Als meine Töchter noch im Kindergarten waren, hatten wir einen interessanten Abend bezüglich "mehrsprachige Erziehung". Die Kernaussage, die ich nicht vergessen habe, war: Das Kind braucht in den ersten Jahren eine Sprache, in der es zu Hause ist. Ob das die Sprache der Mutter oder des Vaters ist, wäre egal und das Wichtigste - das Kind sucht sich seine "Muttersprache" selbst aus.
Ich selbst spreche bayrischen Dialekt, meine Eltern und mein Bruder auch. Mein Mann ist Saarländer, spricht aber, da er seit 25 Jahren in München lebt, Hochdeutsch. Meine Töchter hatten im Kindergarten eine Erzieherin, die bayrischen Dialekt sprach und auch in der Grundschule LehrerInnen, die im normalen Gespräch noch Dialekt sprachen. Nun ratet mal, was meine Töchter (inzwischen 14 und 17) sprechen? Die Große reines Hochdeutsch, die Kleine außer Haus Hochdeutsch - zu Hause mit mir, den Großeltern, dem Onkel - Bayrisch!!!
Ich weiß nicht, ob das vergleichbar ist mit "Sprachen" im engeren Sinn?! Übrigens, mein Mann und meine Große verstehen mich sehr wohl, wenn ich bayrisch spreche.....

[winken3] Annette