Bei mir ist das so:
Ich wurde katholisch getauft. Unsere Familie war nie religiös. Ich besuchte den Kath. Unterricht, was ja auch obligatorisch war. Ich weigerte mich dann aber schon sehr früh. Ich verweigerte das beichten, weil ich eigentlich nie verstand für was das gut sein soll! Nach der Kommunion mit ca. 10 Jahren protestierte ich total. Meine Eltern bekamen ziemlichen Aerger mit dem Pfarrer, aber meine Mutter meinte, sie könne mich zu nichts zwingen....Somit war für mich deses Thema erledigt. Ich interessierte mich aber immer sehr für andere Religionen. Ich hatte auch viele Bücher. Ich heiratete meinen Mann in der Schweiz standesamtlich und später in Tunesien noch traditionell.
Als ich dann mal mit ca. 19 Jahren sah, wieviele Kirchensteuern ich bezahlen muss, habe ich mich sofort entschieden auszutreten....Ich finanziere nicht dem Papst den roten Teppich und seine Reisen in die dritte Welt. Ich denke, wenn es mir schlecht geht, bekomme ich auch nicht von der Kirche!!!Ist auch heute noch meine Meinung!!
Anfangs konnte mein Mann das auch nicht so verstehen. Er ist sehr offen. Wir leben mit unseren Kindern beide Kulturen. Glauben tut jeder was er ¨will¨! Ich nehme mir von jeder Religion das was mir gefällt und eben was ich glaube und verantworten kann.
Mein Mann hat auch schon ganz am Anfang Schweinefleisch gegessen, weil ich ihm erklärt habe, wieso sollte ich einen schlechteren Mensch sein, nur weil ich Schwein esse....
(Ich hoffe nun nicht, dass mir hier der Kopf abgerissen wird..)
Genau das sagt er auch heute gegenüber von moslemischen Freunden, wenn die seine Haltung nicht verstehen können.
Ein Strengläubiger Türke hat mal zu meinem Mann gesagt, er solle mich auf den ¨richtigen¨Weg bringen. Mein Mann meinte dann zu ihm, ich sei wahrscheindlich die bessere Frau als viele moslemische Frauen. Ich wüsste wie ich mich verhalten muss oder darf.....Wir stossen nun halt immer wieder auf Entsetzen und Erstaunen, aber wir stehen darüber.....
LG Sandra