So, jetzt erzähl ich euch mal, wie das bei mir abgelaufen ist, als ich konvertiert habe. Da war nichts mit Botschaft und Mufti oder ähnliches.
Nachdem ich mich sehr lange und ausführlich mit dem Islam beschäftigt hatte (es waren schon so um die 20 Jahre), hatte ich das Gefühl, es ist richtig für mich auch offiziell der Religion zuzugehören die in meinem Herzen ist. Dann hab ich erst einmal Ramadan gemacht. Das fiel nicht weiter schwer. Während dieser Zeit habe ich mich sozusagen noch einmal selber geprüft, ob ich wirklich dazu stehe, denn natürlich kamen im Büro die ersten Fragen, warum ich denn Faste. Ich habe außerdem viele Gespräche mit einer Schwester geführt.
Kurz vor Aid habe ich dann in der Moschee angerufen und gesagt, dass ich gerne konvertieren möchte. Ich wurde sofort zu einem Gespräch eingeladen. In dem Gespräch fragte mich dann der gesamte Vorstand der Moschee, warum ich denn konvertieren wolle und was ich denn schon so alles wisse. Ich muss zugeben, ich konnte nicht beten und auch keine Sure auswendig. Mir wurde einiges erklärt und viele Fragen wurden beantwortet. Die Herren haben mir dann vorgeschlagen das Glaubensbekenntnis dann sofort dort aufzusagen. Ich wollte es aber dann doch in einer ein bischen angenehmeren Atmosphäre und schöner gekleidet, als an diesem Abend in einem alten Büro. Deswegen einigten wir uns darauf, dass ich am nächsten Tag, das war Aid, nach dem Gebet das Glaubensbekenntnis sprechen sollte und damit endgültig konvertieren.
Am nächsten Morgen war ich sehr aufgeregt, als ich zum ersten Mal zum Gebet in die Moschee ging und mit mir mindestens 1000 andere Brüder und Schwestern. Die Räume für die Frauen waren mehr als voll und ich wusste irgendwo war ein Mikro für mich aufgebaut, damit jeder hören konnte was ich sagte.
Nach dem Gebet sprach der Imam ein Bittgebet für mich und verkündete allen, dass ich nun zum Islam übertreten würde. Ich wurde zum Mikro geholt und bekam dann das Glaubensbekenntnis vorgesagt und wiederholte es. Damit war ich Muslima. Und dann ging es erst richtig los. Alle anwesenden Frauen wollten mir gratulieren, was nicht so einfach bei der Menge war. Viele von ihnen weinten vor Freude und wie ich hinterher erfuhr, liefen auch bei vielen Männern die Tränen.
Ich bekam dann einige Tage später von der Moschee ein offizielles Schreiben, in dem stand, wann ich konvertiert bin und welchen islamischen Namen ich nun habe. Mit diesem Schreiben konnte ich sogar auf dem Einwohnermeldeamt nach Ausfüllen eines Formulars ganz offiziell meinen Namen ändern, der nun auch in meinem Pass steht.
Das Beten habe ich von einer Schwester gelernt.
Das Schreiben der Moschee ist übrigens auch in arabisch verfasst, damit ich keine Probleme bekomme in arabischen Ländern in eine Moschee zu kommen.