zeitungsausschnitte, in denen mir Herr Strombach Fehler bei der Vergabe vorwirft. Warum spricht er nicht mit mir?" Beim Turnier in Leipzig saßen die beiden Kontrahenten nur vom Olympiabeauftragten Burkhard Jung getrennt nebeneinander, würdigten sich aber keines Blickes.
"Ich habe nicht die Absicht, so ein komplexes Thema zwischen Tür und Angel zu erörtern", sagte Strombach dem Sport-Informations-Dienst (sid). Nach der mit 44:46 Stimmen gegen Tunesien verlorenen Wahl um die WM 2005 hatte der Chef des Deutschen Handball-Bundes (DHB) offiziell Einspruch bei der IHF eingelegt und einen WM-Boykott angedroht.
Nach Meinung des DHB sollen zwei Delegierte aus Palästina und Syrien mit abgestimmt haben, die laut IHF-Reglement kein Stimmrecht besaßen. Der deutsche IHF-Geschäftsführer Frank Birkefeld erklärte jedoch, dass sich alle Delegierten ordentlich legitimiert hätten: "Die Abstimmung hatte ihre Richtigkeit."
Die Deutschen werfen dem IHF-Präsidenten trotzdem vor, dass er sein Amt missbraucht habe, um die WM seinen tunesischen Freunden zuzuschanzen. "Mustapha wird vom DHB künftig in keinster Weise mehr unterstützt", hatte Strombach nach der Abstimmungs-Niederlage in St. Petersburg erklärt.
DHB erwägt Ausrichtung der EM 2006 oder WM 2007
Mustapha streitet alle Vorwürfe ab: "Ich bin zum tunesischen Verbandschef gegangen und habe ihm gesagt: Lass Deutschland die WM 2005, nimm du die WM 2007. Das wollte er nicht." Jetzt könnte es genau umgekehrt kommen, denn der DHB erwägt eine Bewerbung um die EM 2006 oder die WM 2007. Strombach: "Wir werden auch weiter eine Führungsrolle beanspruchen. Die große inhaltliche Zustimmung zu unserem WM-Konzept nehmen wir zum Anlass, auch künftig für Großveranstaltungen zur Verfügung zu stehen."