Original geschrieben von: Picknicker

In Ägypten (wurde) das 5-fache mit der ein wenig mehr als doppelten Anzahl von Touristen umgesetzt .....


Das ist kein Wunder - es beginnt schon damit, daß alle Sehenswürdigkeiten in Ägypten weit weg von den Hotels liegen und eine Tour in der Gegend von 50-200€/Person liegt. In Tunesien ist dagegen der Betrag, den ein Tourist für den GESAMTEN Urlaub ausgibt, vielleicht doppelt so hoch. Allerdings verzerren da z.B. die Algerier die Statistik noch, denn die alleine geben pro Nase um die 350-400€ pro Woche in Tunesien aus.

Für die Jahre 1999-2006 lauten offizielle Zahlen (Fitch Rating) für durchschnittliche Touristenausgaben (pro Urlaub in Tunesien) so:

1999 = 320€
2000 = 325€
2001 = 330€
2002 = 290€
2003 = 245€
2004 = 240€
2005 = 255€
2006 = 250€

In dieser Aufstellung sieht man aber den wahrscheinlich tatsächlichen Grund für das schlechte Abschneiden Tunesiens (nicht nur in Ägypten, auch in der Türkei oder Marokko geben Touristen wesentlich mehr Geld pro Urlaub aus):

Tunesien wurde, beginnend mit dem Anschlag in Djerba, verstärkt als Billigziel vermarktet, zudem wurde sukzessiv der Markt für osteuropäische Touristen geöffnet (siehe z.B. diese Graphik: http://www.tunispro.de/tunesien/tunesientstat1.htm). Ab etwa 2006 kommt erschwerend noch hinzu, daß fast sämtliche Hotels in Tunesien auf "All Inclusive" umgestellt haben, was erfahrungsgemäß die Gesamtausgaben der Touristen weiter verringert.
Weiters ist Tunesien, vegrliche mit Ägypten oder Marokko auch ein ziemlich ereignisloses/langweiliges Land - sowohl was historische Stätten, als auch, was die Landschaft betrifft, da haben Ägypten bei ersterem und Marokko bei letzterem die Nase ganz weit vorn.
Und schließlich ist auch die geringe Servicequalität in Tunesien zu nennen - da werden Reisende, die ihre Brieftasche etwas dicker gefüllt haben, nicht von angezogen (oder eben nur ein einziges Mal), sondern eher abgehalten.

Alles gravierende Fehler, die sich der tunesische Tourismus selbst zuschreiben muß, und die es bewirken, daß Tunesien, vergleiche mit den anderen Ländern, auch zukünftig nicht mehr die Dominanz der Jahrtausendwende wiedererlangen wird. Tunesien war schon vor dem Umsturz in vielfacher Weise hinter die Konkurrenten zurückgefallen (siehe Graphik hier: http://www.tunispro.de/tunesien/tunesientstat6.htm); diesen verlorenen Boden werden sie auch nach dem Umsturz nicht mehr gutmachen können, zumindest nicht in absehbarer Zeit.