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gibt es wirklich unterschiede.....
#43434
03/11/2002 21:18
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Joined: May 2001
Beiträge: 105 aachen
Soussegirl
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aachen
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ich habe eine frage bezüglich des ramadans. es gibt zwar schon mehrere themen, aber die alle jetzt durchzulesen, würde zu lange dauern. und zwar geht es sich darum, dass ich einen marrokaner kenne, der sagt, dass man während des ramadan keinen sex, keine küsse, umarmungen haben soll, wenn man noch nicht verheiratet ist. nur wenn man verheiratet ist, darf man wie ihr ja alle wisst, nach sonnenuntergang "loslegen"! hat jemand schonmal etwas davon gehört, also ich finde es sehr merkwürdig. beslemma J.
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Re: gibt es wirklich unterschiede.....
#43437
04/11/2002 09:23
04/11/2002 09:23
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Mit Ramadan hat das nichts zu tun, du kennst einen Muslimen und er gehört dem Islam an, und im Isam ist Sex vor der Ehe, nicht gestattet, deshalb gibt es ja auch in verschiedenen Ländern noch dazu die Todesstrafe.
Schauen wir in den Iran, wo sie auch noch vollzogen wird, oder die Steinigung von Frauen, sogar wenn sie vergewaltigt wurden und Schwanger wurden, gilt dieses noch.
Was aber sicher nicht so direkt im Koran geschrieben steht, das ist dann auch oft Sache der Regierung, im Fall einer Steinigung.
Claudia
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Re: gibt es wirklich unterschiede.....
#43443
04/11/2002 19:29
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Wie in vielen Themen schon geschrieben, soll man nur bei ab Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang auf alles verzichten, nichts trinken, nichts essen, keinen Sex, nicht rauchen, man soll eben auf alles verzichten.
Wenn die Sonnen untergegangen ist, man erkennt es wenn man den Ruf aus der Moschee hört und alle können Essen, Trinken, rauchen sex haben usw.
Es ist nur ein verlegen der Tageszeiten, man kann alles Essen und oft gibt es die Ramadan Suppe zu beginn und ein reichhaltiges Essen hinterher, und alle können mit essen, Nachbarn, Freunde usw. keiner wird ausgeschlossen.
Claudia
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Re: gibt es wirklich unterschiede.....
#43445
05/11/2002 09:49
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Kurzer Hinweis zu FASTEN und ZAKATU-L-FITR
Dieser Text handelt in Kürze vom Fasten, seinen Regeln und seinem Nutzen.
FASTEN (arab. "saum") ist eine Art des Gottesdienstes durch Enthaltsamkeit von all dem, was es bricht, vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang.
FASTEN DES MONATS RAMADAN ist eine der fünf Säulen des Islam. wie durch das Wort des Propheten Muhammad (s) mitgeteilt: "Der Islam ruht auf fünferlei: Dem Zeugnis, daß es keinen Gott gibt außer Allah und daß Muhammad Sein Gesandter ist, dem Verrichten des Gebets, dem Entrichten der Zakat, dem Fasten des Monats Ramadan und dem Verrichten der Wallfahrt nach Mekka."
WER FASTET
Fasten im Ramadan ist Pflicht für jeden erwachsenen Muslim, der zurechnungsfähig ist, es ertragen kann und sich nicht auf einer Reise befindet. Nichtmuslime fasten nicht auf diese Weise und müssen das Fasten auch nicht nachholen, wenn sie den Islam annehmen. Kinder brauchen nicht zu fasten, sollen aber dazu ermutigt werden, damit sie sich schrittweise daran gewöhnen. Unzurechnungsfähige brauchen nicht zu fasten und auch keine Ersatzleistung (Speisen von Armen) leisten, selbst wenn sie volljährig sind. Dasselbe gilt für jemanden, der sich, wie z.B. ein hochbetagter Mensch, nicht vernünftig verhält. Wer nicht fasten kann, wie z.B. besonders alte Menschen oder Kranke, die nicht mit Wiedererlangung der Gesundheit rechnen, speist für jeden versäumten Fastentag einen bedürftigen Menschen. Wer plötzlich erkrankt und mit Genesung rechnet, darf das Fasten, wenn es ihm zu schwer fällt, aufschieben und holt es nach Wiedererlangung der Gesundheit nach. Schwangere und stillende Frauen brauchen nicht zu fasten, wenn es ihnen zu schwer fällt oder sie sich um das Kind sorgen. Sie holen die versäumten Fastentage später nach, wenn kein Anlaß mehr für ihre Befürchtungen besteht. Frauen Während der Regelblutung oder Blutung nach Entbindung (nifas) fasten während dieser Tage nicht. Sie holen das versäumte Fasten später nach. Wer sein Fasten brechen muß, um jemandem das Leben zu retten (wie z.B. bei einem Feuer oder der Gefahr des Ertrinkens), tut dies und holt das Fasten später nach. Reisende können wählen, ob sie während der Reise fasten oder es später nachholen, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. Dies gilt für alle Reisenden, gleich ob sie aus besonderem bzw. unvorhergesehenem Grund reisen oder wie Kraftfahrer beruflich unterwegs sind WAS DAS FASTEN BRICHT
Essen oder Trinken, gleich ob Nützliches oder Schädliches, wie z.B. Rauchen. Injektionen oder Aufbaumittel, die als Nahrungsersatz verwendet werden, weil sie als Essen und Trinken dienen. Andere Injektionen, die keinen Nährwert haben, brechen das Fasten nicht, gleich ob sie intramuskulär oder intravenös verabreicht werden und gleich, ob sie eine Geschmacksempfindung hervorrufen oder nicht. Absichtliches Erbrechen. Unbeabsichtigtes Erbrechen beeinträchtigt das Fasten nicht. Geschlechtsverkehr. Wer hierdurch mutwillig während der Stunden des Tageslichtes das Fasten bricht, muß sowohl das Fasten nachholen als auch eine schwere Busse leisten, die in der Freisetzung eines Unfreien besteht oder, wenn das nicht in Frage kommt, 60 Tage hintereinander fasten oder, wenn das nicht geht, 60 bedürftige Menschen speisen. Beabsichtigter Samenaustritt durch Masturbation oder geschlechtliches Nahekommen. Blutung bei Menstruation oder nach der Entbindung. Blutabnahme wie z.B. durch Schröpfen o.ä., während unwillkürliches Bluten wie z.B. , bei Nasenbluten oder dem Ziehen eins Zahnes das Fasten nicht beeinträchtigt, weil es nicht als Blutabnahme gilt. WAS NICHT DAS FASTEN BRICHT
Fasten wird nicht durch versehentliches, unwissentliches oder erzwungenes Essen oder Trinken gebrochen, nach den Worten Allahs des Allmächtigen: "Unser Herr, belange uns nicht, wenn wir vergessen haben oder überschritten haben..." (2:286) "... außer wer gezwungen wurde, während sein Herz Ruhe im Glauben gefunden hat... "6:106) "... und auf euch ist kein Vergehen in dem, was ihr davon versehentlich überschritten habt, sondern in dem, was eure Herzen absichtlich tun..." (33:5) Deshalb wird das Fasten eines Menschen nicht beeinträchtigt, der etwas ißt oder trinkt, weil er vergessen hat, daß er fastet. Ebenso wird das Fasten nicht beeinträchtigt, wenn jemand in der Annahme ißt oder trinkt, daß die Sonne schon untergegangen oder die Morgendämmerung noch nicht angebrochen ist, weil er unwissentlich handelt. Auch wenn jemand gurgelt und Wasser gelangt unbeabsichtigt durch seine Kehle, beeinträchtigt das nicht sein Fasten, weil er es nicht beabsichtigte. Samenaustritt im Schlaf beeinträchtigt ebenfalls das Fasten nicht, weil man darüber keine Gewalt hat. WEITERE REGELN ZUM FASTEN
Man kann die Absicht zum Fasten auch dann fassen, wenn man sich im Zustand der großen Verunreinigung befindet und demnach weiter fasten, wenn man das Reinigungsbad erst nach Beginn der Morgendämmerung oder Tagesanbruch nimmt. Eine Frau, deren Menstruations- oder Entbindungsblutung vor Beginn der Morgendämmerung endet, muß fasten, auch wenn sie ihr Reinigungsbad erst nach Beginn der Morgendämmrung nimmt. Wer fastet, darf Salben, Haarwasser usw. auf Kopf und Körper auftragen und Parfüm verwenden, sollte aber das Inhalieren von Räucherwerk (z.B. Weihrauch, Räucherstäbchen usw.) vermeiden. Man darf auch Zähne ziehen oder äußere Verletzungen mit Medikamenten behandeln, Augen- oder Ohrentropfen oder Augenpulver anwenden, selbst wenn das eine Geschmacksempfindung hervorrufen sollte. Die Zähne zu putzen (mit siwak, einer Zahnbürste aus Zweigen o.ä.) ist zu jeder Zeit des Fastens nicht nur erlaubt, sondern wünschenswert. Wer fastet, kann sich mittels Wasser oder Klima-Anlage abkühlen (bzw. erwärmen). Es ist erlaubt, ein Medikament in den Mund zu sprühen, um Beschwerden wie z.B. bei Asthma zu verhindern. Es ist erlaubt ausgetrocknete Lippen anzufeuchten bzw. den Mund ohne zu gurgeln auszuspülen. Nach dem Brauch des Propheten (s) ist es wünschenswert, den Morgenimbiß (sahur) dem Fastenbeginn möglichst spät und das Fastenbrechen am Abend möglichst früh zu sich zu nehmen. Man bricht das Fasten bevorzugterweise mit einer Dattel, möglichst einer frischen, oder ansonsten mit Wasser, oder wenn das nicht geht, mit jedem statthaften (halal) Nahrungsmittel oder Getränk. Wenn aber zum Zeitpunkt des Fasten-brechens überhaupt nichts derartiges erreichbar ist, faßt man zunächst die Absicht zum, Fastenbrechen und bricht das Fasten dann effektiv sobald man über etwas (zu essen bzw. trinken) dazu verfügt. Wer fastet, soll sich umso mehr bemühen Allah gehorsam zu sein und den Ungehorsam Ihm gegenüber ganz besonders vermeiden. Wer fastet, soll seine Pflichten erfüllen und sich vom Verbotenen fernhalten. Er verrichtet seine täglichen Gebete rechtzeitig und insofern es verpflichtend ist, in Gemeinschaft und er enthält sich aller schlechten Handlungen wie Lügen, üble Nachrede Betrug Zinsgeschäfte oder sonstiges Verbotenes gleich ob mit Worten oder Taten. Der Prophet (s) sagte: "Wer üble Rede und böse Taten nicht läßt, von dem braucht Allah auch nicht sein Ablassen von Nahrung und Getränk." ZAKATU-L-FITR
Diese Abgabe für Bedürftige zu Ende des Fastenmonats besteht aus einem "sa‘a" (ca. 2,5 kg) Reis, Weizen, Datteln oder entsprechenden Nahrungsmitteln. Es ist nicht angebracht, die zakatu-l-fitr in Form von Geld, Kleidung oder anderweitig außer als Nahrungsmittel zu geben. Zakatu-l-fitr wird am Tag des Festes (‚id) und kann ein oder zwei Tage vor dem Fest gegeben werden. Es ist nicht statthaft, dÃe zakatu-l-fitr später als zur Zeit des Festgebets zu geben, ausgenommen bei triftigem Grund. Zakatu-l-fitr wird im Namen von Erwachsenen und Minderjährigen männlichen und weiblÃchen Personen entrichtet. Quelle: Bemerkungen zum Fasten und Zakatul Fitr von Scheich Mohammad bin Saleh al-Othaimin
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Re: gibt es wirklich unterschiede.....
#43446
05/11/2002 09:50
05/11/2002 09:50
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Gera
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Das Fasten - Sinn und Bedeutung
Das, wofür die Gebete uns täglich fünfmal dienen sollen, manifestiert sich durch das Fasten im Monat Ramadan, dem neunten Monat des Mondjahres, einmal jährlich. Während dieser Zeit essen wir von der Morgendämmerung bis zum Einbruch der Nacht auch nicht das geringste Bröselchen, noch trinken wir einen einzigen Tropfen Wasser, wie hungrig oder durstig wir uns auch fühlen mögen oder wie verlockend uns eine Speise auch erscheinen mag. Was ist es, das uns freiwillig solche strengen Gebote erdulden läßt? Es ist nichts anderes als der Glaube an Gott und die Furcht vor Ihm und dem Tag des Jüngsten Gerichts. Während unseres Fastens unterdrücken wir jeden Augenblick aufs neue unser Verlangen und unsere Begierde und bezeugen, indem wir dies tun, daß Gottes Gesetz den Vorrang vor unseren menschlichen Trieben hat. Dieses Pflichtbewußtsein und diese Geduld, die ununterbrochenes Fasten einen vollen Monat lang in uns erwecken, helfen uns, unseren Glauben zu festigen. Die Strenge und Disziplin, die dieser Monat uns abverlangt, bringt uns in direkte Berührung mit den Tatsachen und dem Ernst des Daseins und hilft uns, unser Leben während der übrigen Zeit des Jahres ganz auf die aufrichtige Unterwerfung unter Gottes Willen auszurichten.
Doch noch von einem anderen Gesichtspunkt aus übt das Fasten einen großen Einfluß auf unsere Gesellschaft aus, denn alle Moslimen, ohne Ansehen ihres Standes, müssen das Fasten während desselben Monats einhalten. Dies hebt die grundsätzlich Gleichheit aller Menschen hervor und trägt somit wesentlich zur Schaffung eines Gefühls der Liebe und Brüderlichkeit unter ihnen bei. Während des Ramadan verkriecht sich alles Schlechte, während das Gute in den Vordergrund tritt und die allgemeine Stimmung von Frömmigkeit und Reinheit getragen ist. Die religiöse Pflicht des Fastens ist uns zu unserem eigenen Nutzen auferlegt worden. Auf jene, die dieses außerordentlich wichtige Gebot nicht befolgen, kann man sich auch nicht mit Sicherheit verlassen, soweit es die Erledigung ihrer anderen Aufgaben betrifft. Doch die Schlimmsten sind jene Moslimen, die sich nicht scheuen, während dieses heiligen Monats in aller Öffentlichkeit zu essen und zu trinkt. Diese Menschen zeigen durch ihr Benehmen, daß sie sich nicht im geringsten um die Weisungen Gottes kümmern, an Den als Schöpfer und Erhalter zu glauben sie vorgehen. Doch nicht nur das, sie beweisen durch ihren Ungehorsam auch, daß sie keine aufrichtigen, zuverlässigen Mitglieder der Moslim-Gemeinschaft sind, oder vielmehr, daß sie eigentlich gar nicht dazu gehören. Es liegt klar auf der Hand, daß man von solchen Heuchlern nur das Schlechteste erwarten kann, soweit es Gehorsam dem Gesetz gegenüber und Würdigung des in sie gesetzten Vertrauens betrifft .
Quelle: Weltanschauung und Leben im Islam von Abu-l-A`la Maudoodi
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Re: gibt es wirklich unterschiede.....
#43447
05/11/2002 09:51
05/11/2002 09:51
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Gera
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Einleitende Fragen zum Fasten im Ramadan
1. Warum fasten die Muslime?
Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdiensts. Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam, also zu den Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchführt. Die anderen Säulen sind das Bezeugen der Einheit Gottes und der Prophetenschaft Muhammads (s) Bei der Erwähnung des Namen des Propheten Muhammad wird der Segensgruss "sallalahu alaihi wa sallam" gesprochen, was "der Segen und Frieden auf ihm" bedeutet, das täglich fünfmalige Gebet, die Wallfahrt nach Mekka und das Entrichten der Zakat. Das Fasten wird den Gläubigen in dem folgenden Koranvers vorgeschrieben: "Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet." (2:183). Laut dieser Aussage im Koran, dem heiligen Buch der Muslime, soll das Fasten um Gottes (Allahs) Willen geschehen d.h. es soll dadurch die Zufriedenheit Gottes erlangt werden. Ausserdem gehört die Praxis des Fastens zur Tradition des Propheten Muhammad (s), der den Muslimen als Vorbild dient.
2. Wie wird im Islam gefastet?
Das Fasten im Islam heisst, dass der Muslim bzw. die Muslima von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts isst, nichts trinkt, allgemein also keine Nahrung zu sich nimmt und sich des Beischlafs mit dem Ehepartner enthält. Das ist das "äussere" Fasten. Das Fasten hat aber auch eine "innere" Dimension. Der Muslim soll demnach im Ramadan noch mehr als sonst darauf achten sich gänzlich von Sünde freizuhalten d.h. nichts Verwerfliches bewusst anschauen, nichts Schlechtes reden, auf nichts Böses hören und nichts Verabscheuungswürdiges tun. Denn Fasten heisst erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein von Gott abhängig ist. Zugleich soll sich der Fastende darüber klar werden, dass er sich von vermeintlicher Abhängigkeit von anderem lossagen kann und muss. Er ist ein Pilger, der sich mit seinem Fasten zu seinem Schöpfer aufgemacht hat und alles, woran er gewöhnt ist aber nicht unbedingt benötigt, hinter sich zurücklässt. Zudem beschäftigt sich der Muslim wenn er fastet intensiver mit den restlichen Gottesdiensten wie z.B. den Gebeten oder dem Lesen des Korans.
3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?
Das Fasten ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Die Seele des Fastenden wird gereinigt und geläutert und seine Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt das Fasten bedeutungslos und leer. So ist ein grosser Nutzen des Monats Ramadan mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und darüber hinaus das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf das Wesentliche. Fasten schärft das Gewissen und vergrössert die Widerstandskraft. Wer fastet denkt mehr an Gott, übt sich in wohltätiger Nächstenliebe, schmeckt die Süsse der Ergebung in Gottes Willen, die Liebe Gottes und Gottesfurcht. Die Muslime geniessen auch das besondere Miteinander in der Familie und unter Freunden im Fastenmonat. Vielleicht ist der grösste praktische Nutzen der einmonatigen geistigen und körperlichen Übung der, dass die Selbstbeherrschung und die Absage an bestimmte Dinge auch andere Aspekte des Lebens eines Muslims permanent zu durchdringen vermag. Dies wird möglich, weil dem Muslim im Ramadan eine Möglichkeit geboten wird eine innere Abrechnung durchzuführen und er somit neue Vorsätze für die nächste Zeit vornehmen kann.
4. Wer ist zum Fasten verpflichtet?
Die Fastenvorschrift im Monat Ramadan gilt für jeden geistig zurechnungsfähigen Muslim, Mann oder Frau, der die Pubertät erreicht. Die Pubertät kennzeichnet die Mündigkeit im Islam. Kinder, die die Pubertät nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten wie sie können. So können sie sich nach und nach mit zunehmenden Alter an dieses Gebot gewöhnen.
5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind?
Nur wer das Fasten, so wie es im Islam vorgeschrieben ist, ohne gesundheitlichen Schaden durchführen können, ist zu diesem Gebot verpflichtet. Deshalb sind Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter, Frauen in der Menstruation und ähnliche Personengruppen von dieser Pflicht ausgenommen. Personen, deren gesundheitliche Situation sich voraussichtlich nicht bessern wird wie z.B. chronisch Kranke oder Altersschwache, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fastentag einen Bedürftigen speisen (die sog. Fidya). Andere, die unter die Ausnahmeregelung fallen und deren Situation sich bessern wird wie z.B. Schwangere, stillende Mütter etc. holen die versäumten Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt nach.
6. Wann beginnt die Fastenzeit?
Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Im Gegensatz zur üblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die Muslime einen reinen Mondkalender. So verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmählich alle Jahreszeiten. Ein Muslim wird deswegen Fastentage im Laufe seines Lebens sowohl im Winter mit kürzeren Tagen, als auch Fastentage im Sommer, an denen die Tage lang sind und das Fasten schwieriger wird erleben. Wäre eine bestimmte feste Jahreszeit für das Fasten festgelegt, würde das für manche der Anhänger des Islam in verschiedenen Erdteilen, einen dauernden Vorteil, für andere wiederum eine ständige Benachteiligung bedeuten.
7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?
Ramadan ist Arabisch und wird von der Wurzel ramida oder arramad abgeleitet, was "brennende Hitze und Trockenheit", speziell des Bodens bedeutet. Aus der gleichen Wurzel kommt ramdaa - sonnengebrannter Sand. Dies deutet auf das Hitzegefühl im Magen hin, das vom Durst erzeugt wird. Manche erklären auch das damit, dass der Ramadan die Sünden ausbrennt wie die Hitze den Boden. Im Ramadan sind Herz und Seele für die Anbetung und das Gedenken an Gott empfänglicher, so wie Sand und Steine für die Hitze der Sonne. So hilft der Ramadan dem Gläubigen sich neu zu formen und seine physischen und geistigen Veranlagungen und Verhalten zu erneuern.
8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?
Das ist unterschiedlich. Es gibt viele Muslime, die durch das Fasten zu einer inneren Einkehr und zur Ruhe kommen, die sie vielleicht durch das ganze Jahr über vermissen. Oft fühlt der Fastende auch, dass sein Körper in diesem Monat eine Art Regeneration erfährt. Einige wiederum müssen sich in Geduld üben, weil sie das Fasten, emotional und körperlich stärker belastet als andere. Jeder empfindet das Fasten also ein wenig anders. Was allen fastenden Muslimen Gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass sie diesen Akt als Gottesdienst betrachten und die Vergeltung dafür bei ihrem Schöpfer im Jenseits erhoffen.
9. Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken?
Wenn die Voraussetzung für das Fasten erfüllt ist, nämlich die körperliche Fitness, ruft die fehlende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auch keine gesundheitlichen Schäden für den Fastenden hervor. Zudem bewirkt der Verzicht auf Nahrung, dass man weniger Durst verspürt.
10. Ist es sinnvoll, den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen?
Nein, sicher nicht. Deshalb hat der Prophet Muhammad (s) auch geraten leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Und er erliess eine allgemeine Regel, die auch ausserhalb des Ramadans Gültigkeit besitzt: Nämlich, dass der Muslim seinen Magen mit einem Drittel Essen, einem Drittel Flüssigkeit füllen, aber das letzte Drittel leer lassen sollte.
11. Fasten die Muslime um abzunehmen?
Die Absicht beim Fasten ist das Wohlgefallen Gottes. Es wird empfohlen keine schwere Kost zu sich zu nehmen. Es ist aber auch erlaubt die eigens zubereiteten Köstlichkeiten zu geniessen. Deshalb gibt es sowohl Muslime, die in diesem Monat abnehmen, als auch manche die an Gewicht zunehmen.
12. Ist es nicht schwer hierzulande zu fasten?
Das Fasten hier ist unter einigen Aspekten leichter als das Fasten in klimatisch extremeren Breitengraden. Im Winter werden die zu fastenden Tage kürzer sein als die Tage im Sommer oder im Frühling. In den muslimischen Ländern fasten die meisten Menschen, so dass das Fastenbrechen kaum in die Arbeitszeit fällt und tagsüber nichts zu essen oder zu trinken angeboten wird. Viele Muslime in unserem Land hätten gerne Arbeitszeiten, die ihnen erlauben, das Fastenbrechen gemeinsam mit der Familie vorzunehmen.
13. Warum müssen die Muslime einen ganzen Monat lang fasten?
Wie schon in den ersten Antworten erwähnt, richten sich die Muslime – auch bei dieser Vorschrift – nach den Worten Gottes, dem Koran, und der Vorgehensweise des Propheten Muhammad (s), der Sunna. Diese Anweisungen geben den Monat Ramadan, der 29 oder 30 Tage lang dauert, als Fastenzeit vor. Da Eintönigkeit schädlich ist, ist es im Islam nicht gestattet das ganze Jahr über ohne Unterbrechung zu fasten. Auch wer geistigen Vorteil erzielen will, hat nicht die Erlaubnis dazu. Die Erfahrung bestätigt ausserdem, dass das Fasten für den, der es fortwährend übt, zur Gewohnheit wird, zur zweiten Natur, so dass der Vorteil nicht der gleiche ist wie für den, der nur von Zeit zu Zeit fastet.
14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an?
Es ist richtig, dass Gott nichts von uns benötigt, weil Er sich Selbst genüge ist. Von den jeweiligen gottesdienstlichen Handlungen ziehen wir Menschen selbst hier in dieser Welt und im Jenseits Nutzen. Aber Glauben ist die Voraussetzung für eine Tat, die als Gottesdienst zählt und eine Tat ohne Glauben wird als Gottesdienst bei Gott nicht angenommen werden. Deshalb gehören Glaube und Tat zusammen und sind wie zwei Seiten einer Medaille. Der Glaube wird durch die Tat gestärkt. Glaube ohne Taten kann im Extremfall zu einem leerem Glaubensbekenntnis werden.
15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fürs Fastenbrechen zubereitet?
Dies hängt von den jeweiligen Essgewohnheiten und dem kulturellen Hintergrund des fastenden Muslims ab. Oft wird abends eine warme Mahlzeit zubereitet, aber viele geniessen eher die Atmosphäre des Fastenmonats und das Zusammensein mit der Familie und den Freunden und legen weniger Wert auf die Speisen.
16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan für Muslime eine Pflicht?
Die Offenbarungen Gottes an den Propheten Muhammad (s), die dann als Koran zusammengetragen wurden, begannen im Monat Ramadan im Jahre 610. Das Fasten während dieses Monats wurde den Muslimen erst im Jahre 624 zur Pflicht, als folgende Koranverse offenbart wurden: "O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten." (Koran 2:183) "Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch in dem Monat zugegen ist, der soll in ihm fasten. Und wer krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten) - Allah will es euch leicht, Er will es euch nicht schwer machen - damit ihr die Frist vollendet und Allahs Grösse rühmt, dass Er euch geleitet hat. Vielleicht werdet ihr dankbar sein. (Koran 2:185)
17. Was für Bräuche haben die Muslime im Monat Ramadan?
Das Fastenbrechen wird gewöhnlich mit einer Dattel oder einem Schluck Wasser durchgeführt, während das folgende vom Propheten Muhammad (s) überlieferte Bittgebet gesprochen wird: "O Allah, um Deinetwillen habe ich gefastet und an Dich geglaubt und mit Deiner Versorgung breche ich das Fasten. Im Namen Allahs, des Allbarmherzigen, des Gnädigen", dann wird das Abendgebet verrichtet. Erst danach werden dann die eigentlichen Speisen gegessen. So wie der Prophet Muhammad (s) dies selbst durchführte, ist es Sitte während des Fastenmonats den ganzen Koran zu lesen. Gegenseitige Besuche und Einladungen zum Fastenbrechen sind an der Tagesordnung. Das gemeinsame Fastenbrechen findet auch oft in den jeweiligen Moschee-Gemeinden statt, in denen manchmal sogar jeden Tag im Ramadan Essen ausgegeben wird.
18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan?
Das Fasten scheint das Gebot unter den fünf Säulen zu sein, an die sich die Muslime am meisten halten. Die Moscheen sind in diesem Monat zu den abendlichen Tarâwîh-Gebeten Im Monat Ramadan gibt es ca. 2 Stunden nach Sonnenuntergang ein spezielles freiwilliges Gebet nach dem Nachtgebet - das Tarawîh-Gebet, das auch länger als die übrigen Gebete dauert. Viele Muslime kommen dann in die Gebetsräume der verschiedenen Moscheen und verrichten gemeinsam dieses Gebet und sitzen danach meist noch ein wenig zusammen. übervoll und selbst nicht praktizierende Muslime halten sich aus Respekt vor diesem Monat von Dingen fern, die der Islam verboten hat, wie z.B. dem Alkoholkonsum. In den Ländern mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung wirkt sich der Ramadan im alltäglichen Leben aus. Obwohl sich hier vielleicht fast die Hälfte der Muslime an das Fasten halten, fällt dies natürlich aufgrund der geringen Zahl der Muslime im öffentlichen Leben nicht gleichermassen auf. Im Monat Ramadan gibt es ca. 2 Stunden nach Sonnenuntergang ein spezielles freiwilliges Gebet nach dem Nachtgebet - das Tarawîh-Gebet, das auch länger als die übrigen Gebete dauert. Viele Muslime kommen dann in die Gebetsräume der verschiedenen Moscheen und verrichten gemeinsam dieses Gebet und sitzen danach meist noch ein wenig zusammen.
19. Gibt es ausserhalb des Ramadans auch Fastentage?
Das für jeden Muslim verpflichtende Fasten gibt es nur im Monat Ramadan. Darüber hinaus hat der Prophet Muhammad (s) an bestimmten Tagen das freiwillige Fasten empfohlen wie z.B. 6 beliebige Tage im darauffolgenden Monat Schawwâl. Er lehrte, dass derjenige, der den ganzen Fastenmonat und noch 6 Tage im Schawwâl fastet, von Gott belohnt wird, als hätte er das ganze Jahr hindurch gefastet. Am 10. Muharram oder montags oder donnertags zu fasten wird angeraten. Das ständige Fasten das ganze Jahr hindurch wird im Islam hingegen nicht erlaubt und die Maximalgrenze des freiwilligen Fastens wurde vom Propheten (s) aufgezeigt, indem er sagte, dass der Muslim, der viel fasten möchte, abwechselnd einen Tag fasten und den darauffolgenden Tag aber aussetzen solle.
20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstützen?
Arbeitgeber, Kollegen, Lehrer etc. können helfen, indem sie versuchen die Bedeutung des Ramadan zu verstehen und den betreffenden Muslim nach Möglichkeit körperlich weniger beanspruchen. Besondere Berücksichtigung könnten z.B. Anfragen nach Urlaub, der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten am Morgen und am Abend, und dem Anliegen von Schülern weniger Hausaufgaben zu bekommen finden. Es ist auch sehr wichtig, dass muslimische Arbeiter, Angestellte und Schüler die Möglichkeit erhalten, nach Ende des Fastenmonats Ramadan am Festgebet teilzunehmen. Dieses Fest und ein weiteres, das ca. zwei Monate danach folgt, ist für Muslime genauso wichtig wie Weihnachten und Ostern für Christen. Über eine Gratulation und einen Glückwunsch zu diesen Festen werden sich die Muslime sehr freuen.
21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan?
Es gibt spezielle Gebete, Tarâwîh genannt, die in den Moscheen oder Zuhause einige Zeit nach Sonnenuntergang, verrichtet werden. In der Lailat-ul Qadr Der Prophet Muhammad (s) berichtete, dass die Lailat-ul Qadr in den letzten zehn ungeraden Nächten des Ramadans verborgen ist. (der "Nacht der Bestimmung") gedenken die Muslim der Nacht, in der dem Propheten Muhammad (s) von Gott die ersten Abschnitte des Korans offenbart wurden. Da der genaue Zeitpunkt dieser Nacht laut einer Aussage des Propheten (s) nicht bekannt ist, suchen Muslime diese Nacht in den letzten zehn ungeraden Tagen des Ramadans bzw. feiern ihn in der Nacht des 27. Ramadan. Es ist auch üblich, dass die Muslime in diesem Monat viel spenden und auch ihre Zakat-Abgabe ausrechnen und bezahlen.
22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen?
Die Tarâwîh-Gebete finden am zweiten Abend vor dem Fest ihren Abschluss. Das Fest des Fastenbrechens, das auf arabisch ‘Id-ul Fitr und Ramazan Bayramî auf türkisch heisst, beginnt mit einem besonderen Festgebet am ersten Tag des darauf folgenden Monats. Das Festgebet beginnt nach Sonnenaufgang und beinhaltet zwei Gebetsabschnitte und eine Ansprache. Die Muslime beglückwünschen sich gegenseitig nach dem Festgebet und drücken ihren Wunsch aus, dass Gott (Allah) ihr Fasten und ihre übrigen Gottesdienste annehmen möge. Das Fest dauert drei Tage an. An diesen Tagen werden Verwandte und Bekannte besucht, wobei gewöhnlich die Jüngeren die Älteren mit ihren Besuchen ehren. Am ersten Tag des Ramadanfestes soll aber nicht gefastet werden, da dies eine Zeit des Feierns ist.
Quelle: 25 Fragen zum Fasten Rüstü Aslandur, Oktober 1999
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