Hallo Zarzouna,
Du sagst die Scharia stellt den "Kern" der Religion dar. Das wundert mich ehrlich gesagt. Die Religion hat also einen "Kern" und dies soll ausgerechnet die Scharia sein. Ich dachte immer, der "Kern" des Islam seien die sogenannten "Fünf Säulen". Und zu diesen fünf Säulen gehört die Scharia ja offensichtlich nicht dazu.
So gesehen wäre dann ja wohl die Türkei kein islamisches Land, denn dort gilt die Scharia nicht, sondern ein bürgerliches Gesetzbuch.
So gesehen wäre also auch Enhahddha keine islamische Partei, wenn sie denn tatsächlich die geistige Nähe zur türkischen AKP sucht, die m.W. nie die Einführung der Scharia gefordert hat. Ich hoffe das auch sehr.
Und da denke ich: Das Geheimnis einer funktionierenden Kultur ist es in erster Linie, kein Denunziant zu sein. Ein Christ ist für mich immer ein Christ und ich würde das nie hinterfragen ( mag es auch durchaus nicht, wenn jemand mein Christsein "hinterfragt"). Du scheinst für mich aber auf dem Wege zu sein, anderen Muslimen ihr Muslimsein abzusprechen, etwa wenn sie die Scharia relativieren. Nun gut, dieser Weg wird Dich zweifellos unmittelbar in den Himmel führen, gehörst Du doch zu den 250 von Gott erwählten Gerechten. Politisch klug ist es nicht - es schafft nur Unheil.
Da liegt mir die Islamische Zeitung näher, die ich mir neulich gekauft habe und die ich sehr gerne lese. Übrigens wohl auch Konvertiten zum Teil, aber zweifellos schlauere.
Gruß Martin
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Die Scharia wird hier immer als eine Art Sttrafgesetzbuch des Islam verstanden. Die 5 Säulen des Islam sind in der Scharia beinhaltet, das ist kein Widerspruch. Die Scharia ist quasi die Gesamtheit der Gesetze und Vorschriften die aus dem Quran abgeleitet werden können.
Ja, so gesehen ist die Türkei auch kein islamisches Land. Die Türkei ist ein laizistischer Staat, auch nach eigener Definition. Und heutzutage bezeichnet man eher Staaten mit mehrheitlich msulimischer Bevölkerung als islamische Länder, und nicht Länder in denen die Scharia vorherrscht (was übrigens niergends der Fall ist, nicht im Iran, nicht in Saudi-Arabien. Die Scharia in Ihrer Gesamtheit und ohne Ausnahme wird in keinem Staat angewandt).
Auch wieder definitionssache. Was ist islamisch? Die Nahda versteht sich schon als islamisch und wird auch von der Bevölkerung so wahr genommen. Sehr religiöse Muslime fühlen sich von der Nahda aber keineswegs vertreten bzw. lehnen die Nahda komplett ab.
Das legst du mir jetzt in den Mund. In erster Linie verbindet die Msulime das Glaubesnbekenntnis. Im Islam gibt es eine vielzahl verschiedeer Strömungen, Auslegungen und Bewegungen. Cih spreche niemandem das Muslim sein ab, und jeder soll die Religion so verstehen wie er es für richtig hält. Es gibt hierbei eine einfache Leitlinie: Folgen des Quran und der Sunnah. Wer das nicht möchte, auch gut. "Ihr habt euren Glauben, wir haben unseren Glauben" steht im Quran, und Zwang ist im Islam verboten. Mit liegt es somit fern andere Zwanghaft "bekehren zu wollen".
Jetzt wirst du polemisch und beleidigend. Du hast mich um eine Stellungnahme gefragt und ich habe dir meine Standpunkt dargelegt. Jedem das seine.
P.S. Ich lese die IZ auch, aber auch die IZ representiert nur eine bestimmte Richtung des Islam und ist keineswegs das Sprachrohr aller Muslime in Deutschland.