Original geschrieben von: Soly_Z

Fest steht, dass einer der Terroristen bei dem Zwischenfall in Soliman vor einigen Jahren verwickelt war. Es war damals eine Terrorzelle von AQMI (Al Qaida im arabischen Maghreb), die Verbindungen zu der bekannten Terrorgruppe pflegt.


Ja, und zwar zu enem Zeitpunkt,als sich diese Organisation noch gar nicht "Al Khaida" genannt hat. Es handelt sich nämlich vielmehr um eine der Gruppen der GSPC (französisch: Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat, deutsch: Gruppe für Beten und Kampf), die ihrerseits aus der GIA (deutsch: Gruppe bewaffneter Islamisten) hervorging.
Das Ziel der GIA ist es, die Rgierung in Algerien zu stürzen und einen islamischen Staat zu errichten. Diese Gruppe wird bezichtigt, in Verbindung mit algerischen Regierungskreisen und westlichen Geheimdiensten zu stehen.
Die angebliche Entführung der Europäer in der Sahara wurde übrigens von keiner der beiden, sondern von einer dritten Gruppe, der GSL (Gruppe freier Salafisten) verübt. Die Vorgänge um diese Entführung wurden von einem französischen Reporter recherchiert, der herausfand, daß wohl auch hier die algerische Regierung ihre Finger im Spiel hatte.

Die algerische Regierung wiederum hatte wegen der Vorfälle um die Annulierung der demokratischen Wahl (die Islamisten erhielten die meisten Stimmen) Probleme mit westlichen Staaten und dem ZUgnag zum Waffenmarkt - genau in dieser Zeit tauchten plötzlich, und zwar ohne Vergangenheit und Anlaß, "Al Khaida"-Gruppen in Algerien auf. Dies wiederum veranlaßte die USA, in der Sahara eine zweite Front gegen islamische Terroristen auszumachen und Algerien im Kampf dagegen mit Geld und Waffen zu unterstützen.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, daß die Gruppe, die sich seit 2007 als "Al Khaida im Mahgreb" bezeichnet, eigentlich eine algerische Salafistengruppe ist, der vordringliches Ziel auch heute noch im Kampf gegen die algerische Regierung besteht. Ob dies sich nun tatsächlich so verhält, oder die algerische Regierung selbst es ist, die eine angebliche Drohung aufrechterhält, um daraus ihre Vorteile zu ziehen, sei dahingestellt.

Ich erinnere mich übrigens noch an die Vorgänge, die zum Jahreswechsel 2006/2007 stattfanden und daran, daß die Schießereien zunächst, bevor die offizielle Version von Al Khaida-Terroristen übernommen wurde, vom Kampf mafiöser Strukturen die Rede war. Damals sollen Unterlagen gefunden worden sein, die ein Attentat in Hammamet nahelegten - ebenso wie diesmal, doch diesmal sind angeblich Bizerte, Hammamet und Nabeul das Ziel gewesen.

Ein Mitarbeiter von Ben Ali hatte unlängst berichtet, daß Berater Ben Ali im Januar angeblich empfohlen hatten, die "Al Khaida im Mahgreb" zur Hilfe zu rufen und die Stadt Kasserine angreifen zu lassen, was Ben Ali abgelehnt haben soll. Dies legt nahe, daß es Verbindungen zwischen den "Strippenziehern" und den islamischen Gruppen gab und gibt. Daß diese Gruppen in Tunesien operieren und offenbar das einträgliche Schmuggelgeschäft kontrollieren (oder sind es mafiöse Schmuggelorganisationen, die auch das Geschäft mit religiösem Terrorismus betreiben?), dazu gibt es ebenfalls viele Hinweise. In den ersten Monaten des Jahres wurden im Raume Kasserine-Gafsa-Medenine mehrfach Fahrzeuge mit Waffen (sogar Raketen) gestoppt - doch leider hörte man nie wieder davon, was mit den Waffen und Personen geschehen war.
Kleinere Scharmützel finden zudem des öfteren im Bergland westlich von Kasserine und von dort aus nach Norden, also im Grenzland zu Algerien statt.
Gestern wurden wieder einmal Fahrzeuge gefunden, die diesmal mit Nachtsichtgeräten beladen waren. Diese Fahrzeuge kamen aus Libyen nach Tunesien.