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Dienstag 27. Mai 2003, 21:52 Uhr
Algerien erneut von starkem Nachbeben erschüttert
Algier (AFP)

Nur sechs Tage nach dem schweren Erdbeben mit mehr als 2200 Todesopfern hat am Abend ein weiteres starkes Nachbeben den Norden Algeriens erschüttert. Die Erde bebte kurz nach 19.00 MESZ für ungefähr zehn Sekunden, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. In der Küstenstadt Zemmouri seien mehrere Menschen verletzt worden, meldete der staatliche Rundfunk. Nach Angaben eines Augenzeugen seien mindestens zwei Gebäude eingestürzt. Auch in der beim ersten Beben verwüsteten Stadt Bourmedes seien bereits beschädigte Gebäude eingestürzt, sagte ein Augenzeuge einem AFP-Reporter.

Das algerische Zentrum für Geophysik (CRAAG) teilte mit, dass die Erdstöße mit einer Stärke von 5,8 auf der Richterskala gemessen wurden. Es war das bislang stärkste Nachbeben. In Zemmouri und auch in der Hauptstadt Algier seien Menschen in Panik ausgebrochen, berichtete der Rundfunk weiter. Nach Angaben des Zivilschutzes stürzten in der Hauptstadt keine weiteren Gebäude ein.

Seit dem schweren Beben am Mittwochabend kommt es immer wieder zu teilweise heftigen Nachbeben. Erst am Montagabend war Zemmouri in der Nähe des ersten Epizentrums erschüttert worden. Dieser Erdstoß wurde mit einer Stärke von 4,1 auf der Richterskala gemessen. Er war auch in der 70 Kilometer weiter westlich gelegenen Hauptstadt Algier zu spüren. Nach Angaben des CRAAG können die Nachbeben noch mehrere Wochen lang andauern, bevor sie "von selbst" abnähmen.

Bei dem schweren ersten Beben der Stärke 6,3 kamen nach jüngsten Angaben des algerischen Innenministeriums mehr als 2218 Menschen ums Leben, rund 9500 weitere wurden verletzt.