Nahost
Mindestens sechs Tote und 89 Verletzte bei Jerusalemer Attentat [zurück]

Jerusalem (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag an einer Bushaltestelle in Jerusalem sind am Freitag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Meldungen von Radio Israel wurden außerdem 89 Menschen verletzt, acht von ihnen lebensgefährlich, als sich der weibliche Attentäter an einer belebten Haltestelle in die Luft sprengte. Zu dem Anschlag in der belebten Jerusalemer Jaffa- Hauptstraße bekannten sich die Al-Aksa-Brigaden, die als bewaffneter Arm der Fatah-Bewegung von Jassir Arafat gelten.

Nach Angaben des Jerusalemer Polizeichefs sprengte sich die Attentäterin in die Luft, als sie daran gehindert wurde, zunächst in einen scharf bewachten großen Lebensmittelmarkt und dann in einen Bus einzudringen. Palästinensische Quellen in Gaza-Stadt berichteten, es habe sich um die Palästinenserin Nidal Daraghama aus Dschenin im Westjordanland gehandelt. Das dortige Flüchtlingslager war von israelischen Truppen in den letzten Tagen nach schweren Kämpfen besetzt und nach Angaben neutraler Beobachter verwüstet worden. Dabei sollen mehr als 100 Palästinenser getötet worden sein. Die Palästinenser sprachen von einem «Massaker» mit mehreren hundert Toten.

Zuletzt waren bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe von Haifa am Mittwoch acht Israelis und der Attentäter getötet worden.

Der neue Anschlag überschattete die Vermittlungsbemühungen von US- Außenminister Colin Powell, der kurz zuvor vier Stunden lang mit dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon über Auswege aus der dramatischen Konfliktsituation im Nahen Osten verhandelt hatte. Powell hatte Verständnis für Israels Kampf gegen terroristische Akte gezeigt, aber gleichzeitig die zügige Aufnahme von Verhandlungen angemahnt.




© dpa - Meldung vom 12.04.2002 17:48 Uhr

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Ich fand schon interessant wo die Frau herkam, es zeigt auf alle Fälle, dass der blutige Weg die "Terroristen" zu jagen - nicht der Richtige sein kann.

Ines