Hallo Leute,
danke für die Infos und Angebote,
bin jetzt letztlich doch bei dem "4-Sterne-Hotel" geblieben (für die Dauer des Festivals), da es nur 500 m vom Festivalplatz entfernt lag, das war ganz praktisch.
Bin seit Samstag wieder zurück und möchte kurz berichten, falls jemand mal die selbe Tour machen möchte.
Also zunächst einmal hatte ich wohl seit meiner ersten Tunesienreise vor 2 Jahren ein bisschen verdrängt, dass es im Dezember dort nachts wirklich ziemlich kalt wird und die Unterkünfte natürlich mit keiner (oder zumindest mit keiner unseren Standards vergleichbaren) Heizung ausgestattet sind.
So habe ich letztlich (zumindest nachts) dort mehr gefroren als hier, obwohl es hier so viel kälter ist. Die Tage waren allerdings meistens zumindest zwischen ca. 10 und 16 Uhr schön warm, bis auf die paar "Schlechtwetter-Tage" (d.h. Wolken, so dass die Sonne nicht durchkam).
Habe die ersten 4 Nächte auf Djerba in Houmt Souk im Hotel Erriad verbracht. Eine schöne, kleine stilvolle Pension direkt im Zentrum, netter Inhaber und nettes Personal. Wärmemäßig aber auch suboptimal, da zwar eine Mini-Zentralheizung im Zimmer, die aber nicht separat pro Zimmer schaltbar ist, sondern nur für alle Zimmer gleichzeitig oder gar nicht. Und so läuft sie nur, wenn das Hotel gut belegt ist, was nur in einer Nacht und dann über Silvester der Fall war. Ansonsten kalt, mit behelfsmäßiger "Elektroheizung" zum Anstecken an die Steckdose, die aber so gestunken hat, dass ich sie nicht verwendet und lieber gefroren habe. Die ebenfalls im Zimmer befindliche Warmluftheizung (Klimaanlage) war entweder kaputt oder wollte aus Kostengründen nicht betrieben werden (das konnte ich, da ich leider gar kein Französisch spreche, nicht wirkich herausfinden).
Ansonsten ist Houmt Souk ein nettes Mini-Städchen, wo man gemütlich ein paar Tage abhängen kann und nach den ersten beiden Tagen auch von den Souvenierverkäufern nicht mehr bedrängt wird.
2 schöne kleine tunesische Lokale auf dem Fischmarkt, wo man den Fisch direkt am Markt kaufen und damit ins Lokal marschieren kann zur Zubereitung.
Auch am Hafen (ganz rechts) eine schöne kleine "Taverne", direkt am Meer.
Die Fahr nach Douz zum Festival war (entgegen der Beschreibung in meinem Michael-Müller-Reiseführer von 2007) völlig unproblematisch. Es war bei weitem nicht so gerammelt voll auf den Straßen, wie es dort beschrieben wird. Absolut easy eine luage (sammeltaxi) nach Gabes und von dort nach Kebilli und von dort nach douz zu bekommen.
Im 4-Sterne-Schuppen (El Muradi) gab es eine warmluftheizung, die zwar ratterte wie ein Traktor, aber das Zimmer auf Sunawärme aufheizte. Insgesamt ist die Art, zu logieren aber nicht mein Fall, vor allem die Massenfütterung abends (200 Leute stürzen sich gleichzeitig auf ein Büffee) entbehrt nicht einer gewissen Widerwärtigkeit ... .
Das Festival insgesamt war sehr erlebenswert, auch wenn die drei großen Shows (1., 3. und 4. Tag) quasi identisch waren (4. Tag war entsprechend dem Programm eine Wiederholung der Show vom ersten Tag) und die Uhzeiten nicht immer ganz ernst zu nehmen sind (Beginn 9.00 Uhr heißt eigentlich 10.30 etc.), was aber nicht wirklich ein Problem ist, man hat ja Zeit.
Beeindruckend war die Show am ersten Tag nachmittags, eine Art monumentaler Theater-Inszenierung mit geschätzt 200 teilnehmenden Musikern, Schauspielern, Reitern etc., sowie auch in den Folgetagen einige kleinere Darbietungen auf dem Marktplatz (Schlangenkünstler, Musiker, und auch recht witzige Spielaktionen für Kinder (Sackhüpfen, Tauziehen, Hockey, etc.), an denen sich auch die Erwachsenen rege beteiligten).
Da Vieles auch am Marktplatz (und nicht am etwas außerhalb gelegenen Festival-Platz) stattfand, muss man recht häufig mit dem Taxi pendeln. Dazu empfiehlt es sich, nicht ein eigenes Taxi zu rufen (per Taxi-Call), sondern sich an die Straße zu stellen, und eines aufzuhalten, in welchem schon ein paar Fahrgäste sitzen. Üblicherweise wird man bei gleicher Strecke dann mitgenommen und der Fahrpreis teilt sich durch die Fahrgäste.
Auch interessant die Abenddarbietungen im Kulturhaus (nahe Zentrum), Musik, Theater und eine Art Poetry-Slam-Wettbewerb.
Nach Festival-Ende war ich noch 2 Nächte im Hotel Medina im Zentrum, die fast das gleiche verlangten für das Zimmer wie der 4-Sterne-Schuppen (50 Dinar). Deswegen und auch wegen der Kälte (in Douz deutlich kälter als in Djerba) bin ich dann für die letzten 4 Übernachtungen wieder nach Djerba zurück. Das Hotel war inzwischen voll und die Zentralheizung lief, so war's o.k., und ich hab auch noch ein paar wirklich nette Leute dort kennengelernt (ebenfalls Weihnachtsflüchtlinge ...).
Zum Michael-Müller-Reiseführer von 2007 ist noch anzumerken, dass er mir teilweise recht unvollständig erschien. Z.B. war die kleine wirklich schöne Hafenkneipe von Houmt-Souk gar nicht erwähnt, besonders lückenhaft aber erschien er mir bzgl. Douz, z.B. führt er 2 Restaurants auf (La Rose und Habib), die recht willkürlich ausgewählt scheinen, da es Lokale dieser Art sicher noch 4-5 weitere, vielleicht sogar schönere gibt, z.B. in der Straße vom Marktplatz (Medina) Richtung Touristenhotels, wenige meter nachdem man den Marktplatz verlassen hat auf der rechten Seite, sowie wenige weitere meter auf der Linken seite (Name: Resto le regal) mit schöner Dachterasse, auf der ein Berberzelt aufgebaut ist, man aber auch draußern sitzen kann. Auf dieser Strecke ( die Straße heißt laut M.-M.-Reiseführer Av. des Martyrs) auch eine "Pizzeria" (Name: Pizzeria les Princes), die ich zu meiden empfehle, weil wiederliches Essen (kann man nicht als Pizza bezeichnen) und Abzocke (10 Dinar für einen Fladen mit Dönerfleich drauf und Käse).
Sehr empfehlenswert dagegen ein wunderschön gelegenes Restaurant (bei MM auch nicht aufgeführt) direkt neben dem zentralen Sammelplatz für Kamelritte etc. an den Dünen vorm Ort (wiederum wenige 100 m neben dem Festival-Platz, also zwischen diesem und der Touristen-Hotel-Zone), man sitzt superruhig in windgeschützten, aber seitlich offenen und auf die Wüste ausgerichteten Berberzelten, das wirklich gute Essen (Hühnchen mit Pommes, Salat und (!) Gemüse (gegrillte Paprika und Tomaten) für 9 Dinar (vgl. dagegen die "Pizzeria"...)). Leider weiß ich den Namen des Lokals nicht mehr, es ist aber das einzige da draußen direkt neben dem Kamelplatz.
Erstaunlicherweise ist es bei MM auch nicht genannt (also, liebe Claudia, die du ja, wie du mir sagtest, den MM-Führer überarbeitest, ich glaube, da gibt es viel zu tun :), und die Konkurrenz schläft offenbar nicht: einige ganz unterschiedliche Traveller, die ich in Djerba traf, hatten alle einen englischsprachigen "backpacker-Führer" namens "the rough guide" dabei, den alle über die Maßen lobten und der tatsächlich all die Infos über die wirklich schönen Ecken enthielt, die im MM von 2007 fehlen. Vielleicht ist bzw. war der MM für Tunseien auch einfach zu dünn, der "rough guide" ist doppelt so dick).
Also, soweit ein kleiner Ausschnitt aus meiner Reise, falls jemand noch Fragen hat, beantworte ich sie gerne, falls ich kann.
Grüße
Thomas