Hab den Artikel gefunden, war auf einer Seite von Proasyl.de versteckt...hier nur ein Auszug (war ziemlich lang):
Religiöse Minderheiten:
...Die Kulturpolitik der Islamischen Republik gegenüber religiösen Minderheiten ist eine Politik der Intoleranz und Diskriminierung. Unter dem Vorwand, christliche Schulen seien getarnte "Spionagenester", wurden nach der Revolution einige dieser Schulen geschlossen. In einer "Antwort" für Papst Johannes Paul II, der Khomeini gebeten hatte, die Wiedereröffnung einer christlichen Schule zuzulassen, rechtfertigte dieser persönlich die Schließung solcher Schulen. Um die "Spionagetätigkeiten" zu verhindern, setzte man muslimische Leiter an die Spitze der Schulen der religiösen Minderheiten, die dann zum Teil die Schraube der Intoleranz so hoch drehten, daß sie nicht-muslimische Kinder dazu zwangen, islamische Parolen wie "Allah Akbar" nachzusprechen.
1984 beschloß der Oberste Rat für Bildung und Erziehung, daß in den Schulen der religiösen Minderheiten auch der Religionsunterricht nur in persischer Sprache abgehalten werden darf.
Selbst in rein religiösen Angelegenheiten und im kulturellen Bereich können religiöse Minderheiten ihre verfassungsmäßigen Rechte nicht genießen. 1985 wurde der Antrag der Iranischen Bibelgesellschaft auf die Herausgabe einer persischsprachigen Bibel mit der Begründung abgelehnt, daß der "Druck und Vertrieb der Heiligen Schrift in persischer Sprache überprüft werden muß." Empört reagierte die Bibelgesellschaft auf diese Entscheidung und versuchte die Verantwortlichen beim Ministerium für Kultur und islamische Führung mit Hinweis auf ihre in der Verfassung genannten Rechte umzustimmen - vergebens.
Noch heute ist der Vertrieb der Bibel verboten. 1991 wurden 20.000 Exemplare des Neuen Testaments beschlagnahmt und bis heute nicht zurückgeben.
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Im Dezember 1995 besuchte der Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission für Fragen der religiösen Intoleranz, Abdelfattah Amor, die IRI. In seinem Bericht bestätigte er einmal mehr den willkürlichen Umgang mit religiösen Minderheiten. So werden religiöse Minderheiten mit ethnischem Bezug, wie armenisch oder assyrisch, anders behandelt als diejenigen ohne diesen Bezug, wie etwa Juden und konvertierte Muslime oder andere Christen. Letztere stoßen bei der gesetzlichen Anerkennung auf mehr Schwierigkeiten. Sie sehen sich dem Druck starker Überwachung durch staatliche Organe ausgesetzt. Ihre Gemeinden werden aufgefordert, ihre Gottesdienste nicht mehr in persischer Sprache abzuhalten. Offensichtlich macht sich der Staat Sorgen darüber, daß in den letzten Jahren immer mehr junge IranerInnen zu anderen Glaubensgemeinschaften konvertieren, weshalb von den kleinen Gemeinden verlangt wird, konvertierte Muslime nicht aufzunehmen.
Abdelfattah Amor spricht in seinem Bericht von 15.000 konvertierten Muslimen in diesen Gemeinden. Es sei ein Phänomen, schreibt er, daß ihre Zahl stetig zunimmt, obwohl in der IRI jede Art von Missionierung und auch die Konvertierung von Muslimen zu anderen Religionen untersagt sei. Mehdi Dibadj, ein konvertierter Muslim, wurde von einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt. Nach weltweiten Protesten wurde er freigelassen, um dann allerdings wenige Tage später tot auf der Straße aufgefunden zu werden.
Der christlichen Gemeinde "Universal Church" wird seit der Revolution die Anerkennung als religiöse Minderheit verwehrt, obwohl die Verfassung zwischen den unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen nicht unterscheidet.
In mehreren Städten wurde die Schließung von Gebetsstätten und Versammlungsräumen angeordnet und in Orumieh darf die christliche Gemeinde nur einmal wöchentlich zu religiösen Zwecken zusammenkommen.
Auch die jüdische Gemeinde befürchtet zunehmende Repressalien, nachdem 1994 der 80 Jahre alte jüdische Rabbi und Leiter der Teheraner jüdischen Gemeinde Fazlollah Makubat nach langjähriger Haft wegen des Vorwurfes der Spionage für Israel hingerichtet wurde. (Quelle: Lagebericht des AA, Mai 1996)
Aufgrund dieser staatlich angeordneten und seit der Errichtung der IRI andauernden religiösen Intoleranz und Diskriminierung hat eine große Zahl Angehöriger der anerkannten religiösen Minderheiten das Land verlassen. Die Zahl der Zoroastrier ist von rund 60.000 vor der Revolution auf ca. 33.000, die der Juden von 70.000 auf ca. 20.000 und die Zahl von Angehörigen der christlichen Gemeinden von insgesamt etwa 250.000 auf 120.000 zurückgegangen.