Es kommt ganz darauf an, um welche Waren es geht. SUBVENTIONIERTE (vom Staat mitbezahlte) Waren werden nicht teurer, weil sie auf einen festen Verkaufspreis hin subventioniert werden, also die Subventionen zwar dann ansteigen, der Verkaufspreis aber derselbe bleibt.
Hierzu gehören in Tunesien u.a. Brot, Mehl, Zucker, Öl, Benzin, Gas, öffentlicher Verkehr und andere Dinge, die als "lebensnotwendig" bezeichnet werden.
Der für die Subventionierung notwendige Etatposten wurde vor wenigen Tagen noch einmal um 50% erhöht, um steigende Weltmarktpreise auszugleichen.
NICHT-SUBVENTIONIERTE Waren allerdings orientieren sich an Angebot und Nachfrage bzw. am Weltmarktpreis, und wenn der steigt, dann steigt auch der Preis der Ware.
Die "Inflationsrate" in Tunesien ist also nur zum Teil ehrlich (im Sinne, daß man die Inflation erkennen kann), weil der "Warenkorb" natürlich eine überproportionale Menge subventionierter Waren enthält (weil die zum üblichen Verbrauch zählen). Allein die Verringerung oder Steigerung der Subvention würde die Inflationsrate entsprechend sinken oder steigen lassen und die Zahlen können dementsprechend einfach manipuliert werden.
Das ist im Prinzip auch nicht anders z.B. in Deutschland, dort aber werden weniger Waren subventioniert und deren Einfluß im Lebenshaltungs-Index ist daher geringer, dafür werden andere statistische Tricks angewendet, um die Inflationsrate möglichst so darzustellen, wie es gewünscht ist.