Interessant, was für eine Lawine hier losgegangen ist. Warum wird bei Toleranz eigentlich immer die Sexualität oder der Geschlechterunterschied angeführt? Zudem sollte man die eigentliche Überschrift umbenennen, die passt ja überhaupt nicht mehr zum Thema.
@Karim: Schlimm, wenn Deine Frau als Nutte beschimpft wird in Sousse. Aber ich denke es gibt in Tunesien auch solche und solche, wie auch in Deutschland. Die Leute glotzen hier auf dem Markt auch nicht anders, wenn eine Frau mit einem tunesischen oder allgemein einem ausländisch aussehendem Mann einkauft. Da wird auch schon mal gezischelt. Ausländer werden in der S-Bahn angepöbelt von "guten bayerischen Bürgern".
Es ist halt überall so, dass man mehr Verständnis und Toleranz aufbringen sollte.
Zur Bluttransfusion: Wir hatten so einen Fall, das Kind wurde auf Entscheidung des Arztes behandelt gegen den Willen der Eltern. Fand ich auch richtig, aber die Eltern haben das Kind hinterher als unrein verstoßen.
Das mit der Partnerwahl und Gleichberechtigung etc. sind nicht nur religiöse Geschichten, sondern auch erziehungstechnische.
Die Eltern haben nunmal nach dem Grundgesetz die "Erziehungsmacht" in einem gewissen Rahmen.
Und wenn ich mir zum Beispiel das Thema Vergewaltigung in der Ehe anschau,so ist das bei uns "achso zivilisierten" auch noch nicht so lange her.
Auch im Bereich Gleichberechtigung gibt es solche und solche, sowohl hier, als auch in muslimischen Ländern.
In Afghanistan hat die Frauenbewegung jahrelang im Untergrund gewirkt.
Eine pauschale Verurteilung von irgendwelchen Nationalitäten ist nicht okay, auch wenn ich manchmal auch dazu neige zu sagen: typisch deutsch oder typisch tunesisch.
Was wir tun können, ist nicht müde zu werden zu diskutieren mit Menschen die Vorurteile haben. Deine Frau sollte Euren muslimischen Freunden auch mal verklickern, dass sie hier in Deutschland lebt, ein gleichberechtigtes Leben führt und Dich so liebt wie Du eben bist (Du alter Antichrist [Lächeln] griiins).
Es gibt auch hier noch genügend Leute, die einen bekehren wollen zu irgendwas. Für mich ist das falsch verstandenes Sendungsbewußtsein.
Jeder soll seine Religion bestmöglich vorleben, um ein gutes Beispiel zu geben. Da bin ich also wieder bei Nathan der Weise.

Und zum Schluß der Schwimmunterricht. Im Prinzip ist es doch egal, ob gemeinsam oder getrennt. Also wir hatten Schwimmunterricht in einer Klosterschule (getrennt von den Jungs), was auch gut war, weil ich früher recht genant war (OBWOHL ich von zu Hause recht frei erzogen wurde).

@Claudia (ich weiß nicht mehr, ob Du das wirklich warst, die das reinstellt): Es ging um die Tatsache, dass Männer und Frauen getrennt..etc.
Bezug war auf eine Koransure. Ja, Männer und Frauen, aber Kinder sind Kinder, kommt also darauf an, wann der Schwimmunterricht statt findet. Ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Mädchen/eine junge Frau das Kopftuch auf hat, wird sie kaum noch zum Schwimmen gehen wollen gemeinsam.

@saladin: Lass Dich doch nicht immer gleich so provozieren, es ging Karim doch nicht um Voyeurismus.
Außerdem habe ich vor kurzem einen Bericht aus Algerien gesehen, also entschuldige Mal, Geschlechtertrennung ist ja nett, aber die Frauen haben sich im Hammam filmen lassen und da waren alle Altersgruppen vertreten, das hat mich schon gewundert. Waren aber viele recht konservativer Einstellung was den Koran etc. anging.
Also, draussen renn ich verhüllt rum, um den Glauben zu wahren (das ist für mich ja auch okay), aber dann lasse ich mich filmen im Hammam für ein Millionenpublikum??? Ich würde mich nie nackt vor der Kamera ausziehen, obwohl ich nicht besonders streng gekleidet unterwegs bin.

Liebe Grüße,
Marion