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Re: 25 Fragen zum Thema Frauen und Islam
#47238
20/09/2002 21:43
20/09/2002 21:43
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Joined: May 2002
Beiträge: 757 München
Khomsa
Member
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Joined: May 2002
Beiträge: 757
München
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Hallo, bin wieder da. Wenn ich nur allein das Zitat aus Antwort eins betrachte, dann wird mir langsam klarer, warum der Islam auf der Welt so viele Möglichkeiten bietet, Frauen zu unterdrücken und klein zu halten. Zitat: Innerhalb der Ehe sind Frau und Mann bezüglich ihrer Rechte und Pflichten in den Bereichen gleichgestellt, in denen sie von Natur aus gleich sind, Unterschiede gibt es da, wo Verschiedenheiten vorhanden sind.
Kann mir mal einer erklären, was das für ein "Gesabbere" ist? Tschuldigung, ist auch kein Angriff gegen den Islam, aber es macht mir deutlich, warum es möglich ist, in manchen islamischen Ländern Frauen als Ehebrecherinnen zu steinigen, die zum Beispiel nach einer Vergewaltigung schwanger wurden. Diese Erklärung sagt alles und nichts und kann von jedem islamischen Mann, der was im Glauben zu sagen hat, definiert werden wie er will. Bin ja froh, dass es auch in islamischen Ländern eine Frauenbewegung gibt, denn das erinnert mich doch stark an unseren "Hexenhammer" (wer das nicht kennen sollte: Er war bei uns "Christen" DIE Grundlage, um bei uns ungeliebte Frauen <weil zu gebildet und zu aufmüpfig oder einfach nur zu sexy> und Männer <die politisch zu unbequem> als Hexen zu verbrennen). Wenn man sich überlegt, was man in obige Definition von Gleichberechtigung als Mann alles reininterpretieren kann, wird mir schlecht. Da könnt man glatt zur Emanze mutieren und kann es jeder islamischen Frau nur wünschen, sich ihr Selbstbewusstsein zu erhalten, denn sie wird es vielerortens brauchen. Aber die Entwicklung wird auch im Islam kommen und das ist gut so. War vor einigen Tagen im Vatikan im Petersdom, wo man ja als Frau inzwischen gnädigerweise rein darf. Die Frauen auf der ganzen Welt lassen sich nicht aufhalten, egal welcher Glaube, ob mit Kopftuch oder ohne, es spielt keine Rolle, die Männer haben auf lange Sicht ihr Patriarchat verspielt. Denn der Gott, den sich die Männer seit Jahrtausenden dafür zu Nutze gemacht haben, hat UNS Frauen mit einer Gabe versehen, die ihnen verwehrt bleibt: Ohne uns keine Nachkommen, die geboren werden, daher vermutlich auch die Ablehnung von Abtreibungen der großen Religionen und der Versuch, die jungen Männer möglichst bald von Männern (patriarchischen) erziehen zu lassen. Aber auf lange Sicht (evolutionstechnisch gesehen) wird das nicht funktionieren, denn das Gros der Frauen lässt sich nicht unterdrücken, sondern wirkt im Verborgenen. Als Beispiel aus dem Islam möchte ich all jene mutigen Frauen anführen, die in Afghanistan während der Talibanregierung im Untergrund gewirkt haben, indem sie zum Beispiel gegen das Verbot der Regierung Mädchen unterrichtet haben ( was ja laut obigen Aussagen auch ein Grundrecht wäre: Pflicht zur Bildung = Grundrecht auf Bildung, oder?). Ich will gar nicht stänkern, ich will nur dagen, dass der Koran, ebenso wie die Bibel und die Thora jahrhunderte lang von Männern ausgelegt wurden (zu deren Zwecken) und folglich mißbraucht wurden, was eine Definition wie die obige nur unterstützt. Und damit muss mal ein Ende sein. Der Koran war in seinen Grundzügen eine absolute Verbesserung für die Frau zu Mohammeds Zeiten, denn sie war Eigentum ohne Rechte, Mädchen wurden oft nach der Geburt getötet, weil damals nichts wert. Aber wie ein Gesetz, das erlassen wird und in manchen Dingen nicht mehr zeitgemäß ist, nach dem Willen des damaligen Gesetzgebers ausgelegt wird (aus dem Text der Gesetzesbegründung), wie die Bibel in einem absoluten Begründungskampf ausgelegt wurde von "Sie ward aus der Rippe Adams" zu "Er erschuf sie als Mann und Frau", so muss auch der Koran einmal ausgelegt werden nach dem, was ausgesagt werden sollte. Nicht Buchstabentreue führt hier weiter, sondern eben der Sinn und Zweck. Und war nicht der Sinn und Zweck, adäuquate Rechte für Frau und Mann auszudrücken. "Er schuf sie als Mann und Frau" wäre auch hier einmal anerkannt, denn auch in islamischen Familien sind die Frauen teilweise diejenigen, die die Brötchen verdienen. In der tunesischen Familie in der ich zu Gast war, verdienten Sohn und Tochter zu jeweils 50 % das Familieneinkommen. Dennoch durften weder Eltern noch Bruder wissen, dass sie raucht bzw. einen Freund hat (mit 26!). Im übrigen waren die 50 % nicht ganz 50 %, denn sie verdiente in der Computerbrache mehr als er. Wo ist da die "Verschiedenheit" wie oben beschrieben? Meiner Meinung nach ist es durchaus möglich, den Koran "Zeitgemäß" auszulegen (wird in Tunesien, wo es genehm ist ja auch getan, siehe Alkohol). Warum nicht überall und in allen Ländern? Ich kann nur hoffen, dass die Frauen sich weiter auf ihre Weise auflehnen, denn von aussen lässt sich da nichts machen und solange es nicht gegen völkerrechtlich anerkannte Menschenrechte geht, steht es uns auch nicht zu. Ich empfinde den Koran in mancher Hinsicht als Schutz für schwache Frauen, die es überall gibt, und er hat viel Gutes für Frauen, wenn MANN ihn nur lässt! So, das war das Wort zu meiner Rückkehr, ihr Männer, jetzt könnt Ihr auf mich einprügeln, Mädels, bevor Ihr es tun solltet, lest nochmal. Danke.
Dieser Beitrag wendet sich nicht gegen die Verfasserin des ersten Beitrags, sonder bezieht sich nur auf den Inhat der ersten Frage oben zitierten Buches.
Khomsa
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