Friedmann spielt in diesem Beitrag den Moralapostel und fordert einen "Aufstand der Anständigen". Es geht beileibe nicht nur um sein "Sexualleben", wie du es nennst, sondern um seine Glaubwürdigkeit. Und da hat ein Kokser, der sich Zwangsprostituierte ins Hotel holt einen ziemlich schwachen Stand, wenn er über den Verfall der Gesellschaft sinniert.

Hinzu kommt, dass ihn die Journaille offenbar immer noch als Repräsentanten der Deutschen jüdischen Glaubens sieht, obwohl er von seinem Amt als Fizepräsident des Zentralrats der Juden zurückgetreten ist. Für mich ist er nur eine Randfigur des schmuddeligen Boulevardjournalismus und hat nichts zwischen Artikeln über Überlebende der Hölle auf Erden zu suchen.

Dies ist aber etwas, was ich der Spiegel-Redaktion vorwerfe und nicht Friedmann selbst. Denn dass Friedmann ein selbstsüchtiger Profilneurotiker ist, ist ja ohnehin allgemein bekannt.