Das ist mal wieder typisch:Artikel URL:
http://de.sports.yahoo.com/021128/226/33dp3.htmlDonnerstag 28. November 2002, 16:07 Uhr
DHB denkt über Konsequenzen nach WM-Vergabe nach
Leipzig (dpa) - Der Deutsche Handball-Bund (DHB) denkt an Konsequenzen wegen der Vergabe der Weltmeisterschaft 2005 durch den Weltverband IHF an Tunesien. «Das ist unbestritten», sagte DHB- Präsidiums-Mitglied und Bundesliga-Chef Heinz Jacobsen der dpa. «Wenn die IHF nicht in der Lage ist, sachkompetente Entscheidungen zu treffen, können wir auch nicht mehr helfen.»
Für den DHB stelle sich die Frage, ob man sich stärker auf den Europäischen Verband konzentriere, wo auch die stärksten Handball-Nationen vertreten seien. «Wir müssen das alles abwägen», meinte Pressesprecher Detlev Zenk. Im Augenblick sei aber noch nichts spruchreif. Eine Woche nach der 44:46-Wahlniederlage in St. Petersburg will der DHB bei einer Präsidiums-Sitzung in Dortmund über das weitere Vorgehen entscheiden.
Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» sollen die fünf deutschen Mitglieder aus den IHF-Gremien ihren Rückzug erwägen. DHB-Präsident Ulrich Strombach (Vorsitzender des Schiedsgerichts), Sportdirektor Peter Sichelschmidt (Vorbereitungs- und Organisationskomitee), Dietrich Späte (Methodik-Kommission), Manfred Prause (Schiedsrichter- Kommission) und Petra Platen (Medizin-Kommission) gehören den IHF-Gremien an. Neben dem möglichen freiwilligen Ausscheiden des deutschen Quintetts könnte es auch zu Kürzungen bei der finanziellen Unterstützung kommen.
Zudem sei die Verlängerung des 2004 auslaufenden Kontrakts mit IHF-Generalsponsor «adidas» in Gefahr. So soll das Herzogenauracher Unternehmen nach der WM-Vergabe an das nordafrikanische Land bereits schriftlich seinen Rückzug angedroht haben. «Wir geben dazu keine Stellungnahme ab», sagte «adidas»-Pressesprecher Oliver Brüggen.
Die deutsche Kritik am Weltverband mit dem ägyptischen Vorsitzenden Hassan Moustafa ist groß. «Wir wissen, dass einige Dinge nicht ordnungsgemäß gelaufen sind», erklärte Zenk. Konsequenzen, wie der von Magdeburgs Stefan Kretzschmar geforderte Boykott der Titelkämpfe schloss Zenk aus. «Das halte ich nicht für ein Thema.»