Original geschrieben von: Batall_DJE
Es gibt ja Menschen, die sagen, es lebt sich angenehmer in einer stabilen Militär-Diktatur, als in einer instabilen Demokratie. Und wahrscheinlich haben sie Recht.


Ja, das wäre vermutlich auch für Tunesien für eine Übergangszeit besser - die jetzige Regierung verteilt Geldgeschenke und macht ZUgeständnisse überallhin, die die spätere, echte Regierung nicht mehr bezahlen kann. Folge: Nicht nur jetzt, sondern auch dann wird das Land immer wieder von Demonstrationen, Streiks und gelegentlichen Unruhen heimgesucht werden - und das ist absolutes Gift für Investoren (nicht nur von außerhalb, sondern auch für tunesische).

Da wäre eine harte Hand, die nichts durchgehen läßt und gleichzeitig dafür Sorge trägt, daß, sozusagen, von oben herab, Demokratie verodenet wird, gar nicht so schlecht. Eine Diktatur ist ja nicht per se eine schlechte Regierungsform (ebenso wie Demokratie nicht per se eine gute ist), da müssen noch andere Momente hinzukommen, um das Pendel in diese oder die andere Richtung ausschlagen zu lassen.

Im anderen Falle wird Tunesien ein langer Prozeß des Lernens, mit allen Höhen und Tiefen, bevorstehen und das Land um Jahre zurückwerfen - am Ende steht es dann vielleicht glänzend da, doch ob die Mehrheit der Menschen bereit ist, zu warten und diesen Weg mit "Blut ud Schweiß" gangbar zu machen, darf nach den Erfahrungen bisher zumindest bezweifelt werden.