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http://de.news.yahoo.com/041027/286/49nxd.htmlMittwoch 27. Oktober 2004, 11:46 Uhr
Kein Schmerzensgeld nach Anschlag auf Djerba
Hannover (AFP) - Der sechsjährige Adrian hat wegen seiner Verletzungen beim islamistischen Brandanschlag auf Djerba vor gut zwei Jahren keinen Anspruch auf Schmerzensgeld von Europas größtem Reisekonzern TUI. Die 13. Zivilkammer des Landgerichts Hannover urteilte, der TUI könne nicht vorgeworfen werden, dass sie damals nicht vor der Bustour zur weltberühmten Synagoge Ghriba auf Djerba warnte.
Die Vorsitzende Richterin erläuterte, bei dem Anschlag habe sich leider "das seit dem 11. September 2001 erhöhte Risiko verwirklicht". Ein Veranstalter hafte nicht für jedes einem Reisenden zustoßende Unheil.
Das Auswärtige Amt hatte zum Zeitpunkt des Anschlags keine Reisewarnung für Tunesien ausgesprochen. Bei dem Selbstmordanschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba am 11. April 2002 waren 21 Touristen umgekommen, darunter 14 Deutsche. Adrian erlitt schwerste Verbrennungen.
Seine Eltern hatten auf ein Schmerzensgeld von 100.000 Euro und 800 Euro monatliche Schmerzensgeldrente geklagt. Adrian ist auch im Gesicht dauerhaft entstellt, hat inzwischen mehr als 30 Operationen hinter sich und wird ein Leben lang unter den Folgen der Verbrennungen zu leiden haben.