Neue Proteste der Fischer auf Kerkennah.
Am 22.5. vormittags haben zahlreiche Fischer
den Zugang zum Hafen Sidi Youssef abgeriegelt. Zeitgleich blockierten die Frauen und
Kinder in der Region Melitta alle Zufahrtsstraßen zu den übrigen Teilen der Insel. Auslöser
der Proteste war ein Leck in den dortigen Erdölpipelines, wodurch der Broterwerb der
dortigen Bevölkerung enorm Schaden genommen hat. Die dafür verantwortlichen
Erdölgesellschaften (das tun. Erdölunternehmen sowie die österr. OMV) sollten bis
spätestens 20.5. den Fischern Entschädigungen zahlen. Dies hatte der dortige
Kreisvorsitzende (Délégué) so vereinbart, der jedoch plötzlich begann, die Betroffenen mit
diversen Ausreden hinzuhalten und sie aufzufordern, ihre Schadensersatzforderungen
herunterzuschrauben. Die Fischer nahmen deshalb ihre Proteste am Samstag wieder auf,
die bis 21.00 Uhr dauerten. Eine weitere dreitägige Zahlfrist wurde anberaumt. Die Fischer
weigerten sich, weiter mit dem Kreisvorsitzenden zu verhandeln, der, seitdem Petrofac in
der Region tätig ist, alle Register der Korruption ziehen und bestens profitieren soll. Sie
forderten stattdessen Verhandlungen mit dem Gouverneur von Sfax. Dieser war allerdings
verhindert wegen des Fußballpokalfinales!!! )Bereits im Sommer 2009 hatten die Fischer
denselben Gouverneur gezwungen, seinen Beschluss über die Neufestlegung der Preise für
Sprotten wieder rückgängig zu machen.) Auch die Bevölkerung aus Sfax, die wegen der
unterbrochenen Fährverbindung nicht nach Kerkennah konnte, machte zusätzlich Druck
auf die lokalen Behörden. Viele der betroffenen Sfaxianer demonstrierten bis 22.00 Uhr im
Hafen für die Rechte der Fischer.