Umm Habiba die zehnte Mutter der Gläubigen Umm Habiba, mit dem Eigennamen Ramla, ist die Tochter des Abu Sufyan, des berühmten mekkanischen Führers vom Stamme Kunana. Sie war zuvor mit 'Ubaid Allah ihn Gahs, dem Cousin Muhammads (s.a.s.) verheiratet gewesen. Der Ehevertrag mit Muhammad (s.a.s.) wurde während ihres Aufenthalts in Abessinien abgeschlossen. Sie nahm an der ersten Emigration nach Abessinien teil. Dort wurde auch ihre Tochter Habiba geboren. Umm Habiba hatte eines Tages einen fürchterlichen Traum über ihren Mann.Am nächsten Morgen erfuhr sie, daß ihr Mann 'Ubaid Allah seine Religion aufgegeben hatte und Christ geworden war. Sie war dadurch gezwungen, mit ihrer Tochter allein zu leben, was sie sehr beschämte, und sie fühlte sich einsam. Da kam eines Tages eine Botschafterin des Königs von Abessinien mit der frohen Nachricht, daß Muhammad (s.a.s.) um sie geworben hatte. Voller Freude über diese Botschaft, schenkte sie der Überbringerin dieser Nachricht zwei ihrer silbernen Armbänder. Sie gab Halid ibn Said ibn Al-As ibn Abd Sams, die Vollmacht, den Ehevertrag abzuschließen. In Medina feierten die Muslime den Sieg von Haibar, die Ankunft der Emigranten und die Hochzeit Muhammads (s.a.s.) mit Umm Habiba. Das Verhältnis zwischen den Muslimen und den Mekkanern war zu dieser Zeit sehr getrübt. Die Mekkaner brachen die Vereinbarung mit den Muslimen, dem sogenannten Versöhnungsabkommen von Al-Hudaibiya, in dem sie den Muslimen nicht erlaubten, Mekka zu betreten.Umm Habiba war befangen, da ihr Vater der Führer der Mekkaner war, und so war ihr Verhältnis zu den anderen Frauen des Propheten (s.a.s.) beeinflußt. Jedoch war Umm Habiba bereits 40 Jahre alt und konnte ihr Leben gegenüber dem Propheten (s.a.s.) und den anderen Frauen gut führen. Umm Habiba war eine große Persönlichkeit und eine gute Gläubige. Die Mekkaner versuchten ihr Abkommen mit den Muslimen, den Vertrag von Al-Hudaibiya, um weitere zehn Jahre zu verlängern. Abu Sufiyan, der Vater Umm Habibas sollte mit dem Propheten (s.a.s.) verhandeln. Er nutzte diese Gelegenheit um zunächst mit seiner Tochter zu sprechen.Als er sich auf das Bett des Propheten (s.a.s.) setzen wollte, entgegnete Umm Habiba ihm scharf "Dies ist das Bett des Gesandten Allahs und du bist ein Heide." Abu Sufiyan verließ ihr Haus und ging zum Propheten (s.a.s.), um sein Verlangen vorzulegen. Muhammad (s.a.s.) gab ihm keine Antwort, worauf Abu Sufiyan einen Vermittler suchte. Er bat Abu Bakr um Vermittlung, dieser lehnte jedoch ab. Dann ging er zu 'Umar, der ihm ebenfalls scharf ablehnte. Zuletzte wandte er sich an 'Ali ibn Abi Talib, der auch nicht als Vermittler eintrat. Danach kehrte er erfolglos nach Mekka zurück. Nicht lange danach zogen die Muslime mit ca. 10.000 Mann in Richtung Mekka und nahmen es ohne Kampf. Darauf nahmen Abu Sufiyan, sowie die anderen Führer von Mekka den Islam an. Umm Habiba führte ein glückliches Leben im Hause des Propheten (s.a.s.). Sie überlebte seinen Tod und verstarb im Jahre 50 n.H. während der Regierungszeit ihres Bruders Muawiya. Sie wurde in Al-Baqiya begraben.