http://de.news.yahoo.com/020528/3/2s6qo.html

Dienstag 28. Mai 2002, 02:46 Uhr
Möllemann will sich bei Friedmann nicht entschuldigen

Hamburg (dpa) - Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann will sich nicht für seine Vorwürfe gegen den Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden, Michel Friedmann entschuldigen. Das machte Möllemann in der ARD-Talkshow «Beckmann» deutlich. Er empfahl dagegen, «die Emotionen runterzufahren». Beifall für seinen Äußerungen hatte Möllemann zuvor vom österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider bekommen. Möllemann distanzierte sich jedoch von Haider und nannte ihn einen politischen Rattenfänger.
http://de.news.yahoo.com/020527/3/2s6nl.html

Montag 27. Mai 2002, 23:13 Uhr
Möllemann empfiehlt im Streit mit dem Zentralrat Deeskalation

Hamburg (dpa) - Trotz seines Streits mit dem Zentralrat der Juden ist sich FDP-Vize Jürgen Möllemann des Rückhalts seiner Partei sicher. Seine Kritik am israelischen Regierungschef Ariel Scharon werde in der FDP fast uneingeschränkt geteilt, sagte Möllemann in der ARD-Talkshow «Beckmann». Wegen seiner kritisierten Äußerungen um Entschuldigung bitten, wie vom Zentralrat gefordert, wollte Möllemann auch auf ausdrückliche Nachfrage des Moderators nicht. Er sprach von sprachlicher Eskalation und empfahl, «die Emotionen runterzufahren».

http://de.news.yahoo.com/020527/71/2s6mg.html

Montag 27. Mai 2002, 22:22 Uhr
Israel wegen "Äußerungen gegen Juden" in Deutschland besorgt

Jerusalem (Reuters) - Beim Besuch des FDP-Chefs Guido Westerwelle im Nahen Osten hat sich Israels Ministerpräsident Ariel Scharon besorgt über anti-jüdische Äußerungen in Deutschland geäußert.

"Wir sind natürlich durch anti-semitische Ausdrücke und gegen die jüdische Gemeinde in Deutschland gerichtete Äußerungen beunruhigt", sagte Scharon am Montag in Jerusalem, während Westerwelle neben ihm saß. Scharon wies vor dem Gespräch mit Westerwelle auf die Bedeutung der israelisch-deutschen Beziehungen hin: "Deutschland selbst, die deutsche Regierung ist eine Israel besonders freundlich gesinnte Regierung. Deutschland ist einer der engsten Freunde Israels in Europa." Israel wolle die Beziehungen zu Deutschland stärken, die seit den 60er Jahren in der Regel gut gewesen seien.

Westerwelle ist in Israel zu Besuch, während in Deutschland die Diskussionen um Äußerungen des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Jürgen Möllemann weiter anhalten. Dieser hatte unter anderem Scharon vorgeworfen, er schüre durch die Militäreinsätze gegen Palästinenser anti-jüdische Empfindungen. Möllemann hatte zudem Israel eine Politik vorgeworfen, die internationales Recht "mit Füßen tritt". Dem Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, warf er vor, durch seine "intolerante und gehässige Art" den Antisemitismus zu fördern. Der Zentralrat hatte von Möllemann eine Entschuldigung verlangt.

Westerwelle will mit seinem Besuch eigenen Angaben zufolge Deutschlands Freundschaft mit Israel bestätigen. Es sei selbstverständlich, dass Anti-Semitismus, wo er auftauche, aufs Schärfste bekämpft werden müsse, sagte Westerwelle. Dies sei nicht nur eine Lehre der eigenen Geschichte, sondern auch eine Voraussetzung der menschlichen Würde, die jeder Demokrat verstanden habe. Zum Konflikt im Nahen Osten sagte Westerwelle, für seine Partei der politischen Mitte gebe es keine Entschuldigung für Terrorismus. Jeder Israeli habe ein Recht auf ein sicheres Leben in seinem Land.

Westerwelle will bei seiner Nahost-Reise auch mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat zusammenkommen.


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Montag 27. Mai 2002, 21:04 Uhr
FDP-Abgeordneter fordert von Möllemann Parteiräson oder Austritt

Heidelberg (dpa) - Der FDP-Bundestagsabgeordnete Dirk Niebel hat den Parteivize Jürgen Möllemann aufgefordert, sich an die Parteibeschlüsse zu halten oder auszutreten. Es gebe eine eindeutige Aussage des Mannheimer Parteitags zum Antisemitismus-Streit, sagte Niebel der «Rhein-Neckar-Zeitung». Indes musste sich FDP-Chef Guido Westerwelle bei seinen Gesprächen in Israel scharfe Kritik an der Haltung der FDP anhören. Der israelische Oppositionsführer Jossi Sarid sagte ein Treffen mit dem FDP-Chef aus Protest ab.


Claudia