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Re: Wie wird Beschneidung Ím Islam begründet?
#47368
18/10/2002 06:53
18/10/2002 06:53
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Bei der Beschneidung wird die Vorhaut des Penis ganz oder teilweise mittels eines kleinen operativen Eingriffs entfernt. In einer Reihe von Kulturen, so dem Judentum oder dem Islam, geschieht dies in einem festlichen Akt und in ritueller Form. In den USA wurden bis vor einigen Jahrzehnten ebenfalls fast alle männlichen Kleinkinder beschnitten, im Jahre 2000 waren es immer noch rund 60%. In Kanada wurden im Jahre 2000 noch etwa 25% aller Kinder beschnitten. Bei den Europäern ist die Beschneidung ohne zwingende medizinische Gründe, also nur aus hygienischen, ästhetischen, gesellschaftlichen oder religiösen Gründen, völlig unüblich. Eine Ausnahme davon machen homosexuelle Männer, bei denen sich Beschneidungen einer gewissen Beliebtheit erfreuen.
Historisches, Kulturelles Jungen, Männer
Die Beschneidung, also das Entfernen der Vorhaut des Penis, ist eine sehr alte, meist kulturelle bzw. religiöse Handlung. Im Islam wird in einem feierlichen Rahmen, heutzutage meist unter Lokalanästhesie, dem Kleinkind oder Jugendlichen die Vorhaut beschnitten. Im Judentum geschieht es aufgrund der biblischen Überlieferung. Danach soll Gott Abraham "angewiesen" haben, dass alle Neugeborenen am 8. Lebenstag und nicht vorher, beschnitten werden sollten. Noch heute wird daher im Judentum meist am 8. Lebenstag dieser Akt in Lokalanästhesie vollzogen.
Als rationale Gründe nimmt man an, dass die Beschneidung vor allem der Hygiene galt, da es in diesen Bereichen oft an Wasser mangelte, um auf diese Weise eine ausreichende Sexualhygiene sicher zu stellen. Auch als Verhütungsmethode vor der Onanie galt und gilt es, da das Glied auf diese Weise weniger empfindlich gegenüber Berührungen und Kontakten ist. Weiterhin nimmt bzw. nahm man an, dass auf diese Weise die männliche Potenz gesteigert wird, da es aufgrund der geringeren Empfindlichkeit angeblich zu einer längeren "Verweildauer" beim Verkehr kommen kann.
Medizinisches Jungen und Männer
Die Vorhaut ist ein kleiner beweglicher Hautlappen, der die Eichel des Penis umschließt. Entgegen dem bisherigen Glauben, dass durch die Beschneidung männlicher Kinder der Peniskrebs, der Gebärmutterkrebs (wegen der besseren Hygiene beim Verkehr), Harnleiterinfekten u.a. verringert werden, hat sich gezeigt, dass die Beschneidung praktisch keine positiven medizinischen Folgen besitzt. Schon gar nicht in den hygienisch entwickelten Industrieländern und Schwellenländern. Im Gegenteil: vor allem im höherem Alter, wenn die Vorhaut gut entwickelt und durchblutet ist, sind eine Reihe negativer Folgen wie Entzündungen nicht selten. Es sei erwähnt, dass in den USA jeder derartige Eingriff dem Operateur ca. 100-200 Dollar an Gebühren bringt. Eine nicht unbeträchtliche zusätzliche Einnahmequelle. Bei einer Phimose, einer krankhaften Verengung der Vorhaut, ist es jedoch oft angesagt, diese operativ entfernen zu lassen, obwohl es auch konservative Therapien, z.B. mit Hormonen, gibt. Wegen der nicht kalkulierbaren Risiken bei der längeren Anwendung von Hormonen, sollte man einer derartigen Behandlung aber sehr skeptisch gegenüber stehen.
Claudia
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Re: Wie wird Beschneidung Ím Islam begründet?
#47369
18/10/2002 07:04
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Die Beschneidung des männlichen Glieds ist Sunna, d. h. Praxis des Heiligen Propheten Mohammed (Frieden und Segen Allahs seien auf ihm). Sie entspricht der Tradition, die durch Abraham, Frieden sei auf ihm, in die Welt der Gottgläubigen eingeführt werden durfte, sie symbolisiert den Bund mit Gott, den der Gläubige mit Gott vollzieht, stellvertretend durch seine Eltern. Diese religiöse Sitte ist unter Juden und Muslimen Pflicht. Der medizinische Eingriff unterliegt dem Standard, der in der jeweiligen Gesellschaft möglich oder üblich ist. Heutzutage wird die Beschneidung meist von ausgebildeten Ärzten, oftmals gleich nach der Geburt des Knaben, vorgenommen. In bestimmten Kulturkreisen hat sich im Verlauf der Jahrhunderte ein Ritual um die Beschneidung herum entwickelt, so daß sie im Rahmen eins Festes, oft erst, wenn der Junge herangewachsen ist, vollzogen wird. Männern, die dem Islam neu beitreten, ist es freigestellt, ob sie sich beschneiden lassen möchten oder nicht (indes ist dies meistens der Fall, sie hat ja auch hygienische Vorteile etc.): Dies folgt der Sunna, da der Heilige Prophet die Beschneidung von erwachsenen Männern nicht verlangte, als bekannt wurde, dass einige bei diesem Eingriff gestorben waren. Was die Beschneidung von Jungen, d.h. die Entfernung der Vorhaut der Penis, hat ja einen physischen wie religiösen Nutzen, sie ist ein Weg, das Glied rein und schmutzfrei zu halten bzw. dient der Erinnerung daran, dass der Mensch seine Gelüste niederer Art Gott opfern soll (so deutet das bekannteste Traumbuch des Islams, das von Ibn Sirin erstellt wurde, Beschneidung als Zeichen der Keuschheit). Die Entfernung der Klitoris bei Mädchen bzw. Freuen hingegen hat keinen physischen Nutzen, sie ist ein Akt der Verstümmelung, der Frauen nur schadet. Wenn behauptet wird, der Heilige Prophet habe sie geduldet, ist zu fragen, warum sie in den meisten islamischen Ländern nicht praktiziert wird und nur dort vorkommt, wo man auf vorislamische Traditionen dieser Art verweisen kann. Aber weder von den Gattinen des Propheten noch anderen islamischen heiligen Frauen ist überliefert, dass sie die Beschneidung vornehmen liessen oder forderten.
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Re: Wie wird Beschneidung Ím Islam begründet?
#47370
18/10/2002 07:09
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Ich denke ja das du nur die Männerbeschneidung meinst denn die Mädchenbeschneidung hat mit der Religion nichts zu tun, dies ist ein Ritual. UNICEF ruft gemeinsam mit anderen UN-Organisationen zur Ausrottung der Beschneidung von Frauen und Mädchen auf Die Leitung von drei UN-Organisationen - von UNICEF, WHO (Weltgesundheitsbehörde) und UNFPA (United Nations Population Fund) traf sich am 10. April 1997 in Genf, um an die Internationale Gemeinschaft und an Politiker zu apellieren, die gemeinsamen Bemühungen zur Abschaffung der Beschneidung von Frauen und Mädchen zu unterstützen. Carol Bellamy von UNICEF, Dr. Hiroshi Nakajima von WHO und Dr. Nafis Sadik von UNFPA stellten ihren gemeinsamen Plan vor, der innerhalb der nächsten 10 Jahre eine Senkung der Fälle von Beschneidung zur Folge haben soll. Endgültiges Ziel ist die völlige Ausrottung der Beschneidung von Frauen und Mädchen innerhalb der nächsten drei Generationen. Die Ausrottung dieser gefährlichen und unverantwortlichen traditionellen Praktik, die auf Mißverständnissen und Mythen beruht, wird den Gesundheitszustand von Millionen Frauen und Kindern in den Entwicklungsländern, vor allem in afrikanischen Staaten, beträchtlich verbessern, verlautbarten die drei Organisationen. Außerdem wird die Ausrottung der weiblichen Beschneidung erheblich zur Förderung der Menschenrechte und der Gleichberechtigung der Geschlechter beitragen. UNICEF, WHO und UNFPA betonen einen multidisziplinären Zugang und Teamwork, sowohl in den Ländern, wo weibliche Beschneidung praktiziert wird, als auch auf regionaler und globaler Ebene. Regierungen, politische und religiöse Institutionen, internationale Organisationen, Nicht- Regierungs-Organisationen und Hilfsorganisationen sollen gemeinsam an der Ausrottung dieser schmerzvollen Tradition arbeiten. Die Basis für die Zusammenarbeit auf Länderebene werden nationale "Interagency Teams" sein, die von internationalen Organisationen unterstützt werden. Diese "Interagency Teams" werden die Regierungen bei der Entwicklung und Durchführung einer klaren nationalen Politik unterstützen, um "die weibliche Beschneidung abzuschaffen, und, falls es notwendig ist, Gesetze zu erlassen, die diese Praktik verbieten". Die öffentliche Meinung in den betroffenen Ländern soll durch Bewußtseins- bildung und Aufklärung über die schmerzhaften körperlichen und seelischen Auswirkungen der weiblichen Beschneidung verändert werden. Die Zielgruppen für diese Aufklärungsprogramme sind die allgemeine Öffentlichkeit, Ärzte und medizinisches Personal, Regierungen, politische und religiöse Führer, Dorfvorsteher, traditioneller Heiler und Hebammen. "Die Argumente gegen die weibliche Beschneidung beruhen auf den Menschenrechten, vor allem auf dem Recht auf die bestmögliche psychische und physische Gesundheit", sagt Dr. Nakajima. "Diese Praktik ist eine Verletzung der psychischen und psychosexuellen Unversehrtheit von Frauen und Mädchen, und stellt eine Art von Gewaltanwendung gegen sie dar. Daher ist die weibliche Beschneidung in jeder Form und von jedem Gesichtspunkt aus abzulehnen." "Wir müssen uns allerdings darüber im Klaren sein, daß die weibliche Beschneidung eine tiefverwurzelte traditionelle Praktik ist. Daher kann sie nur dann völlig abgeschafft werden, wenn sich die Einstellung der Bevölkerung dazu verändert", sagt Dr. Nakajima. "Unser gemeinsamer Plan stellt eine entscheidende Ausgangsbasis dafür her, diese Tradition ein für allemal auszurotten. Die weibliche Beschneidung ist eine gefährliche und lebensbedrohende Prozedur, die jedes Jahr Millionen Mädchen betrifft", sagt Carol Bellamy, Executive Director von UNICEF. "In Ländern wie Kamerun, Ägypten und Burkhina Faso wurden unlängst Erfolge durch Gesetze gegen die Beschneidung erzielt. Wir müssen weiterhin überall Druck ausüben, um sicherzustellen, daß das Recht jedes Mädchens auf ein sicheres und gesundes Leben geschützt wird." "Die physischen und psychologischen Auswirkungen der weiblichen Beschneidung beeinträchtigen ein Leben lang die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden - im speziellen die Sexualität und die Fortpflanzung - der Betroffenen", sagt Dr. Sadik. "Die Abschaffung der Beschneidung verlangt aber auch Wissen und Verständnis über die sozialen und kulturellen Wurzeln dieser Tradition." Der Begriff "Female Genital Mutilation" - weibliche Beschneidung - wird für alle Prozeduren verwendet, bei denen die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder völlig entfernt, oder verletzt werden. In den meisten Kulturen wird diese Praktik von traditionellen Beschneidern mit Instrumenten wie Messern, Rasierklingen und Glasscherben durchgeführt, üblicherweise ohne Betäubungsmittel. In reicheren Gesellschaftsschichten werden Beschneidungen auch in Krankenhäusern von qualifiziertem Personal vorgenommen. Das Alter der Mädchen, welche diese Prozedur mitmachen müssen, ist verschieden: Beschneidungen werden an wenigen Tage alten Säuglingen vorgenommen, an weiblichen Kindern und Jugendlichen, manchmal auch an erwachsenen Frauen. Im allgemeinen werden die Mädchen aber zwischen ihrem vierten und zwölften Lebensjahr beschnitten. Die Beschneidung von Mädchen und Frauen führt sehr oft zu Komplikationen. Kurzfristige Komplikationen sind starke Schmerzen, Schockzustand, Blutsturz, Urinverhalten, Eiterungen im Genitalbereich und Verletzungen des umliegenden Gewebes. Blutsturz und Infektionen können tödlich sein. Längerfristige Komplikationen sind Zysten und Abszesse, Narbenwucherung, Verletzungen der Harnröhre, extrem schmerzhafter Geschlechtsverkehr, Harnwegsinfektionen, Unfruchtbarkeit und schwere Komplikationen bei Geburten. Jahr für Jahr werden ungefähr 2 Millionen Mädchen beschnitten. Die Gesamtzahl der beschnittenen Frauen und Mädchen beträgt weltweit über 130 Millionen. Der Großteil der betroffenen Mädchen und Frauen lebt in 28 afrikanischen Ländern, der Rest in Asien und im Mittleren Osten. In Europa, Australien, Kanada und den Vereinigten Staaten findet man Fälle von Beschneidung bei Immigranten. Quelle: http://www.unicef.or.at/gericht/missachtungen/beschneidung/fgm2.htmlClaudia
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Re: Wie wird Beschneidung Ím Islam begründet?
#47372
18/10/2002 07:32
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Re: Wie wird Beschneidung Ím Islam begründet?
#47385
02/12/2002 22:51
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Gera
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Da es euch interessiert stelle ich mal die Pressemitteilung hier rein:
UNICEF - Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen
Berlin, den 7.11.2002
Top-Model Waris Dirie und Schauspielerin Katja Riemann kämpfen für die Menschenrechte von Mädchen
Schnitt in Körper und Seele
Das somalische Top-Model Waris Dirie und die Schauspielerin Katja Riemann rufen gemeinsam mit UNICEF dazu auf, grausame Traditionen wie Mädchenbeschneidung und Kinderhochzeiten zu stoppen. Bis heute erleiden weltweit jeden Tag fast 6.000 Mädchen das brutale Ritual der Beschneidung, bei dem die Geschlechtsorgane verstümmelt werden. Millionen Mädchen in den Entwicklungsländern werden noch vor ihrer Pubertät verheiratet. Weil sie von Bildung ausgeschlossen sind und gegen ihren Willen zum Sex gezwungen werden, sind Mädchen in vielen Ländern Risikogruppe Nr.1 für eine HIV-Infektion. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist die Infektionsrate bei Mädchen und jungen Frauen bereits doppelt so hoch wie bei ihren männlichen Altersgenossen.
"Als ich ein Kind war, habe ich eine Erfahrung gemacht, die ich keinem Kind auf der Welt wünsche und die ich Folter nenne. Ich will dafür arbeiten, dass kein Kind mehr meine Erfahrungen teilen muss", erklärt Waris Dirie, Top-Model und Bestsellerautorin ("Wüstenblume", "Nomadentochter") aus Somalia, die im Alter von fünf Jahren beschnitten wurde.
"Die Menschenrechte von Millionen Kindern werden verletzt, nur weil sie Mädchen sind", sagte die Schauspielerin und Sängerin Katja Riemann. "Doch grausame Traditionen sind keine Naturgesetze. Im Senegal haben sich nach einer von UNICEF unterstützten Aufklärungskampagne Hunderte Dorfgemeinschaften entschlossen, Mädchen nicht länger zu beschneiden", erklärte sie nach einem Besuch in dem westafrikanischen Land.
Mädchen haben in den meisten Entwicklungsländern schlechtere Lebensbedingungen als Jungen. Sie werden schlechter ernährt und medizinisch versorgt, müssen mehr im Haushalt mithelfen und dürfen oft nicht zur Schule gehen. Alltägliche Diskriminierung und traditionelle Unterwerfung bedrohen Gesundheit und Leben der Mädchen:
Mädchenbeschneidung
In 28 Ländern Afrikas sowie einigen Ländern Asiens und des Mittleren Ostens ist die Mädchenbeschneidung kulturell tief verankert. In Ländern wie Somalia, dem Heimatland von Waris Dirie, werden 90 Prozent der Mädchen dieser grausamen Prozedur unterzogen. Die Eingriffe reichen von der Abtrennung der Vorhaut bis zur Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen. Viele Mädchen verbluten nach dem Eingriff oder sterben an einer Blutvergiftung. Der Eingriff mit Rasierklingen oder Scherben führt häufig zu chronischen Entzündungen und lebensgefährlichen Komplikationen bei Geburten. Die sexuelle Empfindungsfähigkeit geht verloren. In den Augen der betroffenen Bevölkerungsgruppen ist der Eingriff eine zentrale Voraussetzung für die Ehe. Unbeschnittene Mädchen haben oft keine Chance zu heiraten und werden aus der sozialen Gemeinschaft ausgeschlossen. Kinderhochzeiten: Das Ende der Kindheit
Mädchen und junge Frauen dürfen häufig nicht selbst über ihren Lebenspartner und den Zeitpunkt ihrer Heirat entscheiden. In Äthiopien wird jedes zweite Mädchen verheiratet, bevor es das 14. Lebensjahr erreicht hat. Bei zwei von drei Mädchen beginnt die Ehe mit einer Entführung und häufig auch mit einer Vergewaltigung. Mit der Hochzeit brechen sie in der Regel die Schule ab. Kontakte zu Freunden oder zur eigenen Familie werden eingeschränkt. Die Männer verlangen meist strikte Unterordnung und sexuelle Gefügigkeit. Frühe Schwangerschaften gefährden ihre Gesundheit und ihr Leben. Weltweit wird nach Schätzungen von UNICEF jedes zehnte Kind von einer Teenagerin geboren. Jedes Jahr sterben 150.000 Teenagerinnen an Blutungen, Geburtskomplikationen und unsachgemäßen Abtreibungen.
Diskriminierung und sexuelle Gewalt
Bis heute haben es Mädchen aufgrund ihrer niedrigen sozialen Stellung schwer, in Fragen der Sexualität über sich selbst zu bestimmen. Befragungen in Südafrika zeigen, dass dort jedes dritte Mädchen gegen seinen Willen zum ersten Geschlechtsverkehr "überredet" oder gezwungen wurde. Jedes zehnte Mädchen macht dort seine erste sexuelle Erfahrung als Opfer einer Vergewaltigung. Und auch in freiwilligen Beziehungen können Mädchen meist nicht den Gebrauch eines Kondoms durchsetzen. Die Folge: In den Ländern südlich der Sahara sind heute rund 5,7 Millionen Mädchen und Frauen zwischen 15 und 24 Jahren HIV-positiv - gegenüber 2,8 Millionen jungen Männern in dieser Altersgruppe. Am größten ist das AIDS-Risiko für Mädchen aus armen Familien, die nicht oder nur kurz zur Schule gegangen sind.
UNICEF: Frauen im Senegal sagen nein zur Beschneidung
Traditionen wie Beschneidung, Kinderhochzeiten und sexuelle Diskriminierung lassen sich nicht allein durch Verbote überwinden. Entscheidend sind vielmehr Aufklärungs- und Bildungsprogramme für Mädchen und Frauen. Ein erfolgreiches Beispiel ist die von UNICEF unterstützte Arbeit der Nichtregierungsorganisation TOSTAN ("Durchbruch") im Senegal. Dort haben sich in den vergangenen drei Jahren über 700 Dorfgemeinschaften entschlossen, Mädchen nicht länger zu beschneiden. Zurückzuführen ist dieser Erfolg auf ein breit angelegtes Bildungsprogramm für Mädchen und Frauen. Sie lernen dort nicht nur lesen, schreiben und rechnen. In den zweijährigen Kursen stehen auch Fragen zur Gesundheit, Lösungsansätze für lokale Probleme und Informationen über Menschenrechte auf dem Programm. Zum ersten Mal erfahren sie, dass ihre gesundheitlichen Probleme mit der Beschneidung zusammenhängen, und dass sie ein Recht auf körperliche Unversehrtheit haben. Ziel von TOSTAN ist es, dass Frauen ihre Probleme selbst erkennen und eigene Lösungen finden. Der Erfolg der Kampagne beruht darauf, dass Dorfgemeinschaften gemeinsam und freiwillig mit der grausamen Tradition brechen. Die Verbindlichkeit dieser Entscheidung wird dann durch eine öffentliche Zeremonie der ganzen Gemeinschaft untermauert.
Das Buch die Wüstenblume kann ich jeden dazu empfehlen, ich habe es selbst gelesen und man bekommt erst einmal einen Blick in das grausame.
Waris Dirie ist eine sehr bezaubernde und starke Frau, sie selbst mußte unter der Qual leiden und setzt sich jetzt dafür ein, die Mädchenbeschneidung abzuschaffen.
Claudia
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Re: Wie wird Beschneidung Ím Islam begründet?
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Re: Wie wird Beschneidung Ím Islam begründet?
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