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Re: Problemstaatenliste???
#3303
03/06/2002 20:21
03/06/2002 20:21
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Claudia Poser-Ben Kahla
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Karim oft wissen und kenne es die Kinder nicht warum, sie hätten sicher auch kein Problem damit, mit Jungen gleichen Alters Schwimmen zu gehen, aber in dieser Sache sage ich auch wenn es die Eltern nicht mögen, sollte man die Kinder nicht zwingen, denn sie gehören einer religion an wo auch wir etwas tolerant sein müssen.
Denn es gibt viele andere unkomplizierte Möglichkeiten den schwimmunterricht für diese Mädchen zu ermöglichen.
Ines ich ging jetzt von diesem Beispiel (der Frau aus der Türkei) aus, was das Kopftuch tragen angeht, denn auch in Tunesien ist es so das man in Öffentlichen Einrichtungen und Behörden kein kopftuch tragen kann.
Man sollte in D nicht Dinge einführen die im Heimatland auch nicht möglich sind, das war und ist mein standpunkt.
Claudia
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Re: Problemstaatenliste???
#3307
04/06/2002 10:04
04/06/2002 10:04
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Joined: May 2001
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Claudia Poser-Ben Kahla
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"Das Prinzip einer weitgehenden Geschlechtertrennung ist ein wichtiger Aspekt der islamischen Lehre. Nicht nur in muslimischen Gesellschaften, sondern auch in fast allen anderen Kulturen ist dies eine immer übliche Praxis gewesen. Daß sich Männer und Frauen mit gebührendem Respekt und der nötigen Distanz begegnen sollen, wird aus den auch die Kleidung der Frau betreffenden Verse (Sure 24 und 30)deutlich, wo auch beide Geschlechter ermahnt werden, sich nicht anzustarren, etc. Zu Zeiten des Propheten war es eine Selbstverständlichkeit (wie auch bei den Juden und in anderen Kulturen), daß Männer und Frauen getrennt beteten, etc. Dies hat nicht das Geringste mit der Diskriminierung von Frauen zu tun oder gar ihrer Verbannung aus der Öffentlichkeit. Die Frauen im Frühislam (und nur dieser ist der authentische Islam, wie der Prophet ihn lehrte) waren überall präsent - Aisha, die Frau des Propheten, kämpfte sogar in Schlachten und nahm nie ein Blatt vor den Mund. Im Gegenteil ist diese Schaffung einer Privatssphäre besonders für Frauen ein Akt der Emanzipation: In getrennten Bereichen dürfen Frauen, in entsprechender Bekleidung, die Männerbereiche durchaus betreten - andersherum dürfen Männer jedoch nicht die Frauenbereiche betreten. Dort können sich die Frauen ihrer Kleidung entledigen, ungestört ihre Kinder stillen o.ä. Tatsächlich ist diese Art der Geschlechtertrennung z.B. auf Veranstaltungen unserer Gemeinde üblich - Frauen können sich dort frei bewegen. Leider wurde und wird dieses Prinzip der Geschlechtertrennung immer wieder zur Unterdrückung der Frau mißbraucht - wenn etwa Frauen in sogenannten islamischen Ländern keine Moscheen betreten dürfen, sofern diese keine Frauenbereiche haben, etc. Auch in der Diaspora ist es leider so, daß die Tatsache, daß hierzulande praktisch überhaupt keine Trennung zwischen den Geschlechtern besteht, dazu führt, daß Frauen und Mädchen überhaupt keine Freiheit mehr gelassen wird (während sich die Männer alle Freiheiten nehmen). Dies ist nicht Sinn der Sache, und auch nicht mit dem Islam zu rechtfertigen. Die gemischtgeschlechtlichen schulischen Veranstaltungen, besonders Reisen, sind allerdings aus islamischer Sicht eine sehr heikle Angelegenheit. Sie stellen hohe Ansprüche an das Selbst- und Verantwortungsbewußtsein der SchülerInnen, die ja noch sehr jung sind. Die SchülerInnen müssen wirklich sehr fest in ihrem Glauben verwurzelt sein, um dem Gruppenzwang standzuhalten. Es geht ja nicht nur um alltägliche (aber umso zermürbendere) Hänseleien bzgl. des Kopftuches oder des Nichttrinkens von Alkohol, etc. Auf Klassenfahrten - das ist Ihnen als Lehrer sicher nicht unbekannt - ist so ziemlich alles möglich, das nach islamischen Moralvorstellungen eine Katastrophe darstellt. Ich - die ich Ihnen diese Frage beantworte - bin sowohl weiblich als auch erfahren in Bezug auf Klassenfahrten. Meine Erfahrungen beschränken sich zwar auf die Klassenfahrten einer überwiegend katholischen Lateinklasse eines Gymnasiums, allerdings vermute ich stark, daß die Zustände in anderen Klassen eher noch - vorsichtig ausgedrückt - unislamischer sein dürften. Ich bin überzeugt, daß kein Lehrer imstande ist, eine Gruppe pubertierender Jugendlicher dergestalt zu beaufsichtigen, daß sich aus islamischer Sicht keine bedenklichen Situationen ergeben. Ich persönlich hätte große Bedenken, meine Kinder auf solche Klassenfahrten zu schicken, allerdings sollte dies unserer Meinung nach die persönliche Entscheidung der Eltern sein, die den Charakter ihrer Kinder sowie die Verhältnisse in der Schulklasse am besten kennen. Generell gilt dies jedoch sowohl für Jungen als auch für Mädchen. Traditionell fürchten muslimische Eltern oft einzig um den Verlust der Jungfräulichkeit ihrer Töchter, wobei es ihnen oft mehr um ihren eigenen guten Ruf als um die Einhaltung islamischer Gebote geht. Aus islamischer Sicht sind Klassenfahrten für Jungen nicht weniger bedenklich als für Mädchen. Claudia http://www.islam-today.com
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Re: Problemstaatenliste???
#3324
05/06/2002 18:07
05/06/2002 18:07
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Joined: May 2002
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Khomsa
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Interessant, was für eine Lawine hier losgegangen ist. Warum wird bei Toleranz eigentlich immer die Sexualität oder der Geschlechterunterschied angeführt? Zudem sollte man die eigentliche Überschrift umbenennen, die passt ja überhaupt nicht mehr zum Thema. @Karim: Schlimm, wenn Deine Frau als Nutte beschimpft wird in Sousse. Aber ich denke es gibt in Tunesien auch solche und solche, wie auch in Deutschland. Die Leute glotzen hier auf dem Markt auch nicht anders, wenn eine Frau mit einem tunesischen oder allgemein einem ausländisch aussehendem Mann einkauft. Da wird auch schon mal gezischelt. Ausländer werden in der S-Bahn angepöbelt von "guten bayerischen Bürgern". Es ist halt überall so, dass man mehr Verständnis und Toleranz aufbringen sollte. Zur Bluttransfusion: Wir hatten so einen Fall, das Kind wurde auf Entscheidung des Arztes behandelt gegen den Willen der Eltern. Fand ich auch richtig, aber die Eltern haben das Kind hinterher als unrein verstoßen. Das mit der Partnerwahl und Gleichberechtigung etc. sind nicht nur religiöse Geschichten, sondern auch erziehungstechnische. Die Eltern haben nunmal nach dem Grundgesetz die "Erziehungsmacht" in einem gewissen Rahmen. Und wenn ich mir zum Beispiel das Thema Vergewaltigung in der Ehe anschau,so ist das bei uns "achso zivilisierten" auch noch nicht so lange her. Auch im Bereich Gleichberechtigung gibt es solche und solche, sowohl hier, als auch in muslimischen Ländern. In Afghanistan hat die Frauenbewegung jahrelang im Untergrund gewirkt. Eine pauschale Verurteilung von irgendwelchen Nationalitäten ist nicht okay, auch wenn ich manchmal auch dazu neige zu sagen: typisch deutsch oder typisch tunesisch. Was wir tun können, ist nicht müde zu werden zu diskutieren mit Menschen die Vorurteile haben. Deine Frau sollte Euren muslimischen Freunden auch mal verklickern, dass sie hier in Deutschland lebt, ein gleichberechtigtes Leben führt und Dich so liebt wie Du eben bist (Du alter Antichrist ![[Lächeln]](images/icons/smile.gif) griiins). Es gibt auch hier noch genügend Leute, die einen bekehren wollen zu irgendwas. Für mich ist das falsch verstandenes Sendungsbewußtsein. Jeder soll seine Religion bestmöglich vorleben, um ein gutes Beispiel zu geben. Da bin ich also wieder bei Nathan der Weise. Und zum Schluß der Schwimmunterricht. Im Prinzip ist es doch egal, ob gemeinsam oder getrennt. Also wir hatten Schwimmunterricht in einer Klosterschule (getrennt von den Jungs), was auch gut war, weil ich früher recht genant war (OBWOHL ich von zu Hause recht frei erzogen wurde). @Claudia (ich weiß nicht mehr, ob Du das wirklich warst, die das reinstellt): Es ging um die Tatsache, dass Männer und Frauen getrennt..etc. Bezug war auf eine Koransure. Ja, Männer und Frauen, aber Kinder sind Kinder, kommt also darauf an, wann der Schwimmunterricht statt findet. Ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Mädchen/eine junge Frau das Kopftuch auf hat, wird sie kaum noch zum Schwimmen gehen wollen gemeinsam. @saladin: Lass Dich doch nicht immer gleich so provozieren, es ging Karim doch nicht um Voyeurismus. Außerdem habe ich vor kurzem einen Bericht aus Algerien gesehen, also entschuldige Mal, Geschlechtertrennung ist ja nett, aber die Frauen haben sich im Hammam filmen lassen und da waren alle Altersgruppen vertreten, das hat mich schon gewundert. Waren aber viele recht konservativer Einstellung was den Koran etc. anging. Also, draussen renn ich verhüllt rum, um den Glauben zu wahren (das ist für mich ja auch okay), aber dann lasse ich mich filmen im Hammam für ein Millionenpublikum??? Ich würde mich nie nackt vor der Kamera ausziehen, obwohl ich nicht besonders streng gekleidet unterwegs bin. Liebe Grüße, Marion
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