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Gewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich

Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelphänomen. Jede vierte Frau wird in ihrem Leben mindestens einmal das Opfer von Gewalt durch einen Lebenspartner. Das genaue Ausmaß ist aber immer noch unbekannt: Schätzungen schwanken erheblich von 100.000 bis zu 1 Mio. Opfern in Deutschland pro Jahr. Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll im nächsten Jahr Licht in dieses Dunkel bringen.

Polizeilich registriert ist nur ein geringer Teil der Beziehungstaten. Die Polizeiliche Kriminalstatistik enthält zurzeit noch keine Kategorie für Gewalttaten im sozialen Nahbereich.

In den insgesamt rund 400 Frauenhäusern suchen jährlich etwa 40 000 bis
45 000 Frauen mit ihren Kindern - in etwa der gleichen Anzahl - Schutz. In 90% bis 95% der Fälle häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer Täter.

Gewalttaten, die im sozialen Nahraum begangen werden, sind schwer wiegend: Die Frauen erleiden zum Teil schwerste Körperverletzungen, es gibt Vergewaltigungen und versuchte oder vollendete Tötungen. Nach Studien des FBI für die USA wurden etwa ein Drittel der Frauen, die im Jahr 1998 getötet wurden, Opfer ihrer Ehemänner, Ex-Ehemänner, Freunde oder Ex-Freunde. Eine britische Studie besagt, dass jede zweite Frau, die getötet wurde, Opfer ihres (Ex-) Partners wurde. 102 von 130 Frauen, die in Niedersachsen 1999 Opfer von – versuchten und vollendeten – Tötungsdelikten wurden, waren mit den Tätern verwandt oder bekannt. Das sind mehr als 75%.

Gewalt im sozialen Nahbereich ist meist kein einmaliges Ereignis, sie wiederholt sich. Häufigkeit und Intensität eskalieren oftmals mit der Zeit.

Frauen erleiden in der Regel nicht nur eine Form der Gewalt, sie erleben sie in vielfältigen Erscheinungsformen physisch und psychischer. Eine Erklärung für häusliche Gewalt ist, dass es primär um die Ausübung von Macht und Kontrolle über Frauen und ihr Leben geht. Männer setzen in Beziehungen eine breite Palette von Kontroll- und Beherrschungsmitteln ein.

Die Folgekosten von Männergewalt werden in der Bundesrepublik auf etwa 29 Milliarden Mark pro Jahr geschätzt – hierin enthalten sind die Kosten für Justiz und Polizei, aber auch für ärztliche Behandlungen und Ausfallzeiten am Arbeitsplatz.