Beschneidung

Das Beschneiden von Mädchen wird nach wie vor in verschiedenen Ländern praktiziert. Mädchen werden rund in 40 Ländern beschnitten. Hauptsächlich in Ost- und Westafrika, aber auch auf der arabischen Halbinsel und in Asien. Schätzungen gemäss sind jährlich 2 Millionen Mädchen davon betroffen, in der Regel zwischen 6 und 15 Jahre alt. Der Eingriff wird je nach Land von Beschneiderinnen ausgeführt, welche in diesen Gemeinschaften ein hohes Ansehen geniessen, sie arbeiten aber oft unter unhygienischen Bedingungen, benützen Rasierklingen, Messer oder auch Glasscherben. Vielfach wird die Beschneidung ohne Narkose durchgeführt. Für viele betroffene Mädchen endet der Eingriff tödlich, weil die hinter den Genetalien liegende Arterie aufgeschnitten wurde. Für welche die es überleben haben diese Eingriffe extreme Schmerzen, hoher Blutverlust, Infektionen und Frigidität zur Folge. Ber der Beschneidung werden die ganze Klitoris und die Schamlippen weggeschnitten und die Vagina anschliessend bis zu einer kleinen Öffnung, für den Urin und das Menstruationsblut, zugenäht. Der Geschlechtsakt wird zur schmerzhaften Qual und das Gebären ist nur möglich nach einer Öffnung der Naht, welche zusätzlich heftige Schmerzen nebst dem Geburtsakt zur Folge hat und hohe Reissgefahr (Dammriss) in den genitalen Bereichen.

In Europa gilt die Beschneidung als unmenschliche Behandlung im Sinne von Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Dennoch bedenklich ist, dass 90% der alsylsuchenden Frauen, welche einer drohenden Verstümmelung entgehen wollen, das Asyl wegen "mangelnder Glaubwürdigkeit" verweigert wird, während 80% der Menschen welchen Asyl genehmigt wird, sind Männer. Die Frauen werden ihrem Schicksal und der Verstümmelung überlassen. Handelt so ein fortschrittlich denkendes Europa? Bedenklich! Hilfswerke haben sich zum Ziel gesetzt, die Beschneidung dort zu bekämpfen, wo sie ihren Ursprung hat und die Frauen selber über ihre Rechte aufzuklaren. Die Hilfswerke baden wieder einmal mehr das aus, wo die Politik versagt.

Unbeschnittene Frauen werden von ihrer Gemeinschaft wie Aussätzige behandelt. Sie gelten als unehrenhaft und unrein. Kein richtiger Mann würde eine solche Frau heiraten und niemand würde das von ihr zubereitete Essen anrühren (unicef-magazin) Die Beschneidung soll Jungfräulichkeit und sexuelle Treue garantieren. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass die Beschneidung vom Islam und Christentum vorgeschrieben sei.

Es handelt sich hier meiner Ansicht nach um extremes Patriarchat, welches eingeführt wurde, um das Matriarchat, das in diesen Ländern vor rund 300-500 Jahren noch herrschte im Eiltempo zu zerschmettern und auf diesem Weg, die Herrschaft des Mannes über die Frau zu garantieren. Konfuserweise vetreten nun die Frauen selber diese Tradition, welche sie körperlich und geistig erniedrigt. Verbreitet ist der Glaube, die Beschneidung sei der Schlüssel zum ehelichen Glück, das nicht selten unerfüllt bleibt. Tatsache ist, dass der Geschlechtsakt und die Geburt zur schmerzhaften Qual werden. Immer mehr Frauen aber beginnen nun sich dagegen zu wehren und begehren auf. Doch für sie ist es schwer, sich alleine in der Gemeinschaft zu behaupten.