FRAUEN IN DER ISLAMISCHEN WELT
Dem Koran nach ist der Mann prinzipiell der Frau überlegen. Allerdings ist dies nichts Neues, denn auch schon in der Antike, im Alten Orient und ebenso im Christentum war diese Auffassung schon gang und gäbe! Der Mann steht laut Sura 4,34 über der Frau, weil Gott ihn ausgezeichnet hat. somit wird die Vorangstellung des Mannes als gottgegeben und damit unabänderlich angesehen. Daneben spielt auch die wirtschaftliche Dominanz des Mannes über die Frau eine Rolle bei dieser Auffassung. Allerdings - auch wenn dies gerne vergessen wird - ist gerade der letzte Faktor nicht islamspezifisch und gilt für viele Länder der Erde.
Frühe Hadithe enthalten widersprüchliche Aussagen über die Bedeutung der Frauen, die von "Die ganze Welt ist etwas Genußvolles, das Genußvollste in ihr aber ist eine Frau" über " Ihr Frauen seid mir die liebsten Menschen" bis hin zu dem frauenfeindlichen Ausspruch: "Ich habe keine Versuchung hinterlassen, die schädlicher wäre für meine Gemeinde als die, die die Frauen für die Männer darstellen" reichen. Islamische Frauenfeinde bescheinigten den Frauen schon bald, dass sie dem Mann nicht gleichwertig seien. Parallel zu der Schöpfungsgeschichte der Genesis mit Adam als erstem Menschen, enthält der Koran in der zweiten Sure die Aussage, daß Eva, im Koran Hawwa genannt, aus einer Rippe des Mannes erschaffen worden ist.
In etlichen Versen wendet sich der Koran gleichzeitig an Frauen und Männer und zeigt mit genau diesen ethischen Weisungen, daß zwischen beiden kein Unterschied ist: Was muslimische Frauen und Männer sind, Männer und Frauen, die Gott demütig ergeben, die wahrhaftig, die geduldig, die bescheiden sind die Almosen geben, die fasten die darauf achten, daß ihre Scham bedeckt ist und die Gottes ohne Unterlaß gedenken - für sie alle hat Gott Vergebung und gewaltigen Lohn bereit (Sura 33, 35)
Die religiösen Vorschriften gelten für Frauen ebenso wie für Männer. Allerdings gibt es für die Frauen Ausnahmen: Frauen sollen während ihrer Menstruation im Ramadan nicht fasten, sie darf den Koran nicht berühren, sie darf die Moschee nicht. Aber - im Gegensatz zum jüdischen Glauben - führt der Kontakt mit einer menstruierenden Frau nicht zur Unreinheit. Die gleichen Bestimmungen gelten für Wöchnerinnen. "Rein" wird sie erst wieder durch die Waschung nach der Menses.
Den Hadithen zufolge kam es sehr früh schon zu Auseinandersetzungen darüber, ob Frauen das Haus verlassen dürfen, um in der Moschee zu beten. Theoretisch kann man das rituelle Gebet, mit Ausnahme des obligatorischen Freitagsgebets, ebenso gut zuhause verrichten wie auch in der Moschee. In einigen Hadithen ist die Rede davon, daß die Frauen zu Lebzeiten Mohammeds auch während der Nacht zum Gebet gingen. Die muslimischen Gelehrten empfehlen sehr bald, sie sollten die Moschee nach dem Ende des Gottesdienstes so schnell verlassen, "daß sie von den männlichen Gläubigen nicht mehr zu einem Gespräch eingeholt werden könnten."
Das Paradies wird Männern wie Frauen im Koran verheißen. Dem Koran zufolge ist Eva nicht die Schuldige am Sündenfall, da sie Adam verführt hat, sondern der Satan verführt beide (Sura 2.35) Aber die jüdisch-christliche Vorstellung von der Urschuld der Frau drang schon bald in den Islam ein und spätere islamische Gelehrte verbreiteten die Vorstellung von der Urschuld der Frau und fügten sie in den islamischen Glauben ein.
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