auf der suche nach eigentlich was ganz anderem bin ich über folgenden text "gestolpert". ich find ihn ziemlich "schwer verdaulich"....
EINLEITUNG
Wir haben... euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennen lernt. Wahrlich der Angesehenste von euch ist vor Allah der, der unter euch der Gerechteste ist.
Quran 49:13
Das wichtigste Thema mit dem die Muslime sich zur Zeit auseinander zu setzen haben ist die Forderung nach der Integration in diese Gesellschaft. Dieses Thema durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Der Moscheebau, die schulischen Strukturen, die Teilnahem der Muslime an der Kommunalpolitik und die Selbstorganisation der Muslime im Bereich der Daseinsvorsorge sind nur einige Themen, die hiervon betroffen sind.
Der vorliegende Text ist die schriftliche Zusammenfassung eines Brainstormings zum Thema Integration der Muslime und Bildung von Parallelgesellschaften. Die meisten Aspekte werden nur kurz angesprochen da sich dem aufmerksamen Leser die tieferen Dimensionen erschließen werden, inscha Allah.
In den meisten Fällen gehen die Forderungen nach einer Integration von Muslimen an der sozialen und rechtlichen Wirklichkeit weit vorbei und sind darüber hinaus auf einer praktischen Ebene nicht umsetzbar. Angesichts der inhaltlichen Ausgestaltung der Forderungen drängt sich der Eindruck auf, dass der Ruf zur Integration hier nichts anderes als eine euphemistische Forderung zur Assimilierung ist.
Seitens der Muslime ist die apologetische Haltung im Hinblick auf die heiligen Kühe dieser Gesellschaft, die Demokratie und das Grundgesetz im allgemeinen sowie die Zustimmung zum Ruf nach einer Vermeidung der Bildung von Parallelgesellschaften insbesondere, beschämend .
Um im Detail transparent zu machen wie uns die Entwicklungen auf Grundlage von politischen, gesellschaftspolitischen und verwaltungstechnischen Mechanismen momentan überrollen und wie wir Muslime adäquat auf diese Tendenzen reagieren sollten, bietet es sich an, ein aktuelles Beispiel zu beleuchten.
Beispiel - Die Eröffnung islamischer Kindergärten
Relevante Fakten
Seit geraumer Zeit versuchen Muslime in verschiedenen Städten dieses Landes Kindergärten zu eröffnen und beantragen in diesem Rahmen stattliche Fördermittel. Obwohl wir alle juristischen Voraussetzungen erfüllen verweigert man uns die Anerkennung als öffentlicher Träger der Jugendhilfe und die damit verbundene Subventionierung der Kindergärten. Dies geschieht zum Teil ohne Begründung, zum Teil mit der fadenscheinigen Argumentation, der Bedarfsplan lasse eine Neugründung von Kindergärten nicht zu, da die vorhandenen Ressourcen nicht ausgeschöpft seien. Wir wissen aber, dass die Ressourcen gerade in den Stadtteilen, in denen die Mehrzahl der Muslime wohnt, ausgeschöpft sind.
Analyse der relevanten Fakten
All dies spricht Bände und lässt nur einen Schluss zu. Man wünscht nicht, dass die Muslime eine gesellschaftliche Nische erhalten, in welcher sie unter eigener Verwaltung ihre Identität leben können. Deshalb versucht man mit allen Mitteln die Bildung dieser Nischen, hier Kindergärten, zu unterbinden.
Ein Blick hinter die Kulissen - Verwaltungsinterne Methoden um rechtlich zulässige Vorhaben zu verhindern
Da das Recht aber auf unserer Seite ist, legt man uns frühzeitig Steine in den Weg um uns abzuschrecken und uns das Gefühl zu vermitteln, dass es keine Möglichkeit zur Eröffnung eines Kindergartens gibt.
Auf konkrete Darstellung soll hier verzichtet werden, weil die Wege zahlreich sind. Es geht darum, das Prinzip zu verstehen.
Meistens lassen sich die Muslime schon auf dieser Ebene beeindrucken, anstatt hartnäckig zu bleiben und zu recherchieren, ob Einwände Hand und Fuß haben.
Nächste Ebene verwaltungsinterner Vorgehensweisen
Dann suggeriert man uns, dass es doch ein Türchen gibt, durch welches wir gehen können. Wenn wir einem islamischen Kindergarten nach Maßgabe ihrer Kriterien und unter ihrer Leitung zustimmen, dann kann man ja noch mal eine Ausnahme machen. Wir denken uns, besser so als gar nicht, und spielen mit. Was übrig bleibt ist die islamische Etikette.
Grundsätzliche Haltung der Politik und Verwaltung
Um nun eine Gegenstrategie zu entwickeln wollen wir das grundsätzliche Verhältnis der Politik und der Verwaltung zu den Muslimen einmal näher anschauen.
Muslime planen
Die Verwaltungen aller Ebenen sind sich natürlich der Tatsache bewusst, dass knapp 4 Mio. Muslime ein relevanter Faktor in diesem Land.
Leider sind es aber auch Menschen aus muslimischen Ländern, die Probleme bereiten und ein Eingreifen seitens der Behörden erfordern um eine harmonische Gesellschaftsentwicklung zu begünstigen. Die Ergebnisse der Pisa-Studie in den Bereichen der Ausländerbildung, die hohe Zahl straffälliger Menschen aus muslimischen Ländern sowie die hohe Zahl von muslimischen Sozialhilfeempfängern bestätigen dies.
Es ist aber überdeutlich, dass den Behörden vor allem die aus dem Glaubensbekenntnis resultierende eigenständige Denkweise der praktizierenden Muslime, ihre Kompromisslosigkeit im Hinblick auf Gesellschaftsphänomene und Gesetzte, die der islamischen Normenkultur zuwiderlaufen und die erfreuliche Dynamik mit der sich die islamische Lebensweise in der deutschen Gesellschaft verbreitet, Angst macht. Warum sonst sollten die Behörden dem Anliegen der Muslime, die nicht in die zuerst genannte Kategorie straffälliger Sozialhilfeempfänger passen, nach Eröffnung eines Kindergartens, so kategorisch entgegentreten.
Man erkennt also:
(1) Muslime sind zahlenmäßig ein relevanter Faktor.
(2) Muslimischstämmige Menschen beeinträchtigen diese Gesellschaft durch „Analphabetismus“ und Sprachdefizite, Straffälligkeit und soziale Abhängigkeit.
(3) Praktizierende Muslime prägen das Gesellschaftsbild auf eine Art und Weise, die bestehende Pfründe und Vetternwirtschaft langfristig gefährden und zum geistigen und seelischen Erwachen einer in Illusionen verhafteten Gesellschaft führt. (Möchtest du die rote oder die blaue Pille Neo?)
Um dem entgegenzutreten möchte man die Muslime „Planen“.
Keine Selbstverwaltung der Muslime
Letztendlich geht es also darum, uns jegliche Form der Selbstverwaltung im Rahmen der Daseinsvorsorge zu untersagen, um Kontrollmechanismen aufrecht zu erhalten und Abhängigkeiten zu begründen.
Um der Objektivität Rechnung zu tragen muss hier natürlich darauf hingewiesen werden, dass man uns unserer Rechte nicht in Gänze beschneidet. Man gewährt uns eben gerade so viel Selbstverwaltung, wie es notwendig ist, damit wir uns auf Minimalebene zu organisieren (Moscheebetrieb, Studentenvereinigungen...), gerade so viel, dass wir nicht auf die Barrikaden gehen.
Man begrenzt den Rahmen soweit wie es notwendig ist um uns planen zu können und eine dynamische Entwicklung der islamischen Gemeinschaft zu unterbinden. Wer aber, wie z.B. die IGMG durch die Maschen dieses Netzes rutscht wie wird:
(1) Lächerlich gemacht
(2) Kriminalisiert
(3) Unterwandert und Gekauft
(4) Assimiliert oder
(5) Gespalten
(Die Reihenfolge variiert, die hier aufgezeigte ist aber der Regelfall)
Frühzeitig Steine in den Weg legen
Die Taktik, mit der die Behörden diesbezüglich vorgehen ist einfach. Man legt uns frühzeitig viele Steine in den Weg, enthält uns Informationen vor, und die Muslime, die sich häufig mit dem Recht nicht auskennen resignieren und ziehen sich zurück. Hinzu kommt, dass die Muslime aufgrund von Medienarbeit und gesellschaftspolitischem Druck so eingeschüchtert sind, dass sie es gar nicht wagen zu widersprechen oder gar zu klagen. Man möchte es sich ja schließlich nicht ganz verscherzen.
Ausnahmen bilden die Regel, aber wir sprechen hier nicht von den Ausnahmen. Wie traurig, dass die Muslime die Behörden fürchten anstatt Allah
Alibiinstitutionen
Um dem berechtigten Vorwürfen der Muslime entgegenzuwirken werden Institutionen wie Ämter für multikulturelle Angelegenheiten oder Ausländerbeiräte ins Leben gerufen, an die sich die Muslime wenden sollen, wenn sie ihre Bedürfnisse artikulieren wollen.
Ausländerbeirat
Leider ist es so, dass die Ausländerbeiräte keine wirkliche Macht im legislativsinne haben. Sie haben maximal die Möglichkeit Empfehlungen zu tätigen. Hinzu kommt, dass dort neben dem griechischen Fußballverein, der italienische Kulturverein, der spanische Flamencoverein, der polnische Vertriebenenverein, der Verein südamerikanische Folklore....vertreten sind, die dort ebenfalls ihre Bedürfnisse geltend machen.
Angesichts der Tatsache, dass die Muslime häufig mehr als 50 % der Ausländer ausmachen und in einigen Städten gar bis zu 10 % der Gesamtbevölkerung, ist es offensichtlich, dass sie durch den Ausländerbeirat allen völlig unterrepräsentiert wären, wenn diese Organe überhaupt für uns Ansprechpartner wären.
Viel wichtiger ist aber, dass es ohnehin der Natur der Sache widerspricht, wenn man Muslime an Institutionen verweist, die für Ausländer geschaffen wurden. Es gibt mittlerweile eine beachtliche Zahl deutschstämmiger Muslime und eine ebenso beachtliche Zahl von türkischstämmigen Muslimen, die in Deutschland geboren wurden, die deutsche Sprache akzentfrei sprechen und über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen. Warum sollen sie sich an Ausländerbehörden wenden, um ihre Bedürfnisse zu artikulieren? Wir sind doch Deutsche! Hier ist eine sachgerechte Differenzierung gefordert.
Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten
Dies trifft natürlich auch für das Amt für multikulturelle Angelegenheit zu. Zu dieser Alibiinstitution muss ins Detail gegangen werden, um Steuerungsstrukturen transparent zu machen.
In vielen Fällen werden die Positionen diese Ämter von Menschen besetzt, die klangvolle muslimische Namen haben, aus muslimischen Ländern stammen und sich als Muslime bezeichnen Sie sind aber in der Gemeinschaft der aktiven und praktizierenden Muslime gänzlich unbekannt. Nicht nur, dass diese Menschen keine Einblicke in die tatsächlichen Vorgänge der muslimischen Gemeinschaft haben, sie verfügen darüber hinaus auch nicht um das notwendige Vertrauen in den Moscheen um als Mediatoren zwischen Muslimen und Stadtverwaltung ernst genommen zu werden. Zu Recht, denn sie vertreten in aller Regel nicht die muslimische Positionen. Wessen Brot ich ess.....Und dann wundern sich die Behörden, wenn sie in den muslimischen Kreisen keinen Fuß auf den Boden bekommen.
Der Vorsitzende des Sozialausschusses einer deutschen Großstadt beklagte, dass viele muslimische Kinder nicht die Kindergärten besuchen würden und dass man an die Muslime nicht heran käme. Eine im Bereich der Kindergartenarbeit aktive Schwester entgegnete: „Und wir kommen an sie nicht ran.“.
Warum kommen sie an uns nicht heran?
Weil wir berechtigter Weise kein Vertrauen haben. Die muslimische Gemeinschaft ist so gesehen ein closed-Club. Aber es gibt Tore und diese Tore sind geöffnet. Diese Tore sind Muslime, die in der muslimischen Gemeinschaft aktiv sind und das Vertrauen der Muslime genießen. Sie sind willens und in der Lage die Belange der Muslime adäquat zu formulieren.
Warum kommen wir an sie nicht heran?
Weil sie uns planen wollen, und das geht nicht, wenn sie es zulassen, dass sie sich mit gesellschaftlich, politisch und juristisch gebildeten Muslimen auseinandersetzen müssen, weshalb sie auf Alibi“muslime“ ausweichen, die bei uns keine Schnitte haben.
Die Angst der Muslime zu klagen
Leider haben die Muslime Angst zu klagen, weil sie es sich mit den Behörden nicht verscherzen wollen. Deshalb gehen sie allzu viele Kompromisse ein. Die Lösung liegt aber nicht darin Kompromisse einzugehen. Die Lösung liegt darin, dass wir den rechtlichen Rahmen, der uns zur Verfügung steht, im Vertrauen darauf, dass Allah uns hilft, voll ausschöpfen.
Wenn es notwendig ist zu klagen, dann klagen wir. Wenn wir nach eingehender rechtlicher Prüfung festgestellt haben, dass wir einen bestimmten Anspruch haben, dann sollen wir diesen Anspruch auch geltend machen. Die Angst in Zukunft in anderen Bereichen Probleme zu bekommen erscheint in jeglicher Hinsicht unbegründet, denn:
(1) Wen Allah beschützt, dem kann niemand schaden
(2) Wenn wir einige Prozesse gewonnen haben, wird sich die Verwaltung hüten uns unserer Rechte zu beschneiden. Jede gewonnene Klage bereitet der Verwaltung kosten, verschafft ihr eine negative Presse, gefährdet die Position der Behördenvertreter und ist ein Präjudiz für gleichgelagerte Fälle in anderen Städten. Wir müssen sie erziehen, nicht sie uns, denn das islamische Recht und das „Recht“ dieses Landes sind auf unserer Seite.
(3) Wenn wir ihnen die Stirn bieten werden wir ernst genommen. Wir zeigen dann, dass wir unsere Position kennen und bereit sind uns zur Durchsetzung derselben anzustrengen. Andernfalls werden sie den Respekt vor uns verlieren
(4) Die beste Anstrengung ist ein Wort der Gerechtigkeit vor einem ungerechten Herrscher
Gegenstrategie
Die Gegenstrategie liegt jetzt auf der Hand.
(1) Wir arbeiten nicht mit Multikultiämtern oder Ausländerbeiräten zusammen, denn Islam hat nichts mit Kultur oder Ausländern zu tun
(2) Wir bestehen auf Ansprechpartnern aus unseren Reihen.
(3) Wenn wir einen Rechtsanspruch haben setzen wir uns mit allen Kräften dazu ein, diesen Rechtsanspruch zu verwirklichen, auch wenn man uns Steine in den Weg legt.
(4) Wenn von uns etwas gefordert wird, was uns nicht gerecht erscheint formulieren wir unseren Unmut auf unmissverständliche Art und Weise
(5) Wir loten unsere Rechtspositionen genau aus und fordern was uns zusteht, zur Not auf dem Klagewege.
(6) Dort wo die Gesetze uns Grenzen setzen, wir aber der Meinung sind, dass uns eine Position trotzdem zusteht, die Gesetze also rückständig sind, müssen wir uns auf dem Medienwege und auf dem politischen Wege für die Erweiterung unseres Rechtskreises einsetzen um eine Gegentendenz zu dem momentanen stattfindenden Prozess der Verminderung der Rechte der Muslime zu schaffen.
Ein Ausflug in die Legislativmechanismen
Die Rechtsgeschichte Europas hat gezeigt, dass Machthaber nie bereit waren, dem Recht Geltung zu verschaffen, sofern es ihren Interessen widersprach. Wenn das Gesetz im Wege steht, dann bricht man nicht das Gesetz sondern ändert es einfach und befindet sich dann immer im Rahmen der Legalität.
Es ist wahrscheinlich, dass sich die Rechtslage in Deutschland in absehbarer Zeit sehr zu unseren Ungunsten verändern wird, wenn wir uns effektiv für die Verwirklichung unserer Rechte einsetzen werden.
Dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgangen sein, dass dieser Prozess bereits im Gange ist. Dies geschieht zum Teil auf der Ebene der Bundes- und Landesgesetzgebung und Rechtsprechung. Ein Beispiel hierfür ist die Rechtsprechung des BVerwG in der Sache Ludin. Dort hat das Gericht unter Zugrundelegung eines falsch verstandenen Symbolbegriffs, unter sträflicher Vernachlässigung der Abwägung der Grundrechte im Rahmen der praktischen Konkordanz und mit dem unzulässigen Verweis auf die christliche Ausprägung dieses Landes praktizierende Muslimas mit einem Federstrich aus dem deutschen Schulbetrieb ausgegrenzt.
Der Fall der Regelung auf bundes- oder landesgesetzlicher Ebene oder durch höchstrichterliche Rechtsprechung ist aber eher selten, da die Verfahren kompliziert sind und die Angelegenheiten viel Aufsehen hervorrufen.
Die Diskussionen zu dem Urteil Ludin sind auch noch lebhaft im Gange, wie ein Blick in die einschlägige Fachpresse bestätigt. Es bleibt das Urteil des BVerfG abzuwarten. Auf dieser Ebene der Gesetzgebung finden Veränderungen immer dann statt, wenn große Umwälzungen anstehen.
Meistens geschieht die Knebelung auf der Verwaltungsebene. Ein Beispiel hierfür ist die höchstrichterliche Rechtsprechung, die den Muslimen das Schächten einräumt. Die Verwirklichung dieses Rechtes ist an Bedingungen geknüpft, die auf Verwaltungsebene geprüft werden. In NRW boykottierte die Ministerin Höhn das Schächten auf Grundlage eines Erlasses, mit dem sie die Praxis des Schächtens in NRW neu regelte. Man verwehrt den Muslimen das Schächten mit der Begründung, dass der zwingende Tatbestand des betäubungslosen Schlachtens nicht vorliege oder ein Bedarf nicht ausreichend nachzuweisen sei .
Fazit
Entweder wir erfreuen uns einer Gesetzeslage, die uns viele Rechte einräumt, welche wir aber nicht geltend machen, oder wir versuchen auf der Grundlage des geltenden Rechts unsere Positionen durchzusetzen, was dann aber wahrscheinlich dazu führen wird, dass wir uns bald in erschreckendem Ausmaß mit neuen Gesetzen und Verwaltungsvorschriften auseinandersetzen müssen, die darauf ausgelegt sind unseren Rechtskreis einzuengen.
So oder so, wir haben vor Allah die Pflicht uns für die Verwirklichung der islamischen Strukturen innerhalb unserer Gemeinschaft in diesem Land anzustrengen. Leicht wird es vermutlich nicht werden. Nur Allah gibt Erfolg und wir sind schon dann erfolgreich, wenn wir uns einsetzen.
Angesichts der bekannten Strukturen bedeutet unser Einsatz in diesem Bereich: Erweiterung unseres Rechtskreises. Wir müssen Gegentendenzen schaffen, um den Prozess der zunehmenden Stigmatisierung der Muslime in diesem Land entgegenzuwirken.
Argumentationsstrukturen
Diese Gegentendenzen müssen wir auf gesellschaftlicher, politischer und juristischer Ebene setzen. Die Grundlage dazu ist neben der Kenntnis der Sach- und Rechtslage eine sehr klare Vorstellung von der Natur der Dinge und ein gekonnter Umgang mit den einschlägigen Argumenten.
An dieser Stelle soll nun aufgezeigt werden, wie die Argumentation zum Thema „islamische Kindergärten“ geführt wird.
Mit folgenden Einwänden haben wir uns auseinander zusetzen:
(1) Muslime müssen sich integrieren
(2) Der islamische Kindergarten steht der Integration der Muslime entgegen
(3) Wir müssen die Bildung von Parallelgesellschaften vermeiden
Folgende Antworten liegen auf der Hand
Zu Einwand (1) Muslime müssen sich integrieren
Um den Anspruch nach der Forderung der Integration der Muslime zu beurteilen muss zunächst geklärt werden, was Integration bedeutet. Dann ist zu ermitteln, ob die Muslime integriert sind oder nicht.
Erste Argumentationsebene - Was ist Integration?
Definition abstrakt:
Integration - das Eingebundensein in eine Gemeinschaft ohne Aufgabe der eigenen Identität
Abgrenzung:
Dem Begriff der Integration muss der Vollständigkeit halber der Begriff der Assimilierung gegenübergestellt werden.
Definition abstrakt:
Assimilierung - Aufgehen einer nationalen od. kulturellen Minderheit in einem anderen Volk, wobei Aufgehen im Sinne von angleichen, einverleiben, umwandeln, folglich der Aufgabe der eigenen Identität verstanden wird
Grenzen der Integration:
Die Integration findet demnach dort ihre Grenze, wo die Assimilierung beginnt. Integration schließt also die Aufgabe der eigenen Identität aus, da sonst die Grenze zur Assimilierung überschritten ist.
Praktische Umsetzung:
In praktischer Hinsicht bedeutet Integration folglich im konkreten Fall der gesellschaftlichen Werte der BRD, dass wir die Sprache lernen, die Gesetze respektieren und uns nach besten Kräften zu bemühen am produktiven Prozess teilzunehmen, d.h. für unsere Versorgung arbeiten anstatt den Staat zur Kasse zu bitten. Das war’s schon.
Subsumtion:
Hinsichtlich der Forderung Muslime müssten sich integrieren ist folgende Feststellung zu treffen.
Muslime müssen sich nicht integrieren, Muslime sind integriert. Sie zahlen ihre Steuern, bemühen sich um Arbeit, lernen die Sprache und als Resultat ihrer islamischen Haltung versuchen sie das Land in dem sie leben nach ihren Vorstellungen mit zu gestalten, was allerdings zumeist torpediert wird.
Was die hohe Zahl der Menschen muslimischer Länder betrifft, die sich als Muslime bezeichnen, de facto aber nicht aktiv am islamischen Gesellschaftsleben teilnehmen, bleibt zu sagen, wenn sie Islam praktizieren würden, dann würden sie automatisch auch integriert sein.
Fazit:
Wenn uns also der Vorwurf gemacht wird, wir seien nicht integriert, dann liegt dem entweder eine falsche Vorstellung von Integration zu Grunde oder man verwechselt wieder einmal Muslime und Ausländer aus muslimischen Ländern. Freilich ist die Abgrenzung nicht immer ganz leicht, aber Präzision ist hier unerlässlich.
Zweite Argumentationsebene
Kein Schelm wer......jetzt denkt, dass die Forderung nach Integration ein mehrseitiges Verhältnis begründet!
Integration, ein zweiseitiges Verhältnis
Wenn Integration ein Prozess der Einbindung ist, wer sagt dann, dass dies einseitig zu geschehen hat? Wer sich auf die Fahne seiner Verfassung schreibt, dass vor dem Gesetz alle gleich sind und alle das Recht haben ihre Religion frei auszuleben und dann Integration fordert, der muss auch etwas dafür tun.
Was tut man bisher? Wenn wir Moscheen bauen wollen, dann dürfen wir dies zumeist in nur Gewerbegebieten. Wenn die Moscheen ein bisschen zentral gelegen sind, dann muss das Minarett, sofern es überhaupt errichtet werden darf, in aller Regel um ein wesentliches niedriger sein, als benachbarte Kirchtürme, von denen geläutet wird, während unsere Minarette stumm bleiben. Schächten dürfen wir zwar gemäß höchstrichterlicher Rechtsprechung, weil die Kritik an dem Verbot auf doppelter Ebene zu stichhaltig war. (1. Das Verbot des Schächtens diente den Nazis dazu die Juden zu demütigen. 2. Die Juden dürfen und wir nicht.) Allerdings blockiert man die Erlaubnis jetzt durch einfache Verwaltungsvorschriften. Unsere Lehrerinnen dürfen nicht mit Kopftuch unterrichten. Unsere Projekte im Rahmen von Kindergärten, Schulen u.ä. werden schon im Vorfeld torpediert, und ein Blick in die Medienlandschaft genügt um festzustellen, dass wir in diesem Bereich nicht nur unterrepräsentiert sind, sondern vielmehr gar nicht. Als unsere Vertreter setzt man Menschen wie Basam Tibbi ein, die einen Euroislam vertreten, der viel Euro und wenn überhaupt, dann nur ein bisschen Islam enthält.
Wunderbar grotesk und zugleich symbolisch für die Methode der Integrationspolitik war eine Versammlung einer städtischen Ratsfraktion zum Thema Integration. Bei mehr als 50 % Muslimen unter den Ausländern in der betreffenden Stadt saßen proportional 0% Muslime im Podium, welches mit 5 Personen aus verschiedenen Bereichen der Integrationsarbeit besetzt war. Ein zum Christentum übergetretener Muslim, der in der evangelischen Kirche aktiv ist war selbstredend vertreten. Plakativer kann man einer einseitigen Forderung nach als Integration getarnter Assimilierung nicht Ausdruck verleihen. Man fordert uns zur Teilnahme auf und lässt uns dann nicht teilnehmen. Man spricht über unsere Integration aber ohne uns einzubeziehen.
Weiterhin zeigen Lehrer, die unsere Schwestern wegen ihres Kopftuches schikanieren, Arbeitgeber, die ihnen wegen des Kopftuches kündigen und die Tatsache, dass breite Teile der Bevölkerung beim Anblick eines bärtigen Muslims zunächst an Usama bin Ladin denken, in welche Richtung die Tendenzen gehen, welche die Medien und die Politiker hier zum Thema Integration schaffen.
Ein weiteres schönes Beispiel für das Vorgehen in den Verwaltungen war ein Antrag eines Muslims zum Id-Fest Sonderurlaub zu bekommen. Das Sonderurlaubsgesetz sieht vor, dass anlässlich von religiösen Veranstaltungen Sonderurlaub zugeteilt werden muss. Der Antrag, der eine Din A4 Seite lange Beschreibung des Id-Festes enthielt wurde mit der Begründung abgelehnt, dass es sich hierbei nicht um eine religiöse Veranstaltung handele. Soweit kommt man uns also im Rahmen der Integration entgegen, dass man unsere höchsten Feiertage nicht einmal als religiöse Veranstaltungen anerkennt.
Es ist offensichtlich, dass die Nichtmuslime im Rahmen der Integration von Muslimen schon seit langer Zeit am Zuge sind. Die wesentlichen Defizite und Versäumnisse liegen nicht auf unserer Seite
Kein Schelm wer in Kenntnis dieser bescheidenen Informationen (die Liste kann jeder aktive Muslim beliebig fortführen) denkt, dass die lauthals verkündete Forderung nach der Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft nur den Zweck hat, zu verbergen, dass die Nichtmuslime hier selber eine gewaltige Bringschuld zu erfüllen haben. Noch weniger ein Schelm, wer hier vermutet, dass auf diesem Wege das Ziel verfolgt wird, die Muslime weit über das zur Integration notwendige Maß hinweg zur Assimilierung zu zwingen.
Zu Einwand (2) Der islamische Kindergarten steht der Integration der Muslime entgegen
Sobald wir das Bedürfnis nach der Errichtung muslimischer Kindergärten artikulieren taucht mal hie mal da, die Frage auf: „Ja ist das denn zur Integration wirklich förderlich?“
Erster Argumentationsansatz – Der Vergleich
1. Vergleich
Rund 20 % der Kindergärten sind katholisch. Niemand kommt auf die Idee die Frage zu stellen, ob diese dann nicht ebenso integrationshemmend sind. Niemand spricht von christlichen Parallelgesellschaften. Gründe für die sachliche Differenzierung zwischen muslimischen und christlichen Kindergärten können unsere Kritiker uns in aller Regel nicht nennen. Es bleibt zumeist bei dem: „Wir leben hier aber in einem christlich geprägten Land“ Dieses Land ist ebenso wenig christlich, wie ein Seitensprung, 44.000 Alkoholtote jährlich, steigender Drogenkonsum bei Kindern, zunehmende Verdummung der Jugend, Pornografie an allen Ecken und exorbitant hohe Scheidungsraten fromm sind. Und welchen deutschstämmigen Muslim interessiert es angesichts der eindeutigen Bestimmungen des Grundgesetzes zur Religionsfreiheit, ob dieses Land christlich geprägt ist. Man hat ja auch nichts gegen Kindergärten in denen das Thema Religion ganz ausgeklammert ist.
Ein in diesem Zusammenhang gern angeführtes Vorurteil ist die Vorstellung, dass die Rückbesinnung junger Muslime gleichbedeutend ist mit den zum Teil integrationshemmenden Phänomenen kulturellen Verständnisses, welches dazu geführt hat, dass die erste Generation von Auswanderern die deutsche Sprache nicht gelernt hat.
Das wachsende Interesse junger Muslime am Islam ist aber nicht identisch mit Erstarrung und einem Rückfall in den Traditionalismus. Der Religionswissenschaftler Michael Blume vertritt in einem in der IZ erschienen Aufsatz die Ansicht, „dass die Hinwendung zum Islam keinesfalls die Integration in die deutsche Gesellschaft erschweren muss – sondern dass vielmehr gerade die junge Generation das Gegenteil lebt und den Islam quasi als „eine Brücke“ zwischen Herkunft und neuer Heimat erkennt. So haben glaubende Muslime weit weniger Bedenken die deutsche Sprache zu lernen und auch die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, gerade weil sie sich ihrer Identität sicher sind. Der Glaube an eine göttliche Führung und Vorhersehung schließt auch ein, dass sie in Deutschland Aufgaben entdecken und annehmen und sich eben nicht in nationalistische Abschottung begeben.“
2. Vergleich
Wenn wir so argumentieren, dann weist man uns oft darauf hin, dass christliche Kindergärten aber offen seien für muslimische Kinder. Unsere Antwort: Für die Kinder ja, die will man ja auch missionieren. Für die Frauen als Kindergärtnerinnen aber nicht. Unsere Kindergärten sind selbstredend auch für nichtmuslimische Kinder geöffnet. Wir haben kein Problem damit, wenn christliche Kinder ihre Mütter fragen, warum sie kein Kopftuch tragen wie die nette Tante aus dem Kindergarten. Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und stellen nichtmuslimische Kindergärtnerinnen in unseren Kindergärten ein um Integration von Nichtmuslimen in muslimischen Einrichtungen zu fördern.
Zweiter Argumentationensatz – Integration durch Kindergärten
Weiterhin muss hier die Frage gestellt werden, ob es nicht gerade die islamischen Kindergärten sind, in denen Integration am besten vorgenommen werden kann.
Kein Vertrauen der Muslime in bestehende Einrichtungen
Es liegt, wie oben bereits festgestellt wurde, auf der Hand, dass hiesige Politiker und Verwaltungsbeamte sowie nichtislamische Einrichtungen bei den Muslimen nicht besonders viel Vertrauen genießen. Das Misstrauen in diesem Bereich ist auch gerechtfertigt.
Es gibt zwar eine große Zahl engagierter Pädagogen und Verwaltungsbeamter, die sich bemühen, die vorhandenen Ressourcen voll auszuschöpfen um bestehende Einrichtung für Muslime attraktiv zu machen, aber mangelndes Islamverständnis und mangelndes Einfühlungsvermögen für die Befürchtungen und Vorbehalte der Muslime führen hier in aller Regel nicht zu den gewünschten Erfolgen. Die Geschichten von muslimischen Kindern, die sich bekreuzigend zu Hause am Esstisch sitzen und ihrem Vater stolz mitteilen: „Papa ich habe etwas neues gelernt, so macht man!“, oder von Kindern, in deren Taschen die Mütter Speisen finden, die sie in den Kindergärten von anderen Kindern bekommen haben und dem islamischem Reinheitsgebot nicht entsprechen schaffen zusätzliches Misstrauen.
Hinzu kommt, dass auch die engagierten Nichtmuslime zumeist ihre Vorstellung von einem „guten Islam“ umsetzen wollen, der in vielen Fällen eher folkloristisch geprägt ist als vom islamischen Geist getragen.
Das führt dazu, dass eine hohe Zahl von muslimischen Kindern den Kindergärten ganz fern bleibt. In der Türkei oder in Somalia, wo die Kinder im Familienverband innerhalb der Großfamilie aufwachsen mag das vielleicht praktikabel sein, aber hier in Deutschland führt ein von anderen Kindern isoliertes Heranwachsen nicht selten zu Defiziten im Bereich des Sozialverhaltens. Darüber hinaus lernen die Kinder zu Hause häufig nicht einmal die Grundlagen der deutschen Sprache. Man bewegt sich innerhalb der eigenen Volksgruppe und in Folge der zunehmenden Verbreitung von Satellitenantennen (abgekürzt Sat-an) gucken die Kinder heutzutage nicht mal mehr deutsches Fernsehen. Ausgestattet mit Verhaltens- und Sprachdefiziten gehen die Kinder dann in die Grundschule und haben schon in der ersten Klasse keine Chance.
Integratives Kindergartenkonzept
Die Konzepte der islamischen Kindergärten sind auf Beseitigung dieser Defizite ausgerichtet. Eltern haben Vertrauen in Kindergärten, in denen ihre Kinder von praktizierenden Muslimas erzogen werden, das Essen halal ist und man Wissen ausschließlich auf Grundlage islamischer Ethik vermittelt.
Die Gruppenkonzeption sieht eine gesunde Mischung der unterschiedlichen Volksgruppen vor um einen Rückfall in traditionelle Strukturen zu unterbinden und das Sprechen der deutschen Sprache zu fördern. Hier lernen die Kinder schon frühzeitig den Umgang mit anderen Kulturen
Die Leitsprache ist deutsch, gleichzeitig wird MSU erteilt.
Die Kinder werden in sozialer sowie inhaltlicher Hinsicht auf die Grundschule vorbereitet.
Da die Kinder in den prägenden Jahren mit islamischen Bewusstsein aufwachsen, werden sie, wie zuvor beschrieben, eine eigene Identität empfinden. Insofern bringen sie mehr Voraussetzungen für eine persönlichkeitsstarkes Engagement innerhalb der Gesellschaft mit als viele gleichaltrige Nichtmuslime, die im Geiste der existenziellen Sinnlosigkeit erzogen werden, die das Leben ihrer Eltern prägt.
Dritter Argumentationsansatz – Jedes Bekenntnis ist eine Ausgrenzung
Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Bekenntnis in gewisser Hinsicht auch zu einer Ausgrenzung derer führt, die dem Bekenntnis nicht folgen. So grenzt jeder Frauenverein Männer aus, jeder Flugverein, diejenigen die Höhenangst haben. Jede Partei grenzt diejenigen aus, die andere politische Vorstellungen haben. Also wäre die Konsequenz aus diesem Argument, dass niemand sich mehr in organisierter Form zu etwas bekennen darf, weil er sonst andere ausgrenzt.
Vierter Argumentationsansatz – Integration ist das einvernehmliche Nebeneinander
Die eingangs aufgestellte These deutet darauf hin, dass der Vertreter dieser Auffassung sich mit der Definition der Integration nicht hinreichend auseinandergesetzt hat. Wer Integration fordert muss nach dem oben Gesagten islamische Kindergärten fördern.
An dieser Stelle wird uns aber häufig gesagt, dass wir in unsere Identität als Muslime auch in den multikulti-Kindergärten leben könnten, dort würde ja schließlich auch das Zuckerfest gefeiert, neben dem Nikolaus, Karneval und Ostern.
Dem ist zu entgegnen, dass die Tatsache, dass man das Zuckerfest neben dem Osterfest feiert den christlichen Kindergarten zu einem Mukitkulti-Kindergarten macht. Wir wollen unsere Kinder aber nicht Multikulti erziehen, weil sie nicht Multikulti, also Christen mit Zucker-Fest, sondern als Muslime sind. Es geht hier nicht um das Feiern des Zuckerfestes, was den „christlichen“ Kindergarten multikulti macht, sondern um das Nichtfeiern des Osterfestes, was den multikulti-Kindergarten islamisch macht. Anders formuliert macht das Hinzufügen der islamische Praxis in ein multikulturelles Wirrwarr einen Kindergarten noch lange nicht islamisch. Islamisch ist der Kindergarten, wenn dort das, was in dieser Gesellschaft praktiziert wird, was aber islamisch nicht haltbar ist, ausgegrenzt werden kann.
Niemand erwartet von einem erwachsenen Muslim, dass er mit dem Kegelclub seines Nachbarn eine „Sauftour“ nach Mallorca macht, weil jeder weiß, dass das islamisch nicht haltbar ist, aber man erwartet von unseren Kindern, dass sie an Karnevalsfesten und „Gottessohnfeiern“ teilnehmen sollen, obwohl das genauso wenig haltbar ist.
Die Bekenntnisfreiheit eröffnet Rechte in zwei Richtungen. Zum einen das Recht zu glauben was man will, zum anderen aber auch das Recht nicht zu glauben, oder einen bestimmten Glauben nicht zu vertreten. Der zwanghafte Ruf nach Multikulti im Rahmen von Kindergärten setzt aus muslimischer Sicht dieses Bekenntnis außer Kraft.
Demnach kann nicht der Verzicht auf Räume gefordert werden, in denen die eigene Kultur und das eigene Wertesystem ohne Einflüsse von anderer Seite oder auf der Grundlage von Kompromissen, gelebt wird.
Zu Einwand (3) Die Bildung von Parallelgesellschaften
An dieser Stelle der Argumentation konfrontiert man uns häufig mit dem Vorwurf, eine Parallelgesellschaft schaffen zu wollen. Meistens antworten die Muslime hierauf mit gequälten Beteuerungen, dass dies nicht der Fall sei da die Kinder dann ja in den Schulen zusammen kämen...
Also mal ehrlich!
Also mal ehrlich. Wenn es in deiner Stadt einen gut geführten muslimischen Kindergarten, Grundschule, Gymnasium und dann auch noch eine islamische Universität gäbe, würdest du deine Tochter an eine Schule schicken, an der sie mit einer Mehrzahl von nichtmuslimischen Kindern im Klassenraum von einem Lehrer unterrichtet wird, der ihr erzählt, dass sie nur das glauben darf was sie sieht? Diplomatie hin und Diplomatie her. Diese Heuchelei ist ekelhaft.
Dieses Leben ist eine Prüfung
Da dieses Leben nur eine Prüfung ist, die zum Inhalt hat Allah zu erkennen, Ihm zu gehorchen und in diesem Zustand zu sterben, und von diesen wenigen Jahren der Prüfung das Schicksal in der Ewigkeit abhängt, sieht jeder Muslim es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass seine Kinder diese Prüfung bestehen.
Rasulullah (s.a.s.) sagte, wir seien am Tage der Abrechnung mit denen, mit denen wir hier gewesen seien. Wer möchte dann, dass sein Kind mit Kindern spielt, deren Bedürfnisse sich in der materiellen Welt erschöpfen, die keinen oder einen völlig anderen Bezug zur Religion haben. Wer möchte dann, dass sein Kind von Lehrern unterrichtet wird, die weder beten noch fasten und es gutheißen, dass junge Mädchen und Jungen sich zum Schwimmunterricht vor ihnen ausziehen und unsere Kinder womöglich dazu auffordern.
Mut zur Ehrlichkeit
Es ist an der Zeit, dass wir uns dazu bekennen, dass wir zu unserem Schutz und dem Schutz unserer Kinder in dem Maße eine Parallelgesellschaft bilden in dem diese Gesellschaft in moralischer Hinsicht degeneriert.
Parallelgesellschaft und Integration, zwei paar Schuhe
Hier ist der Vollständigkeit halber anzumerken, dass die Bildung einer Parallelgesellschaft nicht gleichbedeutend ist mit der Weigerung zur Integration. Wir können perfekt integriert sein, indem wir die oben genannten Voraussetzungen erfüllen und trotzdem eine Parallelgesellschaft bilden, indem wir selber unsere Daseinsvorsorge organisieren.
Parallelgesellschaften ein Novum in diesem Land?
Die Bildung von Parallelgesellschaften ist auch nichts außergewöhnliches. Niemand würde es je beklagen, dass jüdische Kinder in jüdischen Kindergärten und Schulen erzogen werden. Die ungerechte Zins- und Steuerpolitik dieses Landes hat es ermöglicht, dass einige Menschen hier unverschämt reich wurden. Wenn diese Menschen ihre Kinder auf Eliteschulen schicken, in bestimmten Stadteilen für sich in Millionen schweren Villen wohnen und lediglich Kontakt mit dem „einfachen Volk“ haben, wenn die Haushälterin krank geworden ist und man selber mal in den Supermarkt muss, dann spricht niemand von Parallelgesellschaften.
Deshalb stellt sich hier einmal mehr die Frage, warum man ausgerechnet im Falle der Muslime die Bildung von Parallelgesellschaften verhindern will.
Das Recht Parallelgesellschaften zu bilden
Festzuhalten bleibt hier, dass wir das Recht zur Bildung von Parallelgesellschaften haben und auch keine Skrupel haben sollten diese in dem Ausmaß zu bilden in dem es uns beliebt. Wir brauchen keinen Politiker oder Verwaltungsangestellten, keinen Lehrer oder sonst irgendwen darüber in Kenntnis zu setzen. Wir tun einfach was wir wollen. Das ist unsere Freiheit in diesem Land.
Dies ist nicht als Aufruf zur Abspaltung zu verstehen. Aber die Tendenzen gehen an den Schulen, in den Behörden im Bereich der Kultur, im Mediensektor und der Politik zum Teil nolens zum Teil volens dahin, die Muslime ihrer Identität zu berauben. Der einzige Schutz hiergegen ist die Bildung von Schutzmechanismen.
Wir haben euch zu Völkern gemacht
Wir dürfen uns aber nicht isolieren. Allah sagt im Quran: „Wir haben euch zu Völkern gemacht, damit ihr einander kennen lernt.“ Wir sollen auch mit schönen Worten und auf beste Art und Weise zum Islam einladen. Das können wir aber nur, wenn wir unsere Identität als Muslime wahren. Alle Dinge machen eine Dawa. Entweder zu Allah oder zu Kufr
Reichtum Parallelgesellschaft – Lebenswirklichkeit Parallelgesellschaft
Weiterhin ist noch anzumerken, dass die Forderung nach der Vermeidung von Parallelgesellschaften eigentlich ein Zeichen von Rückständigkeit ist. In New York ist man stolz auf Chinatown und Littel Italy. Es liegt in der Natur der Menschen, dass sie sich innerhalb ihres kulturellen oder religiösen Rahmens zusammenfinden. Dem entgegenwirken zu wollen zeigt ein schwaches Verständnis der Soziologie und ist pragmatisch nicht realisierbar. Es ist wohl die Angst der Deutschen vor dem Fremden und der Verfremdung, die es bewirkt dass man versucht die Muslime hier unsichtbar zu machen.
Schlusswort
Dieses Brainstorming erhebt nicht den Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Es ist nur ein Brainstorming, welches in den Diskussionsprozess eingeführt werden soll, um der etwas eintönigen Diskussion einige neue Farben beizumischen. Macht euch eure Gedanken.
Die Autoren dieses Textes sind aber der Meinung, dass es den Muslimen gut anstehen würde eine weniger apologetische Haltung einzunehmen und weniger Kompromisse einzugehen. Unsere Entwicklung ist in vielen Bereichen sehr schön und unsere muslimische (nicht kulturmuslimische) Jugend ist super, mascha Allah! Wir brauchen uns nicht so vorführen zu lassen sondern sollten selbstbewusst unsere Haltung durch Wort und Tat lebendig machen, den hiesigen Behörden aufzeigen, dass die Defizite auf ihrer Seite liegen und ganz wichtig, nur von Allah bitten. Wir tun nur das, was uns die Rechtsordnung zugesteht, aber wir bitten niemanden außer Allah, denn nur Allah kann uns geben. Wenn der Diener seine Hände öffnet und Allah bittet, dann legt Allah etwas in seine Hände, den Er würde sich schämen, dass Seine Diener die Händen leer schließen.
Und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.
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