Das einzige das mich etwas gestört hat waren die Aussagen von Herrn Hamida. Es müssten mehr Arbeitsplätze geschaffen werden weil dann die meisten Männer ja gern dort bleiben würden.
Das fand ich nun wieder gerade gut und im großen Kontext auch richtig.
Das große Einkommensgefälle ist sicherlich eines der Grundprobleme, die Bezness zu dem gemacht ahben, was es jetzt ist - was sich daraus entwickelt hat und wie das moralisch zu bewerten ist,ein anderes Problem.
Ja und nein - seine Aussage ist nicht ganz vollständig, denn es geht nicht nur um Arbeitsplätze, sondern um Arbeitsplätze, die auch, aus lokaler Sicht, gehobene Ansprüche erfüllen können (wie auch im Film zu sehen, im Vergleich mit dem Bruder und den Aussagen dazu). Hier aber tritt Tunesien dann in einen Wettbewerb mit Ländern, die über eine höher qualifizierte und produktivere Bevölkerung verfügen (Indien beispielsweise).
Zudem - solange das große Bevölkerungswachstum in Drittweltländern andauert, müssen immer mehr Arbeitsplätze (und zwar von "reicheren" Ländern) geschaffen werden, um Armutsmigration zu verhindern - doch wo sollen diese zusätzlichen Arbeitsplätze herkommen, wo schon jetzt die Menschen in den reicheren Ländern in zunehmendem Maße für die Umstände globalisierter Wirtschaft zur Kasse gebeten werden (Transfer, Exportkreditausfälle, Bankenrettung, etc. etc.)?
Der Auswanderungsdruck wird daher anhalten, sogar noch zunehmen, und wenn es nicht aus Tunesien ist, dann aus einem anderen Land mit ähnlichen Umständen - was letzten Endes zwar für Tunesien, doch nicht für Europa einen Unterschied macht.