--> Fortsetzung des ersten Beitrags (der erste war wohl doch etwas zu lang geraten
![[Breites Grinsen]](images/icons/grin.gif)
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Ich weiß, dass vieles von dem was ich hier geschrieben habe für euch sehr hart klingen mag, und falls sich irgendjemand von mir verletzt fühlen sollte, bitte ich hiermit um Verzeihung. Ihr müßt jedoch auch bitte versuchen, mich und insbesondere mein Anliegen dieses Beitrags zu verstehen:
Ich hatte hiermit NICHT vor, nur das zu schreiben, was für viele vielleicht angenehm und wünschenswert wäre und was sie gerne hören möchten. Der Muslim hat nicht das Recht dazu, den Islam in irgendeiner Art zu verändern oder falsch darzustellen,auch nicht mit der Absicht, dass die Nichtmuslime zufrieden sind und sie anschließend den Islam und die Muslime mögen.
Auch, und das werdet ihr sicherlich schon bemerkt haben (insbesondere wohl die, die sagen: "Das kann doch gar nicht verboten sein, schließlich bin ich selbst "Papierchristin",Atheistin, Buddhistin etc.und dennoch mit einem Moslem verheiratet, dann muß es doch erlaubt sein....", und auch die Frage nach der islamischen Erziehung der gemeinsamen Kinder) ging es mir bei diesem Beitrag in erster Linie um den islamischen Standpunkt bezüglich dieser Thematik (um die "Theorie" sozusagen) und nicht darum, was heutzutage in vielen "islamischen" Ländern bzw. bei vielen Muslimen die Praxis ist. Vergleichen läßt sich das ganze beispielsweise mit einem Muslim, der Alkohol trinkt (ich gebe zu, der Vergleich hinkt vielleicht etwas):
Im Islam ist der Alkoholkonsum (übrigens auch sein Kauf/Verkauf/Verschenkung oder an einem Tisch sitzen, an dem Alkohol getrunken wird etc.)verboten. Dennoch sieht man heutzutage (
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leider, leider, leider....)gerade in Tunesien viele Muslime, die scheinbar keine Probleme damit haben, dieses Zeug zu konsumieren. In der Praxis ist es also möglich/erlaubt (man kann dort ja in fast jedem Supermarkt, Restaurant etc. Alkohol bekommen, es gibt ja keine islamische Instanz, die das kontrolliert). Die Tatsache, dass es in der Praxis jedoch möglich ist, Alkohol zu konsumieren, weil menschengemachte Gesetze den Konsum legalisiert haben, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es im Islam eigentlich "haram" (verboten) ist und auch so bleiben wird und dass der Muslim sich hierfür wie für alle seine Sünden am "yaum-ud-din" (am letzten Tag, Gericht)vor Allah swt verantworten muß!
Ählich ist es nun mit einem muslimischen Tunesier, der beispielsweise eine deutsche Atheistin heiraten will: gemäß den deutschen/tunesischen Gesetzen kann er das ja machen, dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass dies somit auch islamisch korrekt ist.
Was heutzutage jedoch leider sehr oft der Fall ist- und da muß ich Mialania sowie vielen anderen Frauen im Forum leider Recht geben- ist,dass vielen Tunesiern oder auch muslimischen Männern anderer Nationalitäten es scheinbar gar nichts auszumachen scheint, z. B. Alkohol zu trinken, außerehelichen Geschlechtsverkehr/Beziehungen zu haben, nicht zu beten etc. (ihre Pflichten sind ihnen also relativ egal), sobald es jedoch darum geht, irgendein Recht einzufordern oder Vorteile aus einer Sache zu ziehen sind sie jedoch ganz schnell da!!!
Jeder Tunesier/Muslim, sollte sich jedoch im klaren sein,wieviel ihm seine Religion bedeutet,(also erstmal bei sich selbst anfangen) und vor allem, was es alles mit sich bringt, eine solche Ehe einzugehen. Hängt einer relativ wenig am Islam und seiner Lebensweise und lebt relativ westlich, kann die Beziehung ha zweifelsohne gut funktionieren, wofür es ja auch viele Beispiele gibt. Man kann jedoch nicht von einem Muslim, der Allah swt liebt und versucht, bestmöglich nach dem Islam zu leben, verlangen, dass er auf Dauer mit einer Frau zusammenlebt, die ein ganz anderes Lebenskonzept hat (Disco, Ausgehen, Alkohol, Rauchen etc...)Bzw, es gibt ja auch viele viele Beispiele wo sich die Männer erst im Laufe der Zeit, meist durch schlechte Erfahrungen mit der westl. Lebensweise/Partnerin zum Islam hin entwickeln, was dann meistens zu einer Trennung führt und für alle Beteiligten, insbesondere für die Kinder, viele Probleme mit sich bringt.
Insofern ist es sicherlich ratsam, dass man solch wichtige Aspekte bereits VOR einer Ehe bespricht und überhaupt schaut, ob das auf die Dauer gutgehen kann. Mann soll seinen Partner ja in seiner Andersartigkeit respektieren und ihn zu nichts zwingen. Wie soll jedoch eine solche Beziehung in ein paar Jahren aussehen, wenn es bereits am Anfang solche Differenzen gibt (und Allah swt weiß es am besten)?
Mialania, ich hoffe wirklich von ganzem Herzen, dass du und Kais euch gegenseitig respektiert und inschaAllah mit Allahs swt Hilfe zu einer Lösung kommt, die für euch beide am besten ist, wobei ihr auch mal versuchen solltet, sich in den jeweils anderen und seine Ängste hineinzuversetzen.
Mich freut es auf alle Fälle sehr für Kais, dass er inschaAllah, wie du ja geschrieben hast Mialania, in Zukunft seine Religion besser praktizieren will. Dieser Entschluß bezüglich eurer gemeinsamen Zukunft ist eine Prüfung für ihn von Allah swt.
Ich würde ihm, als Bruder im Islam, einfach mal empfehlen, bezüglich eurer gemeinsamen Zukunft einen Entschluß zu fassen und dann, bezüglich dieses Entschlußes ein bestimmtes Gebet zu beten (es nennt sich Salat-ul-Istichara)was der Prophet sws den Muslimen empfohlen hat, wenn immer sie eine schwerwiegende Entscheidunge treffen müssen.Danach soll er einfach mal schauen, was so auf ihn zukommt, denn nichts passiert, ohne dass Allah swt es so will.
Möge Allah swt euch eure Sünden vergeben und euch Seine Barmherzigkeit erweisen. Amen
Mialania, sei bitte nicht traurig oder wütend, wie auch immer die Sache ausgeht, es wird letztenendes schon gut für euch beide so gewesen sein. Wenn du noch irgendwelche Fragen oder Probleme hast, kannst du dich gerne an mich wenden, ich helfe dir gerne weiter, solange es in meiner Macht steht.
Viele liebe Grüße, auch an alle anderen hier im Forum
Amina
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(inschaAllah bis bald)