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Re: Palästina: was geschieht im Nahen Osten?
#46658
09/04/2002 13:04
09/04/2002 13:04
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Joined: Jan 2002
Beiträge: 1,414 Planet Erde
Jens
Member
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Joined: Jan 2002
Beiträge: 1,414
Planet Erde
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Als Anregung habe ich noch einen Protestbrief gefunden, den man nach seinen eigenen Vorstellungen umformulieren kann. Er stammt von einem Karmelitenpater. Zitat: Sehr geehrter Herr Premierminister Sharon, sehr geehrter Herr Außenminister Peres, sehr geehrter Herr Botschafter Stein,
gestatten Sie mir, dass ich mich bei Ihnen zur politischen Situation im Heiligen Land zu Wort melde. Vor allem als Christ ist es mir nicht gleichgültig, was im Ursprungsland unseres Glaubens geschieht. So verfolge ich seit Jahren das Geschehen im Heiligen Land. Für mich ist nicht mehr hinnehmbar, was Ihre Regierung seit 17 Monaten auf der politischen und militärischen Ebene an Aggression gegenüber dem palästinensischen Volk praktiziert. Jüngste Beispiele dafür sind die Zerstörung der ca. 70 Häuser in Gaza, die Sprengung der Rundfunkstation in Ramallah, die ständigen Besetzungen der Städte im autonomen Gebiet von Palästina.
Ich möchte mit aller Entschiedenheit gegen dieses aggressive Vorgehen protestieren. Auch ich verurteile aufs schärfste die Attentate palästinensischer Selbstmordattentäter. Mit gleicher Schärfe aber verurteile ich auch die tägliche Praxis Ihrer Regierung, die mutmaßliche Attentäter ohne Gerichtsurteile liquidiert und dabei den Tod unschuldiger Menschen in Kauf nimmt, die gezielt Zivilisten - Kinder, Jugendliche und Frauen - erschießt und als Vergeltung von Attentaten in Israel das ganze palästinensische Volk in Sippenhaft nimmt. Es kann ja wohl nicht sein, dass das, was auf Ihrer Seite "Terror" genannt wird, auf der anderen Seite von Ihnen für gleiches Handeln als "Schutz und Sicherheitmaßnahme" definiert wird. Ich protestiere dagegen, das dem palästinensischen Volk jede menschliche Würde aberkannt und ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit nicht erlaubt wird.
Von Tag zu Tag bestärkt mich das Vorgehen Ihrer Regierung in meiner Meinung, dass Ihre in der Politik Verantwortlichen aus der Geschichte die falschen Konsequenzen ziehen. Die Methoden von Vergeltung und "Immer nur schneller sein" als der andere machen ein friedliches Leben unter Nachbarn unmöglich. Kann die Antwort auf Gewalterfahrung immer nur noch mehr Gewalt, stärkere Gewalt, "überlegenere" Gewalt sein? Auch Besatzung und Besetzung von Land, das Israel per Vertrag nicht gehört, ist Gewalt, und zwar eine ständig andauernde.
Ich frage Sie: Aus welchen Gründen soll sich ein Volk, dem seit über 50 Jahren alles genommen und ein menschenwürdiges Leben nicht gegönnt wird, nicht wehren? Haben die Menschen in Bethlehem, Hebron, Gaza oder Jenin weniger menschliche Würde als die in West-Jerusalem, Nazareth oder Tel Aviv? Wie soll eine palästinensische Regierung ihre staatlichen Aufgaben und ihre Verantwortung ausüben, wenn die israelische Regierung die dafür notwendige Infrastruktur ständig durch Raketen zerstört? Kein Land der Erde dürfte es sich erlauben, den souverän gewählten Präsidenten über Wochen in Arrest zu setzen.
Ich klage an, dass Sie dem palästinensischen Volk keine Chance geben, ein Land aufzubauen, das auch in Frieden mit Israel leben kann. Stattdessen tun Sie durch immer neue Provokationen alles, um Palästinenser zu weiteren Terrorakten zu provozieren. Sie legen die Messlatte für den Beginn neuer Verhandlungen und Abkommen so hoch, dass es von vornherein unmöglich ist, darüber zu springen. Darum unterstelle ich Ihrer Regierung, dass Sie keinen Frieden wollen und alles unternehmen, damit der Friede keine Chance bekommt.
In unserer Bevölkerung mehren sich Gott sei Dank hörbar die Stimmen, die das Vorgehen Ihrer Regierung verurteilen und keinerlei Verständnis mehr dafür aufbringen. Unsere Nachkriegs-Generation ist nicht mehr bereit, sich auf Grund unserer Geschichte mit Ihrem Volk Zurückhaltung auferlegen zu lassen und zu schweigen, wenn Unrecht geschieht.
Daher bitte ich Sie und Ihre Regierung, den Terror gegenüber dem palästinensischen Volk unverzüglich zu beenden und einen ernst zu nehmenden Dialog mit der palästinensischen Regierung wieder aufzunehmen. Ich bitte Sie: geben Sie dem palästinensischen Volk die durch Verträge vereinbarten Gebiete zurück! Beenden Sie die Siedlungspolitik und akzeptieren Sie einen palästinensischen Staat an der Seite Israels.
Ich bin davon überzeugt, dass nur auf diesem Wege auch die israelische Bevölkerung wieder ihren Alltag ohne Angst vor terroristischen Anschlägen und in Frieden leben kann, denn nur im gegenseitigen Respekt voreinander ist ein menschenwürdiges Leben beider Völker in Frieden im Heiligen Land möglich. Leitwort für diesen Friedensprozeß kann nur sein: "TWO PEOPLES, TWO STATES, ONE FUTURE"
Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für einen dauerhaften Frieden im Heiligen Land
Quelle: http://www.christkoenig.org/jugend/protest.html
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