Wofür dankst Du mir, Mouna? Das ist nur meine Meinung und ich versuche einigermaßen danach zu leben.
Hier mal ein Streit ums Kopftuch aus etwas anderer Sicht:
"Artikel URL:
http://de.news.yahoo.com/030924/281/3no4u.htmlMittwoch 24. September 2003, 12:34 Uhr
Frankreich streitet über Kopftuchverbot - für Schüler
Paris (AP) In Frankreich ist der Kopftuchstreit in Schulen seit eineinhalb Jahrzehnten ein Dauerthema. Die Frage, ob eine muslimische Lehrerin im Unterricht den «foulard» tragen darf, stellt sich in der laizistischen Republik mit ihrer strikten Trennung zwischen Staat und Kirche aber nicht. Die am Mittwoch vom Bundesverfassungsgericht für Deutschland angemahnte klare gesetzliche Regelung gibt es in Frankreich seit 1905: Die Beschäftigten des öffentlichen Diensts dürfen in Ausübung ihrer Funktion keine Zeichen religiöser Zugehörigkeit tragen.
Höchst umstritten ist dagegen, ob muslimische Mädchen in der Schule das Kopftuch tragen dürfen - oder jüdische Jungen die Kippa. Die Entscheidung darüber ist derzeit ins Ermessen der Schulleitung gestellt, mit dem Ergebnis einer grossen Vielfalt: «In zahlreichen Schulen müssen Mädchen das Tuch beim Betreten des Klassenraums ablegen, in anderen beim Betreten des Schulgeländes», sagt Hanifa Cherifi vom Erziehungsministerium, die als Vermittlerin in Konfliktfällen gerufen wird.
«Aber es gibt auch Schulen in den Pariser Vorstädten, in denen junge Mädchen mit dem 'voile' im Unterricht sitzen. Das hängt vom sozialen Umfeld ab», sagt Cherifi. Zu Konflikten mit Streiks und Unterrichtsausschluss kommt es nach ihren Beobachtungen in den letzten Jahren immer seltener, es gibt noch ein paar Dutzend Fälle jährlich. Eine entspannte Situation im Vergleich zur Mitte der 90er Jahre, als der damalige Erziehungsminister Francois Bayrou mit einem strengen Erlass auf eine rasch steigende Zahl von Streitfällen reagierte.
Die Lehrer hätten dazu gelernt, sagt Cherifi. Vor allem ältere Pädagogen seien damals fassungslos gewesen, als ihnen junge Mädchen erklärten, dass sie dem Gebot ihres Gottes folgen wollten und nicht dem der Schulleitung, dass sie Gott mehr fürchteten als Disziplinarmassnahmen. Doch trotz der relativ entspannten Situation in den Schulen wird in Frankreich gerade jetzt darüber diskutiert, den «foulard» in den Schulen per Gesetz generell zu verbieten - mehrere Minister der Mitte-Rechts-Regierung sind dafür. Gleich zwei hochrangige Arbeitsgruppen - eine von Staatspräsident Jacques Chirac eingesetzte Kommission und ein Parlamentsausschuss - befassen sich mit dem heiklen Thema der Laizität in der Schule.
Auslöser war ein Eklat im April, als der konservative Innenminister Nicolas Sarkozy auf einer Versammlung der Islamischen Organisationen Frankreichs ausgebuht wurde - er hatte daran erinnert, dass muslimische Frauen für ihr Passbild das Kopftuch ablegen müssen. Doch die neue Debatte hat tiefer liegende Gründe. Der 11. September warf neue Fragen nach dem Umgang mit den schätzungsweise fünf Millionen Muslimen im Lande auf. Zudem habe der Sensationserfolg des Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr auf dramatische Weise klar gemacht, dass die Einwanderung aus Nordafrika bei vielen Franzosen Angst vor einem Identitätsverlust schüre, sagt Cherifi.
Die Regierung zieht derzeit eine schonungslose Bilanz der einst hochgelobten französischen Integrationspolitik. «Wir haben die sozialen Probleme der Vorstädte nicht gelöst. Wir haben Gettos geschaffen, und die Gettos bringen Kommunitarismen hervor», sagt Cherifi. Das aber ist mit dem Modell der Republik nicht zu vereinbaren, das auf Assimilation setzt und Religion nur als Privatangelegenheit akzeptiert. Der Kopftuchstreit ist auch deshalb ein Dauerbrenner, weil er an heiklen Punkten wie der Rolle der Schule rührt, die die Werte der Republik vermitteln und Einwandererkinder zu Franzosen machen soll.
Die im damals zu Frankreich gehörenden Algerien geborene Cherifi, die beide Staatsangehörigkeiten besitzt, hat eine klare Meinung zum Kopftuch: Für sie ist es schlicht ein Zeichen der Diskriminierung von Frauen."
LG Anna