Einleitung: Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Gnädigen
Die Moderne Gesellschaft, in der wir leben, wird im wesentlichen durch zwei
Grundzüge gekennzeichnet; Individualismus und Pluralismus. Individualismus
in Form von Lebensgestaltung, Pluralismus in Form von Vielfalt der
Möglichkeiten. So entwickeln sich Deutschland und Europa mit ihrem
pluralistischen Charakter zu einer multikulturellen Gesellschaft, in der die
Vielfalt der Möglichkeiten eine dominierende Rolle spielen wird. So leben in
der Bundesrepublik annähernd drei Millionen, in Europa fünfunddreißig
Millionen und weltweit über eine Milliarde Muslime.

Trotzdem herrschen auch in Deutschland viele Missverständnisse und
Vorurteile über den Islam und die Muslime. Die Gründe hierfür liegen erstens
darin, dass die meisten Muslimen vor sprachlichen Barrieren stehen und ihr
Anliegen/Glauben nicht zum Ausdruck bringen könne. Zweitens tragen die
hiesigen Medien, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, wenig zur
Richtigstellung von falschen Informationen über den Islam bei. Kopftuch,
Koranschulen, Fundamentalismus, Terror sind die Schlagwörter, die in diesem
Zusammenhang mit Muslimen bzw. dem Islam tagtäglich über die Medien auf uns
einprasseln. Nun ist aber auch in unserem Land ein friedliches Miteinander
nur möglich, wenn bestehende Vorurteile abgebaut werden und nicht ständig
neue hinzukommen; denn von Vorurteilen ist es zu einer Ver-Urteilung nicht
mehr weit. Drum bitten die Sioux-Indianer in einem ihrer Gebete

" Oh großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, eher
ich nicht eine Meile in seine Mokassins gegangen bin".

Weiterhin sollte man in der Lage zwischen Islam und Tradition/Kultur zu
differenzieren, da viel Handlungen, die in Islam nicht vorkommen, gar
verboten sind (Beschneidung von Frauen), als islamische Gesetze "verkauft"
werden. Wenn ein Mann/ Frau aus unwissend eine Fehlhandlung begeht, so ist
es nicht der ISLAM der dies tut, sondern der/ die Mann/ Frau- Theorie vs.
Praxis. Man kann sich kein Urteil über den Islam bilden, wenn man nur die
Menschen betrachtet, die sich zwar zum Islam bekennen, aber in ihren
Handlungen und in ihrer Lebensweise nicht nach dies Handeln.

Im Folgenden wird der Versuch unternommen, kurz und sachgerecht
Informationen über Islam zu geben.


1. Islam

Das Wort "Islam" bedeutet Frieden machen und Hingabe. Frieden machen heißt,
dass der Gläubige mit sich selbst und mit seiner Umgebung in Frieden leben
soll. Hingabe drückt sich in der Annahme des Willens Gottes aus. Der Muslim
erlangt mit dem Islam Frieden durch die Hingabe an Gottes Willen. Im Koran,
der heiligen Schrift der Muslime, sagt Gott selbst, dass Er den Islam für
die Menschen als Religion erwählt hat: "...Heute habe ich für euch eure
Religion vollständig gemacht, und Ich habe Meine Gnade an euch erfüllt, und
Ich habe für euch den Islam als
Religion gemacht... " (Koran 5:3).


2. Was ist die Scharia?

Die Scharia ist das umfassende Gesetz der Muslime, das von zwei Quellen
abgeleitet wird: a) dem Koran und b) der Sunna, den Handlungen des Propheten
Muhammad (Frieden sei mit ihm). Sie umfasst alle Bereiche des persönlichen
und gesellschaftlichen Lebens im Alltag. Das Ziel des islamischen Gesetzes
ist der Schutz der Grundrechte des Menschen. Dies schließt das Recht auf
Leben und Besitz, auf politische und religiöse Freiheit, sowie den Schutz
der Rechte der Frau und von Minderheiten mit ein. Die Schura oder die
beratende Versammlung hat keine andere Bedeutung als die der Exekutiven und
seine Mitglieder sollen durch freie und unabhängige Wahl gewählt werden.
Einige Bsp. aus dem Qur´an, die diese verdeutlichen: Der Schutz der Ehre:
Gott legte im Qur'an fest: O ihr, die ihr glaubt, -lasset nicht eine Gruppe
von Leuten über eine andere Gruppe spotten . . .

- Verleumdet nicht einander

Gebet einander nicht beschimpfende Namen
Keiner verleumde den anderen in seiner Abwesenheit (49:11-12)
Die Unantastbarkeit und die Sicherheit des Privatlebens: Gott bestimmte im
Qur'an: O ihr, die ihr glaubt, - ... spioniert nicht (übereinander) (49:12)
. O ihr, die ihr glaubt, - geht nicht ein in Häuser, die nicht eure Häuser
sind, bevor ihr um Erlaubnis gebeten und ihre Bewohner begrüßt habt. (24:27)
Freiheit des Gewissens und der Überzeugung: Gott befahl im Qur´an: Es soll
keinen Zwang im Glauben geben (2:256).


3. Gibt es einen "heiligen Krieg" oder was ist "Dschihad"?

Der Begriff "Dschihad" wird gerne mit "heiligem Krieg" übersetzt, was
irreführend ist. Es gibt im Islam keinen heiligen Krieg. Muslime haben nur
dann die Erlaubnis zum Kampf, wenn sie angegriffen werden (Verteidigung).
Diese Art des Dschihad muss von einer religiösen Führung oder von einem
muslimischen Staatsoberhaupt, das dem Koran und der Sunna (dem Beispiel des
Propheten Muhammad) folgt, ausgerufen werden. "Und kämpft mit denjenigen auf
dem Weg Allahs, die mit euch kämpfen, und übertretet nicht (indem ihr mit
dem kämpfen beginnt), Allah liebt ja nicht die Übertreter" (2:190). "Es wird
denjenigen Erlaubnis (zum Kampf) gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen
Unrecht geschah, und Allah ist zu ihrer Hilfe schon imstande". (22:39) Mit
dem Wort "Dschihad", welches "Anstrengung" oder genauer "sich auf dem Wege
Gottes anstrengen" bedeutet, versteht man vielmehr jede Art von Anstrengung
im Alltagsleben, die unternommen werden, um Gott zufrieden zustellen. Eine
der höchsten Stufen des Dschihad ist es, sich gegen die Herrschaft eines
Tyrannen zu erheben und ihn auf den rechten Pfad zu weisen. Gegen sein Ego
zu kämpfen und sich von schlechten Verhaltensweisen fernzuhalten, ist
ebenfalls eine große Anstrengung auf dem Wege Gottes.


4. Wie steht der Islam zu Gewalt und Terrorismus?

Der Islam ist die Religion des Friedens und der Hingabe an Gott, daher legt
sie ein sehr hohes Wert auf die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens.
Ein Vers im Quran verdeutlicht dies mit einer in seiner Präzision nicht
übertriffbarer Deutlichkeit. "Aus diesem Grunde haben wir den Kindern
Israels verordnet, dass wer eine Seele ermordet, ohne dass er einen Mord
oder eine Gewalttat im Lande begangen hat, soll sein wie einer, der die
ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein, als
hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. ... " (5:32). Der Islam
verurteilt jede Form von Gewalt, wie z. B in den Kreuzzügen oder während der
Inquisition in Spanien. Es ist wahrlich, dass in vielen Staaten, die sich
als islamische Saaten Ausgeben viele Unruhen herrschen. Diese darf man
jedoch nicht auf den Islam zurückführen, da es auch z. B Gewaltakte und
Unruhen in anderen Staaten vorzufinden sind wie in Nordirland, Südafrika,
Lateinamerika oder in Sri Lanka.

Hier muss man differenzieren, warum es zu Gewalttaten kommt. Die Gründe
können zwischen Besitzenden und Besitzlosen oder zwischen Unterdrückten und
Unterdrückern stattfinden. Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung von
bestimmten Zielen widerspricht den Grundsätzen und den Grundwerten des
Islams. So hat z. B der Prophet Muhammad (Frieden sei mit ihm) verboten,
Menschen, Alte und Kinder zu bekämpfen, die sich nicht an Kampfhandlungen
beteiligten. Dies überspitzt er, indem er sogar verbot, auch im Krieg die
Ernte und die Häuser des Gegner zu zerstören. Deswegen sollte fairerweise
differenziert und nicht der Islam und die restlichen Muslime für den
Missbrauch des Islams durch einige wenige verurteilt werden. Wir dürfen die
Realität in manchen islamischen Ländern nicht schlechthin als Ebenbild des
Islam betrachten. Im Gegenteil, sie stehen oft in direktem Widerspruch zum
Islam (siehe obiges Zitat).


5. Ist der Islam frauenfeindlich?

Der Islam hob die Stellung der Frau bereits vor 1400 Jahren an, in dem er
ihr das Scheidungsrecht, das Recht auf finanzielle Unabhängigkeit und
Unterhalt, sowie das Recht, als ehrbare Frau erkannt zu werden, zubilligte,
und dies zu einer Zeit, in der die Frauen in der übrigen Welt, Europa
eingeschlossen, keine derartigen Rechte besaßen. Im Islam geht es darum,
unter Berücksichtigung der Verschiedenheit der Geschlechter Gerechtigkeit
zwischen den Geschlechter herzustellen. Daher hat Gott Mann und Frau
bestimmte Rechte und Pflichten zugewiesen, die ihrer jeweiligen Natur
gerecht werden. Wenn sie sich jedoch von ihrer Natur entfernen, kommt dies
einer Gleichmachung nahe.

Vor Gott sind beide gleich! Aber in ihrer Beziehung zueinander sind die
jeweiligen Rechte des einzelnen unterschiedlich, wie ja auch Mann und Frau
von Natur aus unterschiedlich sind. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich
die Rechte des einen aus den Pflichten des anderen ergeben und umgekehrt.
Mann und Frau sind vor Gott einander ebenbürtig und gleichwertig. Im Koran
wird an vielen Stellen betont, dass die Belohnung bzw. Bestrafung im
Jenseits nicht vom Geschlecht abhängig ist. So heißt es z. B

"Seht, Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verloren gehen, sei es
von Mann oder Frau; die einen von euch sind von den anderen." (3:195).

Auch gilt z.B. die Pflicht, Wissen zu erlangen, für beide Geschlechter
gleichermaßen. Innerhalb der Ehe sind Frau und Mann bezüglich ihrer Rechte
und Pflichten in den Bereichen gleichgestellt, in denen sie von Natur aus
gleich sind, Unterschiede gibt es da, wo Verschiedenheiten vorhanden sind.
Bei den religiösen Pflichten beispielsweise gibt es für die Frau einige
Erleichterungen, die mit ihrer Natur zusammenhängen (Befreiung der Frau von
religiösen Pflichten während der Regelblutung oder in der Schwangerschaft
..usw.) Weitere Rechte, die der Qur´an den Frauen zuspricht- um einige zu
erwähnen, ist dies, dass sie das Recht hat vor der Ehe eine Brautgabe
(keinesfalls mit Brautpreis gleichzusetzen, mit der die Frau gekauft wird!)
zu verlangen, über die sie allein und ungebunden verwalten kann. Selbst nach
einer Scheidung ist sie nicht dazu verpflichtet dies dem Mann zurückzugeben.

" ... und es ist euch nicht erlaubt, etwas von dem, was ihr ihnen gabt, zu
nehmen ...." (2: 229).

Weiter ist es anzumerken, dass die Frau das Recht auf die Beibehaltung des
Mädchennamen nach der Heirat und die Möglichkeit einen Scheidungsprozess in
Gang zu setzen hat. Der Scheidungsprozess wird in der Bakara- Sure 2: 226ff
detailliert dargelegt.
So gesehen ist der Vorwurf " Frauen sind im Islam minderwertig und haben
wenige Rechte und Freiheiten als die Männer" von jeglicher Realität
entfernt.
Für die Frau als Gattin gibt es einen berühmten Ausspruch/ Hadith des
Propheten (Friede sei mit ihm): "Der beste unter euch ist der, der seine
Frau am besten behandelt". Oder auf die Frage "Wer es am meisten verdiene
Respektvoll zu begegnen", antwortet der Prophet Mohammed (Frieden sei mit
ihm) dreimal deine Mutter und erst danach dein Vater, dann deine nächsten
Verwandten.


6. Wie ist die Erlaubnis zur Mehrehe im Islam zu verstehen?

Im Islam gibt es die Erlaubnis der Heirat von vier Frauen, die jedoch an
bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Dies verdeutlicht Sure 4:3, indem es
heißt: "..., so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei, oder
vier; und wenn ihr fürchtet, nicht billig zu sein, so heiratet eine (...).
So könnt ihr am ehesten Ungerechtigkeit vermeiden". Die Forderung nach
Gerechtigkeit und Gleichbehandlung aller Frauen ist also eine mit der
Mehrehe eng verknüpfte Bedingung. Die praktische Umsetzung dieser Forderung
von seitens des Mannes wird sich wohl als äußerst schwierig erweisen. "
Nimmer ist es euch möglich, in (gleicher) Billigkeit gegen eure Frauen zu
verfahren, auch wenn ihr danach trachtet ... "(4:129). Diese hängt jedoch
sehr stark von den Persönlichkeiten des Mannes und der Frau(en) ab. Der
Hauptgedanke durch die Mehrehe ist, den verwitweten oder geschiedene Frauen
eine Versorgung zu ermöglichen (z. B wenn in Kriegen viele Männer fallen ...
usw.). Ein weiterer Vorteil der Mehrehe ist, dass alle Frauen die gleichen
Rechte genießen, die ihnen zustehen. So gesehen stellt diese eine bessere
Alternative zur Beziehung eines Mannes zu einer Geliebten, die keinerlei
Rechte besitzt. Der Regelfall unter den Muslimen ist die Einehe, da es, wie
oben schon geschildert sehr schwierig ist, die Forderung nach Gerechtigkeit
und Gleichbehandlung zu erfüllen.


7. Wie sollen sich Muslime gegenüber Juden und Christen verhalten?

Der Koran nennt die Juden und Christen das "Volk der Schrift", d.h. sie sind
diejenigen, die göttliche Offenbarungen vor der Zeit des Propheten Muhammad
erhalten haben. Muslimen ist auferlegt, sie mit Respekt und Gerechtigkeit zu
behandeln und nicht mit ihnen zu kämpfen, solange diese nicht
Feindseligkeiten beginnen oder den Islam erspotten. Dieser Respekt und die
Toleranz ist aber nicht nur auf Christen und Juden beschränkt. Dennoch haben
sie aufgrund der monotheistischen und abrahamitischen Tradition einen
besonderen Stellenwert bei den Muslimen. Die Muslime tragen die Hoffnung,
dass die Christen und Juden sich ihnen anschließen, um den Einen Gott
anzubeten und sich Seinem Willen zu unterwerfen. "Sprich: 'O Volk der
Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns, dass wir nämlich
Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen, und dass nicht die einen
von uns die anderen zu Herren annehmen neben Allah.' Und so sie den Rücken
kehren, so sprechet: 'Bezeuget, dass wir Muslime sind'." (3: 64) Weiterhin
glauben, bestätigen und anerkennen Muslime die anderen Propheten (Frieden
sei mit ihnen). Die Muslime glauben an alle Gesandten Gottes und machen
"keinen Unterschied zwischen ihnen" (vgl. Qur`an 2:285). Muhammad (Frieden
sei mit ihm) ist nur der letzte, der ihre Reihe abschließt und ihre früheren
Botschaften bestätigt. Der Islam verpflichtet die Muslime, mit den
Andersgläubigen den Dialog auf die beste Art und Weise zu führen: "Und
streitet nicht mit dem Volk der Schriften, es sei denn in bester Weise,
außer mit jenen von ihnen, die ungerecht handelten; und sprechet: " Wir
glauben an das, was zu uns herabgesandt ward und herabgesandt ward zu euch;
und unser Gott und euer Gott ist ein einiger Gott, und ihm sind wir ergeben"
(29/46)


8. Das Leben nach dem Tod?

Die Existenz der Menschen endet nicht mit seinem Körperlichen Ableben. Der
Tod ist ein natürlicher Übergang in ein jenseitiges Dasein. Diesseits und
Jenseits stehen in unmittelbarer Verbindung: das Diesseits ist der Acker und
das Jenseits die Ernte der Handlungen des Menschen. Nach einem geistigen
Zwischenstadium werden ihm seine Taten gemäß ihren Absichten am "Tag des
Gerichts" vorgeführt. Niemandem wird dabei auch nur das geringste Unrecht
geschehen: "Wer Gutes im Gewicht eines Stäubchens getan, wird es sehen; und
wer Böses im Gewicht eines Stäubchens getan, der wird es ebenfalls sehen."
(99:8) Der Qur`an warnt vor dem Verhaftet sein am irdischen Leben, wo es
doch vergänglich und trügerisch (vgl. Qur`an 57:20) und das Jenseits höher
und von ewigen Charakter ist (vgl. Qur`an 87:16ff).

Dies habe ich heute per mail bekommen und möchte s euch nicht vorenthalten es ist sehr interessant.

Claudia Poser

auch dieser Bericht steht schon im Forum und ich denke past auch gut hier rein.