Ich denke das hat nichts mit altmodisch zu tun, es sind die Konzepte die da vorliegen.
Hier ein paar Infos zu Mädchenschulen:
Mädchenschule
"Die Mädels sind weltfremd, leben in vollkommener Abgeschiedenheit und wollen nichts mit männlichen Wesen zu tun haben. Die tragen ja nur Röcke und beschäftigen sich am liebsten mit stricken und kochen."
Das sind die häufigsten Vorurteile, mit denen die Schülerinnen einer Mädchenschule im Alltag am häufigsten konfrontiert werden, vor allem im Kreise gleichaltriger Jugendlicher. Doch auch einige Erwachsene sprechen sich nicht selten gegen das monoedukative Schulsystem aus. So heißt es, dass die Kinder und jugendlichen Mädchen in einem veralteten Bildungs-und Erziehungsraum unterrichtet würden. Diese Vorurteile fanden sodann ihre praktische Umsetzung vor allem in den 70er Jahren: zu dieser Zeit fand eine fast flächendeckende Umwandlung aller deutscher Schulen und Schultypen in Koedukationsschulen statt. Die Zahl der Mädchenschulen bertug 15 Jahre später nur noch 4%. Das gemeinsame Unterrichten der Geschlechter galt als größte pädagogische Errungenschaft dieses Jahrhunderts, die die Chancengleichheit von Jungen und vor allem Mädchen fördern sollte.
Doch mitlerweile scheint die Kritik an der Monoedukation wieder ins Gegenteil umzuschlagen. Die Monoedukation ist mehr und mehr gefragt. Für viele Eltern und Jugendliche wird die Mädchenschule vor allen Dingen aufgrund des Niveaus, der guten Lernatmosphäre und des daraus resultierenden guten Rufes wieder attraktiv. Eine anonyme Umfrage, die 1996 an unserer Schule durchgeführt wurde, ergab, dass 84% unserer Oberstufenschülerinnen zufrieden sind mit ihrer Schulwahl, 51% das St. Ursula Gymnasium gerade deshalb besuchen, weil es eine Mädchenschule ist und nur 3,6% meinen, dass die Nachteile des Schulalltags ohne Jungs überwiegen.
Wissenschaftler haben erkannt, dass die Nachteile einer koedukativen Schule bezüglich der Chancengleichheit der Mädchen überwiegen, vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern. Jungs werden in diesen Gebieten von Leherinnen und Lehrern deutlich bevorzugt: sie gelten als begabter, man unterstellt ihnen, daß sie besser abstrakt-logisch denken, klar analysieren und abstrahieren können. Sie sind auffälliger und aktiver. Deshalb wird ihnen während des Unterrichts auch viel mehr Beachtung geschenkt. Sie werden öfters gelobt - und auch getadelt. Den Mädchen werden die oben genannten Fähigkeiten nicht zugesprochen, sodass ihre naturwissenschaftlichen Begabungen "missachtet" werden. Lehrerinnen und Lehrer schätzen an Schülerinnen vor allem deren sprachliche Begabung, Fleiß und Ordnung. Die Folge ist, dass das "schwache Geschlecht" das Interesse an den Naturwissenschaften zunehmend verliert oder gar nicht erst entwickelt und sich in die Sprach-und Geisteswissenschaften zurückzieht. Zudem werden die zukünftigen beruflichen Chancen in den wissenschaftlichen Arbeitsbereichen, deren Vielfalt heutzutage zusehendst zunimmt, eingeschränkt.
Hingegen werden an reinen Mädchenschulen die naturwissenschaftlichen Begabungen gefördert. In den Oberstufen kommt jedes Jahr eine Vielzahl naturwissenschaftlicher Leistungskure zustande, vor allem in den Fächern Chemie, Mathematik und Physik. Die Mädchen können ihre Fähigkeiten entdecken, fördern und zu einer soliden Basis für ihre spätere Berufswahl ausbauen. Zudem können sie sich nicht hinter Jungs "verstecken", sondern müssen alle verantwortungsvollen Aufgaben selber übernehmen und besetzen somit klassischen Jungenrollen: sie organisieren Veranstaltungen (auch politische), bilden die Klassen - und Schülervertretung, halten Reden und gehen mit allerlei technischem Gerät um.
Die Monoedukation ermöglicht eine breite, vielseitige Wissensvermittlung und Erziehung, die sich nicht nur, laut der gängigen Vorurteile auf das Zubereiten einer Mahlzeit oder die Herstellung von Kleidung mittels zweier Stricknadeln beschränkt - eine Voraussetzung für mehr Chancengleichheit und Gleichberechtigung!
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Mädchenschulen nicht besser als gemischter Unterricht
Marburg (dpa) - Kinder lernen nach den Ergebnissen einer neuen Studie ebenso gut in reinen Mädchen- und Jungenklassen wie in gemischten Klassen. Entscheidend sei allein die Qualität und nicht die Organisationsform des Unterrichts, sagte Detlef Rost, Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Marburg, in einem Gespräch mit der dpa.
In der Studie zum so genannten «koedukativen Unterricht» untersuchte eine Arbeitsgruppe drei katholische Privatschulen in großen Städten. Sie alle boten sowohl gemischte als auch reine Mädchenklassen an. Mit der Auswahl sollte gewährleistet werden, dass es keine Unterschiede in der sozialen Struktur der Schüler gab. Ein Fehler früherer Studien liegt nach Einschätzung Rosts nämlich darin, dass reine Mädchenschulen untersucht wurden. Diese rekrutierten ihre Kinder jedoch aus höheren sozialen Schichten, die besser als der Durchschnitt in naturwissenschaftlichen Studiengängen vertreten seien. «So kam das Gerücht in die Welt, dass junge Frauen aus Mädchenschulen besser in Mathe und Physik sind», sagte Rost.
Die neue Studie dagegen wies klare Unterschiede zwischen den Geschlechtern, aber keine Abweichungen nach Schulform nach. Befragt worden waren alle Kinder der fünften und sechsten Klassen. Unter anderem baten die Forscher sie um eine Selbsteinschätzung der Leistungen in Mathematik, sie fragten sie aber auch nach privaten Vorlieben und ihren Rollenbildern. In naturwissenschaftlichen Fächern schätzten sich Jungs in der Regel als stark und die Mädchen als schwach ein - egal, welche Klasse sie besuchten.
Die Unterrichtsform habe keinen Einfluss auf die Leistungen in bestimmten Fächern, folgerte Rost. Sie wirkt sich demnach auch nicht auf die «Orientierung an einer Geschlechterrolle» aus. Rost rief dazu auf, die seit Jahrzehnten geführte Debatte über die so genannte «Koedukation» zu den Akten zu legen: «Wir sollten lieber untersuchen, was einen guten Unterricht ausmacht.»
(21.4.2001)
http://www.kssa.de/page109.htmlDazu findest du im Netz sehr viele Infos, erstens wo es viele Jahre von der Regierung oder dem Regime verboten war Beispiel Afghanistan.
Claudia