Mädchenbeschneidung
Was tut UNICEF dafür.
1. Mädchen und Frauen stärken
Die Lehrerinnen der zehnmonatigen TOSTAN Kurse kommen in der Regel aus den Dörfern in denen sie die Grundbildungskurse abhalten. Sie wurden von den Bewohnern gewählt, an einer TOSTAN Schulung über Gesundheit, Kinderbetreuung, Menschenrechte und Möglichkeiten der
Problemlösung teilzunehmen. Dieses Wissen geben sie an die Frauen in den Dörfern weiter. Die Frauen sollen auch in andere Dörfer gehen und andere Frauen dazu ermutigen.
2. Schulbildung verbessern
In den 5 Regionen, in denen die Einschulungsrate besonders niedrig ist, unterstützt UNICEF die regulären Gemeindeschulen. Zunächst sollen 250 Dorfschulen für rund 12.000 Mädchen neu aufgebaut oder wiederbelebt werden. UNICEF erarbeitet gemeinsam mit TOSTAN Unterrichtsmaterial, in dem lebensnahe Inhalte wie Gesundheit und Hygiene Menschenrechte und berufliche Fertigkeiten vermittelt werden.
UNICEF bestärkt die Familien darin, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Hierfür stellt UNICEF auch Schulstipendien zur Verfügung.
3. Über Menschenrechte aufklären
Mit Unterstützung von UNICEF startet TOSTAN eine Informationskampagne zum Thema "Menschenrechte". In 5 verschiedenen Sprachen werden Poster, Broschüren, Radio- und Fernsehspots produziert, die über Gesundheit und die Gefahren der Beschneidung informieren.
Dabei geht es vor allem darum, die Stellung nicht beschnittener Frauen in der Gesellschaft zu verbessern. In die Initiative werden die religiösen Führer und Entscheidnungsträger des Dorfes eingebunden.
Menschenrechtsverletzung der Mädchen und Frauen
In den meisten Ländern der Welt werden Mädchen und Frauen in ihren Menschenrechten erheblich verletzt. In nahezu allen Lebensbereichen erfahren sie Geringschätzung und haben niedrige Überlebens- und Entwicklungschancen. Diskriminierung und Gewalt haben viele Gesichter: Mädchen werden schlechter ernährt und medizinisch versorgt als Jungen, dürfen seltener zur Schule gehen und müssen früher arbeiten. Viele werden Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt. In Kriegen werden Mädchen und Frauen gezielt vergewaltigt. Und auch die Familie ist für viele Mädchen und Frauen kein sicherer Ort. Neue
Studien bringen das ganze Ausmaß familiärer Gewalt gegen Mädchen und Frauen ans Licht. Eine extreme Missachtung von Mädchen und Frauen ist die sexuelle Ausbeutung. Als "Ware" werden sie in die Prostitution gelockt oder verschleppt.
Zahlen und Fakten:
In Südasien sterben jährlich ca. eine Million Kinder nur weil die Mädchen sind Ursache für die hohe Mädchensterblichkeit in den ersten Lebensjahren ist die Benachteiligung bei der med. Betreuung und Ernährung.
Weltweit fehlen nach unterschiedlichen Schätzungen rein statistisch 60 bis 100 Millionen Frauen, die Vernachlässigung und Gewalt zum Opfer gefallen sind.
Weltweit werden Millionen Mädchen und Frauen Opfer von Gewalttaten. Im Verborgenen und ungestraft werden Frauen von ihren Ehemännern vergewaltigt, geschlagen und misshandelt. In kriegen werden Mädchen und Frauen Opfer von systematischen Vergewaltigungen und sexueller Folter.
Von etwas 130 Millionen sechs- bis elfjährigen Kindern, die weltweit nicht zur Schule gehen, sind zwei Drittel Mädchen. In den meisten Entwicklungsländern werden Mädchen seltener eingeschlut als Jungen und brechen die Schule häufiger ab. Zwei Drittel der 900 Millionen Analphabeten sind Frauen.
Mädchen werden in besonderen Maße wirtschaftlich und sexuell ausgebeutet. Weltweit müssen Mädchen mehr arbeiten und erhalten weniger Lohn als Jungen. Schon mit 7 oder 8 Jahren müssen viele Mädchen in eigenen oder fremden Haushalten arbeiten. Schätzungsweise über eine Million Kinder, überwiegend Mädchen, werden jährlich in die
Prostitution gezwungen.
Warum sterben viele Mädchen und Frauen sehr früh???
Mädchensterblichkeit: Mädchen zählen nichts
Ende der 80-er Jahre waren in einer Klinik in Mumbai (früher Bombay) unter 8000 Abtreibungen 7.999 weibliche Föten. Viele Eltern die sich die Ultraschall und Fruchtwasser Untersuchungen nicht leisten können, töten weibliche Babys nach der Geburt oder lassen sie einfach
verhungern.
Die Mädchen die es überleben, werden oft nicht Älter wie 15 Jahre, oder erleben es gar nicht, da die Überlebenschancen schlechter sind wie bei Jungen.
Es liegt an der Benachteiligung von Mädchen bei der med. Versorgung und Ernährung.
Todesursache Schwangerschaft und Geburt
Durch die Mangelernährung der Mädchen, sind die meisten in einer med. und gesundheitlichen schlechten Verfassung.
Aids Tabu für Mädchen
Studien in verschiedenen Entwicklungsländern zeigen, dass das Risiko einer HIV Infektion größer ist als bei Jungen.
In Westkenia Beispiel weise sind 25 % der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren HIV positiv, dagegen nur 4 % der Jungen der gleichen Altersgruppen.
Schnitt in Körper und Seele: Genitale Verstümmelung
Die Verstümmelung weiblicher Geschlechtsorgane ist eine krasse Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen.
Jedes Jahr werden rund 2 Millionen Mädchen an ihren Geschlechtsorganen beschnitten. Das sind fast 6000 am Tag.
Insgesamt betroffen sind schätzungsweise 130 Millionen Mädchen und Frauen in 28 Ländern Afrikas sowie in einigen Ländern Asiens und des Mittleren Ostens. In Äthiopien, Eritrea sowie Gambia müssen sich rund 90 % aller Frauen der Beschneidung unterziehen.
Die meisten sind von ihnen zwischen 4 und 8 Jahren. Die Eingriffe reichen von der Abtrennung der Vorhaut bis hin zur Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen. Bei der extremen Form der Verstümmelung "Infibulation" genannt werden anschließend die Schamlippen bis auf eine maiskorngroße Öffnung mit Dornen, Nadeln oder Fäden zugenäht.
Die Prozedur wird in der Regel ohne Betäubungsmitteln mit Rasierklingen, Messern oder Glasscherben durch traditionelle Geburtshelferinnen oder Beschneiderinnen vorgenommen.
Viele sterben bei dem Eingriff durch Verblutungen oder an einer Blutvergiftung, andere leiden unter schweren Blutungen und Infektionen. Chronische Entzündungen und lebensgefährliche Komplikationen bei Geburten sind oft die Folge. Hinzu kommt der verlust der sexuellen Empfindungsfähigkeit.
Gewalt gegen Frauen
Neben alltäglicher Gewalt zählen Mord und Säureattentate.
Allein 1998 übergossen Männer die Gesichter und Körper von über 200 Mädchen und Frauen mit Batterie – Säure. Und dies nur weil Familien oder Töchter selbst ihre Heiratsgesuche abgelehnt hatten.
Vergewaltigung an Frauen und Mädchen in Kriegen
Ziel dabei ist es die Bevölkerung zu terrorisieren und zu vertreiben, den Gegner zu demütigen und seine Kultur zu zerstören. Mit den Verbrechen an einzelnen Frauen sollen Gemeinschaften kollektiv vernichtet werden.
Nach einer Untersuchung der Europäischen Union wurden zwischen 1992 und 1995 in Bosnien mehr als 20 000 muslimische Frauen vergewaltigt.
Auch in Ruanda wurde Vergewaltigung systematisch als Waffe
eingesetzt. Gräueltaten an frauen in Kriegssituationen sind durch besondere Grausamkeiten gekennzeichnet.
Bildungsmisere ist geschlechtsspezifisch
Mädchenarbeit ist unsichtbar und unterbezahlt
Kinderprostitution und Mädchenhandel
In Indien gibt es nach Schätzungen etwas 400.000 bis 500.000 minderjährige Prostituierte, in Thailand wird ihre zahl auf 200.000 bis 400.000 und auf den Philippinen auf 40.000 bis 60.000 geschätzt.
In Vietnam gibt es etwas 20.000 Kinder und Jugendliche die ihre Körper verkaufen müssen.
In Brasilien liegt die zahl sexuell ausgebeuteter Kinder vermutlich zwischen einer viertel und einer halben Million.
Die zahl minderjähriger Prostituierter in den USA wird von der Organisation "Defense for Children" auf 300.000 geschätzt.
Informationen haben ich zusammen getragen aus UNICEF Materialien wer weitere Fragen oder Infos möchte kann mich sehr gern darauf ansprechen oder mich per Mail darum Bitten: Poser.Claudia@gmx.de
Original von Claudia Poser