Hallo, ich war lange nicht mehr hier, habe gerade gelesen, was ich verpasst hatte.
Also mit der Heirat zwischen Christen und Muslimen kann ich Euch natürlich nur zustimmen, wenn ihr sagt, jeder soll glücklich werden mit wem er will.
Aber es gibt diese Regel ja, heutzutage ist die völlig überflüssig. Ich glaube nicht, dass man die Begründung so formulieren kann wie du es gemacht hast, Claudia. Es ist nicht so, dass davon ausgegangen wird, dass der Muslim den Glauben der Christin besser respektiert als umgekehrt.
Man muss dabei glaube ich überlegen, wann dieses Gebot entstanden ist, nämlich im 7. Jh., als die Leute noch teilweise Nomaden waren, vor allem da, wo dieses Gebot entstanden ist. Da ist es dann so gewesen, dass die Frau, wenn sie geheiratet hat, den Stamm der Familie verlassen hat und zu den Angehörigen des Mannes gegangen ist. Es ist davon auszugehen, dass die Frau, die dann ja unter Christen leben würde, ihren Glauben nicht mehr ausüben kann.
Umgekehrt, die Christin bei Muslimen kann ihre Religion dann vielleicht auch nicht mehr in dem Masse ausüben wie vorher, aber das ist schlicht und ergreifend egal, weil dieses Gebot nicht für die Christen, sondern für die Muslime gemacht ist.
Und jetzt sind wir bei dem, was Jens gesagt hat. Ich verstehe solche Gebote ja, sie sind für eine Zeit gemacht, in der sie logisch waren. Heute ist das aber nicht mehr so. Wenn mein Bruder eine Tunesierin aus Tunesien mit nach Deutschland bringt, dann kann sie ihre Religion hier heute in Deutschland genauso gut ausleben wie sie es in Tunesien kann.
Deshalb habe auch ich ein Problem mit Religion im allgemeinen. Alte Regeln, an denen man nicht rütteln darf, weil "es schon immer so war". Im Christentum kann ich mich wenigstens noch über das hinwegsetzen, was der Papst sagt, auch wenn ich dann eine schlechte Christin bin. Aber im Islam einfach zu ignorieren, was im Koran steht, das geht nicht so einfach. Immerhin ist es Gottes Wort, das kann man nicht einfach vom Tisch wischen. Naja, dann stehe ich eben vor dem Problem, daß im Koran Sachen stehen, die heute keine Berechtigung mehr haben. Wie zum Beispiel diese Eheverbot.
Ich weiss , dass ich mit diesem letzten Satz vielleicht einige Leute bleidigt habe, ich meine es aber nicht böse. Ich will niemanden beleidigen. Ich habe eben dieses Problem und auch kein Muslim konnte mich bisher von diesem Problem erlösen, egal wie tief gläubig er war. Ich musste mir in Diskussionen über Religion auch schon anhören, dass Jesus ein Hurensohn war. (entschuldigt für die Ausdrucksweise, aber das hat mir ein Jude wirklich mal gesagt.) Entweder man diskutiert oder nicht. Deshalb möchte ich nochmal um Nachsicht bei denen bitten, die sich vielleicht angegriffen fühlen. Immerhin ist der Islam die Religion, die mich am meisten anspricht von allen dreien, wenn es nicht diese eine Sache gäbe: Koran = Gott
Eine Muslimin hat mich mal ausgelacht bei dem Gedanken, Jesus = Gott. Ich weiss nicht, was da schwieriger vorzustellen ist!
Viele Grüße
Tina