Also ich persönlich glaube ja schon, dass Allah dem armen Verstorbenen verzeihen wird, dass er im Rettungswagen herumgeschleudert wird und seine Seele nicht verschmähen.

Warum wir hier in der westlichen Welt so einen Horror vor dem Sterben haben, ist leicht erklärt. Vor dem Tod liegt Alter, Siechtum, Schwäche und Abhängigkeit. In einer überpotenten Medienwelt sind das Un-Qualitäten, die den Menschen ins Abseits rücken. Weiters suggeriert uns diese Medienmaschine vom Glück des omnipotenten Konsumenten; man genießt sein Leben nicht mehr sondern konsumiert es. Minuten werden konsumiert wie Chicken MAC Nuggets, Urlaubsreisen, Bücher... alles ist nur noch Fast Food. Das Leben macht den Menschen nicht mehr satt, es erfüllt ihn nicht mehr, es berührt den menschen nicht mehr. Nur die durch Bravo und Bild weichgezeichneten Gefühle Light sind zulässig; einzig und allein Deine Rolle im Güterrausch sind wichtig. Und wenn man doch hin und wieder Begierden nach tiefer, innerer Befriedigung hat, was solls? Es gibt die Ausweichreligionen, die man sich aufsetzen kann, wie man ein neues Betriebssystem auf einen PC aufsetzt, ein bißchen Esoterik hier und Walgesänge da und man kommt sich gleich nicht mehr so oberflächlich vor.

Das Leben verlangt uns nichts mehr ab; es führt uns nicht mehr zu seinen Stromschnellen und Wasserfällen, zu seinen dunklen Waldseen und heulenden Gewittern. Alles ist klimatisiert, abgeschmackt, fad und für den Konsumenten bereitwillig aufbereitet.

Was wir fürchten ist nicht der Tod. Wir fürchten das Ende des Konsumierens und das Ende aller Bequemlichkeit. Denn am Ende könnte uns doch die Frage ereilen, was wir aus unserem Leben gemacht haben.

Herzverfettung mit 30? Blutsturz mit 25? Schlaganfall während dem Abendessen? Oh Mann; zurück an den Start...

Beste Grüße,

Peter