Wie ich den Glauben Islam sehe und wie ich ihn lebe?
Ich versuch es mal in kompakter Form anzudeuten.
Als ich als kleiner Junge angefangen habe zu denken, wollte ich nicht einfach in irgend einen Glauben geboren werden. Es hat mich gestört, dass mir einfach gesagt wurde „ du bist jetzt Moslem und Basta „. Ich dachte die Juden und die Christen denken ja auch von sich, dass sie den wahren Glauben hatten. Immer die Geschichte von dem Vater, seinen Söhnen und den Ring aus „ Nathan der Weise „, die mir schon früh erzählt wurde, im Hinterkopf. Vielleicht war es auch diese Geschichte, die mich angespornt hat mehr über die 3 Weltreligionen zu erfahren. Dass es Gott gibt, war mir von vornherein schon klar. Diese vollkommene Natur ( Nahrungskette, Anatomie u.s.w.). Ich brauchte nur in den Spiegel zu schauen und wusste Gott ist da. Also habe ich mir erstmal die Tora besorgt und darin gelesen. Was mich bei dem Judentum gestört hat, ist, dass die Tora davon ausgeht, dass Juden eine viel wertvollere und höhere Stellung als Andersgläubige haben. Dass sie die Einzigen seien, die Auserwählten seien, die in den Himmel kommen. Eine solche Denkungweise, dass ich besser als andere sei, war auf jedenfall nichts für mich.
Also besorgte ich mir die Bibel. Aber in der Bibel sind mir so viele Widersprüche aufgefallen und spätestens als ich plötzlich eine zweite, andere Fassung der Bibel in der Hand hatte, wusste ich, das sind zum größten Teil nicht Gottes Worte, sondern die Werke irgendwelcher Menschen. Nichts für mich.
Dann nahm ich den Koran in der Hand. Ich hab damals auch ein Buch voller Widersprüche erwartet. Ein Buch, dass die Stellung einiger von anderen erhebt. Doch was ich gelesen habe war ganz anders. Es war bzw. ist vollkommen, frei von Widersprüchen, ergreifend bei der Wortwahl, gleichstellend aller Menschen, fürsorglich gegenüber den Armen, uns allen gegenüber, und mit voller Logik zu verbinden. Es war/ist verurteilend gegenüber dem, was ich vorher erkannt habe ( die Juden werden gefragt, wer ihnen denn versprochen habe, sie würden als Einzige in den Himmel kommen, die Christen werden dafür angeprangert, weil sie Gottes Wort verändert haben, wenn erwünscht such ich die Stellen raus), es war/ist ein Buch dass das Wissen und das ständige Lernen von neuem Wissen von Männern wie von Frauen verlangt, welches jeden auffordert sich weiterzubilden. Unter diesem Buch wären Leute wie Sokrates wegen der Verbreitung "naturwissenschaftlicher" Lehren über Sonne, Gestirne und Erscheinungen am Himmel nicht zum Tode verurteilt worden.
Dies alles und noch viel viel mehr ( es ist viel zu viel um es hier auszuführen) hat mich inspiriert und mich angespornt noch viel viel mehr über diesen Glauben zu erfahren. Bei dieser Erkenntnis, habe ich Gott gedankt. Denn Gott hat es mir leichter gemacht als vielen anderen. Und zwar in der Hinsicht, dass er mich schon als Moslem das Licht der Welt erblicken ließ. Und ich dadurch schon mit meinem Glauben aufgezogen wurde. Ich muss nicht, wie viele andere, erst mal mich dazu bringen Informationen über die Lebensweise eines Moslems zu besorgen, um dadurch Gottes Wünschen gerecht zu werden. Ich muss mich nicht überwinden, plötzlich ein Zehntel meines Einkommens als Zakat zur Verfügung zu stellen. Ich bin mit Zakat aufgewachsen. Ich muss mich nicht plötzlich dazu bringen einen Monat zu fasten, weil ich schon meine ganze Jugend lang gefastet habe.
Deshalb bewundere ich auch so die Leute, die zum Islam übertreten.
Jetzt hab ich schon soo viel geschrieben. Ich hoffe ihr habt einen kleinen Eindruck über meine Gedanken gewinnen können. Wie sieht es denn bei euch aus. Was hat euch am Islam so fasziniert?