Zitat:
Ich finde es beginnt in der Schule, ein paar Unterrichtsstunden mehr über dieses Thema. In den Medien mehr Berichte darüber bringen usw.
Also an den Schulen kann es meiner Meinung nach kaum liegen. Wenn ich zurückdenke, haben wir die NS-Zeit von allen möglichen Seiten betrachtet: Im Deutschunterricht, im Geschichtsunterricht und im Religionsunterricht. Und auf den öffentlich-rechtlichen Sendern laufen doch ständig Dokumentationen über das 3. Reich, während der Spiegel alle paar Monate eine Titelstory über Hitler, Nazis und Co. herausbringt. Ich kenne kein Land, das sich so kritisch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt wie Deutschland.

Ich glaube, es sind gesellschaftliche Gründe und Politkverdrossenheit, die den rechten Dumpfbacken derzeit wieder etwas Aufwind verschaffen. Im Osten kommt hinzu, dass die Menschen 40 Jahre lang staatlich bevormundet wurden und nun merken, dass in einer Demokratie auch nicht alles Gold ist was glänzt. Da wird dann wohl bei manchen der Wunsch nach jemanden, der mal wieder so richtig aufräumt, stark. Oder wie soll man es sich sonst erklären, dass heute Nazis im sächsischen Landtag sitzen?

Der Grund, warum auch in arabischen Ländern manche Menschen mit Hitler sympathisieren, liegt m.E. an einer mangelnden Bildung und einer einseitigen Wahrnehmung des Israel-Palästina-Konflikts. Die (in der Tat fragwürdige) Politik Israels wird da schnell verallgemeinert und "den Juden" eine natur- oder religionsgegebene Bösartigkeit unterstellt.

Ich glaube, dass der Nahostkonflikts die Wurzel für viele Übel der heutigen Zeit ist, auch für Antisemitismus. Statt zu überlegen, ob man mal den Iran angreifen sollte, sollten sich die USA mal verstärkt auf die Lösung dieses Problems konzentrieren.