Safiya bint Huyaiy ibn Ahtab, die neunte Mutter der Gläubigen

Am Anfang des siebten Jahres n.H, im Monat AlMuharram, bereitete der Prophet (s.a.s.) sich auf den großen Kampf gegen die Juden vor. In der Mitte des Monats griff Muhammad (s.a.s.) die Juden in Haibar an und besiegte sie nach einem schweren Kampf. Unter den Gefangenen befand sich auch Safiya bint Huyaiy, deren Abstammung auf den Propheten Harun (a.s.) zurückzuführen war. Sie war erst 17 Jahre alt und schon zweimal verheiratet gewesen. Ihr erster Mann war ein jüdischer Dichter namens Salman ibn Miskam. Ihr zweiter Mann war Kunana ibn Ar-Rabic, der von den Muslimen, wegen seiner Lüge und Verweigerung das Vermögen des Bau An-Nadir dem Propheten (s.a.s.) auszuhändigen, ermordet wurde.Muhamrnad (s.a.s. ) erblickte Safiya bei der Übergabe der Gefangenen. Sie erschien ihm (s.a.s.) tief besorgt und war sehr ruhig. Muhammad (s.a.s.) umhüllte sie mit seinemMantel, ein Zeichen, daß er (s.a.s.) sie für sich ausgesucht hatte. Der Prophet (s.a.s.) bot ihr an, sie zu heiraten, worauf sie antwortete: "Ich hab mir dies im Heidentum gewünscht, wie wird es sein, nachdem mich Allah jetzt zum Islam führte.?" Als die Muslime nicht weit von Haibar ihr Lager aufschlugen, wollte der Prophet (s.a.s.) mit ihr die Ehe eingehen. Safiya jedoch lehnte ab. Als sie dann ein zweites mal ihr Lager kurz vor Medina aufschlugen, erklärte sich Safiya zur Heirat bereit. Muhammad (s.a.s.) wollte von ihr wissen, warum sie das erste mal abgelehnt hatte. Sie erzählte ihm (s.a.s.) von einem Traum, den sie gehabt hatte. Am Tag ihrer Hochzeit mit ihrem zweiten Mann Kunana träumte sie vom Mond, als wäre er in ihren Schoß gefallen. Sie erzählte diesen Traum Kunana, der zu ihr sprach, daß dies ihr Wunsch sei, den König von A1-Higaz, d.h. Muhammad (s.a.s.) zu heiraten. Darauf schlug Kunana Safiya so, daß die Wunde immer noch zu sehen war. Als Muhammad ( s.a.s. ) nach Medina kam, brachte er Safiya erst einmal ins Haus seines Gefährten Harita ibn An-Nucman, um für sie eine Wohnung vorzubereiten. Als Aischa von dieser Heirat erfuhr, eilte sie sofort zum Hause des An-Nucman, um Safiya zu sehen. Der Prophet (s.a.s.) beobachtete sie, zeigte sich ihr aber nicht. Als Aischa aus dem Hause kam, fragte der Prophet (s.a.s.) sie, was sie gesehen hatte. Aischa antwortete:" Ich habe eine Jüdin gesehen." ,\luhammad (s.a.s.) entgegnete ihr, sie solle so etwas nicht sagen, denn Safiya nahm den Islam an und war eine gute Muslima. Als Safiya später ins Haus des Propheten (s.a.s) kam, bemühte sie sich mit allen zurechtzukommen. Aischa war sehr eifersüchtig auf sie, da sie eine schöne Frau war. Sie und Hafsa haben Safiya des öfteren mit "Jüdin" oder "Fremde" bezeichnet, da sie nicht aus dem Stamme der Qurais kam. Muhammad (s.a.s.) gab ihr den Rat, sich nicht zu ärgern und ihnen zu erwidern: "Wie sollt ihr besser als ich sein! Ist doch mein -Mann Muhammad, mein Vater Harun und mein Onke lMusa." Nach dem Tod Muhammads (s.a.s.) führte sie ein ruhiges und frommes Leben. Sie mußte jedoch am politischen Kampf zwischen dem dritten Khalifen 'Utman und 'Ali ibn Abi Taub teilnehmen. Sie stand an der Seite des dritten Khalifen und versorgte ihn. In der Regierungszeit von Muawiya im Jahre 50 n.H. starb Safiya und wurde ebenfalls in Al-Baqiya begraben.