«Diese Familie ist niemals in unserem Land angekommen»
Mittwoch 19. April 2006, 17:18 Uhr

München (ddp). Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) fordert nach dem Berliner «Ehrenmord»-Prozess die Ausweisung der Familie Sürücü. «Ich fordere den Berliner Senat auf, die Ausweisung der Familie aus Deutschland zu prüfen», sagte Stoiber dem «Münchner Merkur» (Donnerstagausgabe). Der «brutale Mord» an der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü durch ihren Bruder sei eine für den deutschen Rechtsstaat nicht akzeptable Selbstjustiz. Aus dem «gesamten Verhalten» der Familie Sürücü spreche ein «derartiger Zynismus, dass einem die Worte fehlen».

Der CSU-Chef sagte, er halte es für völlig ausgeschlossen, dass ein Mitglied der Familie das Sorgerecht für das Kind der ermordeten Mutter bekommt. Er fügte hinzu: «Diese Familie hat zwar bislang in Deutschland gelebt, ist aber niemals in unserem Land angekommen.»

Stoiber begrüßte den geplanten Integrationsgipfel der Bundesregierung. Mittlerweile gebe es in Deutschland eine weniger ideologische Diskussion. Jetzt dürfe aber nicht nur geredet werden, es müsse auch Konsequenzen geben. Stoiber betonte: «Wer sich auf Dauer nicht integrieren will, muss auch mit Sanktionen rechnen, etwa einer Kürzung beim Sozialgeld.»

Der Ministerpräsident forderte zudem einen verstärkten Einsatz gegen Zwangsheiraten. «Die Hälfte der türkischen Hochzeiten in Deutschland sind von der Familie arrangiert; viele lernen sich erst 15 Minuten vorher kennen», kritisierte Stoiber.

(ddp) http://de.news.yahoo.com/19042006/336/laquo-diese-familie-niemals-unserem-land-angekommen-raquo.html