kürzlich hatte ich eine interessante unterhaltung mit meiner freundin tina, 34, deutsche abstammung, mit einem jordanier verheiratet, konvertiert, kopftuch (ohne die volle zustimmung ihres mannes), 3 kinder:
zitat:
die meisten deutschen frauen, die mit einem araber bzw. moslem verheiratet sind, sind sich bei der hochzeit nicht darüber im klaren, daß im scheidungsfall die kinder dem vater zugesprochen werden.
für sie ist das eine klare sache, und für sie ist das so in ordnung, sonst hätte sie ihre drei kinder, die sie sehr liebt, nicht bekommen.
bevor nun die lauten schreie kommen:
erst mal lesen:
ihrer meinung nach sind die kinder in einem trennungsfall in jordanien im schoß der großfamilie besser aufgehoben, und werden der religion nach und ohne unseren konsumterror in einem gesünderen umfeld geborgener sein.
die kinder vermissen all das auch jetzt, wo es hier in d nur vater und mutter gibt, und im trennungsfall wären sie kinder einer alleinerziehenden mutter mit kopftuch, sozial benachteiligt und als moslems in einem nicht ganz passenden rahmen. sie selbst vermißt die familie auch, und wenn es nach ihr ginge, wurden sie in jordanien leben, oder in einem anderen arabischen land.
aus meiner erfahrung kann ich nur sagen, daß es meinen kinder im großen und ganzen in tn auch besser ging, ich hatte gedacht, ich tue ihnen einen gefallen, wenn ich sie hier zur schule schicke, heute, 2 jahre später, bin ich schlauer.
was den kindesaufenthalt nach einer trennung angeht tue ich mich sehr schwer mit meiner meinung, da ich nicht betroffen bin. ich könnte mir nicht vorstellen, auf eines meiner kinder oder auf beide zu verzichten, kann aber jeden vater, der seine kinder einfach mitnimmt, besser verstehen, als einen menschen (wie den vater meiner kinder, deutsch) der einfach geht, und sich nie mehr darum kümmert.
ich könnte mir auch vorstellen, wenn der vater tunesier wäre, daß die kinder im trennungsfall in tn leben, bei der familie, allerdings wäre ich dann auch da. und dieses arrangement läßt sich eigentlich mit fast jeder tunesichen familie treffen. mit der konsequenz, daß ich ohne mann wäre auf dauer. ich glaube aber, das wäre das kleinere problem.
auf jeden fall finde ich nicht, daß alle kinder grundsätzlich bei der mutter besser aufgehoben sind. (würde ich bestimmt anders sehen, wenn meine kinder weg wären, und ich wüßte nicht, wo.)
mich würde mal interessieren, was ihr so darüber denkt, vor allem diejenigen, die kinder aus einer gemischten beziehung haben.
übrigens bin ich auch der meinung, daß kinder, die in ein arabisches land entführt werden, nicht mehr auffindbar sind, wenn der vater und dessen familie es nicht wollen.