Original geschrieben von: Malcolm
Ja das sehe ich anders. Menschenrechte sind keine "Ideologie", sondern leiten sich aus der einfachen Überlegung ab, daß ich erstens Menschen nur für etwas bestrafen kann, wodurch ein realer Schaden entstanden ist und zweitens daß ich Menschen nur für etwas bestrafen kann wofür er verantwortlich ist. Für seine Meinung ist der Mensch nicht verantwortlich, sie entsteht bei ihm, ohne daß er sie wählen kann.

Wäre dies so, dann bestünde hierüber allgemeiner Konsens, nicht wahr? Nicht nur heute, sondern zu allen Zeiten und überall. Da der Konsens aber nicht besteht und nicht bestand, muß es also verschiedene Theorien geben, die auf verschiedenen Annahmen oder verschiedenen Denk-Zielen beruhen.

Original geschrieben von: Malcolm

Für Kulturen, die solche einfachen Grundsätze nicht nachvollziehen, sondern Menschen für ihre Meinungen oder die Art oder Vorhandenheit ihres religiösen Glaubens ( was auch eine Meinung ist) hinter Gitter bringen, sehe ich mich nicht zum geringsten Respekt veranlaßt. Das sind nicht "andere Kulturen", sondern das sind schlicht Hinterwäldler.

Ja, mit solchen Argumenten haben auch schon die Kolonialmächte ihre Superiorität gegenüber den armen unterentwickelten Wilden begründet und ihnen das Wohl der Zivilisation näherbringen wollen. smile

Am Ende steht, daß man erkennen muß, daß es verschiedene Wege gibt, die alle nach Rom führen, in diesem Falle zum Zusammenleben von Menschen zwischen Geburt und Tod. Ob daraus während dieser Zeit der einzelne Mensch oder die Gruppe von Menschen den größten Vorteil ziehen sollte, ist Gegenstand unterschiedlicher Theorien, ebenso, ob die Menschen einen Vorteil gegenüber anderen Entitäten der Natur genießen und diese auch über ihren Anteil hinaus ge- und verbrauchen sollten. Ob die Ordnung, in der die Menschen zur Gruppe zusammengefaßt werden, von allen Menschen, von der jeweiligen Gruppe, von den besten oder den befähigsten Menschen - oder aber von einem göttlichen Wesen ausgehen soll, ist Bestandteil unterschiedlicher Theorien (man könnte auch sagen in bestimmter Weise begründeter Glaubenskonstrukte).

Und ob man nun diejenigen, die anders denken und anders glauben, zum eigenen oder zu deren Wohl überzeugen muß, an die eigenen Theorien zu glauben, oder sie gar zu ihren Glück zwingen muß oder sie als unwerten Bestandteil der Umwelt ausmerzen muß, das ist wieder ein Bestandteil von Theorien.

Einigen Menschen mag es da helfen, von außen, von weit außen, auf die eigene Art herabzublicken und zu erkennen, wie mikroskopisch kurz und insignifikant doch das einzelne Leben vor dem Hintergrund des Großen Ganzen ist - und allein dadurch Ruhe, Gelassenheit und Frieden finden. smile