Von Enfidaville führt eine landschaftlich sehr reizvolle Straße mit etlichen Sehenswürdigkeiten nach Mornag, diese Tour ist ganz besonders geeignet für Urlauber in den Strandhotels von Hammamet oder Sousse, die nur einen Tagesausflug, evtl. mit dem Taxi, machen wollen. Schon wenige Kilometer von den Badeorten entfernt beginnt (abgesehen von Takrouna) eine andere Welt, mit freundlichen Menschen, die einmal nichts verkaufen wollen, und eine erholsam grüne, wasserreiche Landschaft.
Route: Enfida auf der Straße C 133 nach Zaghouan verlassen. Nach 5 km ist in Neu-Takrouna ein hübscher Ausflug zu dem alten Takrouna möglich.
Takrouna
Das Berberdörfchen liegt sehr schön auf der Kuppe eines Hügels und ist einer der wenigen Stätten, an denen sich aufgrund der abgeschlossenen Lage die Berberkultur erhalten hat. Die Straße endet bei einem kleinen Parkplatz, auf dem man schon von Führern erwartet wird, die leider in diesem Ort besonders lästig sind. Sie wollen ganz und gar nichts verdienen, bedrängen die Besucher aber dann recht aggressiv. Dabei wäre es so schön, geruhsam durch die stillen Gassen zu schlendern und die herrliche Aussicht zu genießen. Verständnis kann man ja aufbringen, es gibt nur wenige und schlecht bezahlte Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und eine Zementfabrik in der Nähe. Aber mit etwas mehr Freundlichkeit und Zurückhaltung wäre vielleicht ein besseres Geschäft zu machen.
Das alte Dorf wird nur noch von drei Familien bewohnt, die die Grabstelle des Marabut Sidi Abd El Kader betreuen. Die übrigen Häuser stehen leer und verfallen langsam, zu Füßen des Hügels breitet sich ein modernes Dorf mit einfachen Betongebäuden aus. Die Frauen tragen die malerischen rotkarierten Berbergewänder und schmücken sich mit dem traditionellen schweren Silberschmuck. Sie stellen sich bereitwillig zu Fotos auf, verlangen aber ein saftiges Trinkgeld, geben Sie möglichst nicht mehr als 1 - 2 Dinar. Es gibt keinerlei Café oder sonstige Versorgungsmöglichkeit.
Route: Weitere km-Angaben ohne den Abstecher. Die Fahrt geht zunächst vorbei an der qualmenden Zementfabrik, führt dann über ein anmutiges Hügelland mit einigen Bäumen. Auf dieser Strecke gibt es nur wenige Restaurants zur Versorgung. Nach 29 km ist Zriba Village erreicht. Zu einem Besuch des alten Zriba bei km 33 links abbiegen, vorbei an dem gewaltigen Fluorit-Bergwerk kommt man zum Badeort Hammam Zriba. Die Straße endet nach 2 km direkt vor dem Thermalbad.
Nach Zriba Village wurden die Bewohner des hoch oben in den Bergen gelegenen alten Zriba umgesiedelt. Im Badeort Hammam Zriba gibt es ein schön gekacheltes Thermalbad zu Füßen des Berges gelegen, dessen schwefeliges Wasser bei Rheumatismus hilft. Außer dem Bad gibt es eine Moschee, einige Restaurants und Geschäfte, die sich auf den Bedarf der Badenden eingestellt haben, wie Massagehandschuhe, Eimer und Gießbecher. Der Polizeiposten ist Touristen nicht gewohnt und fragt schon aus Neugier nach dem Woher und Wohin.
Route: Noch vor Hammam Zriba geht in einer Kurve eine Piste durch das Gelände der Mine. Dort ist ein Abstecher zu dem alten Zriba Tunisien möglich. Immer geradeaus bis zu einer Gabelung nach 2.000 m. Auf der Piste rechts bergan sowie 800 m danach links kommt man nach einem nur kurzen, steinigen Stück zu einer Hochfläche. Zum alten Dorf geht es aber vorher bei km 2 links talwärts durch ein betoniertes Oued. Danach sieht man schon die felsigen Bergspitzen, zwischen denen Zriba Tunisien liegt. Eine schlechte, wenig befahrene Piste führt in Serpentinen hinauf.
Zriba Tunisien
Die wunderbare Hochfläche noch vor dem alten Dorg wirkt wegen der kargen Vegetation trotz einer Höhe von nur 300 m wie Hochgebirge und eignet sich sehr gut zum Campen. Das alte Dorf liegt malerisch zwischen felsigen Bergspitzen. Was zunächst auffällt und für die ganze weitere Strecke gilt, ist die Freundlichkeit und Zurückhaltung der Menschen. Aufdringlichkeit wie in Takrouna gibt es hier nicht mehr. Nur wenige Bauern wohnen noch in den Tonnendachhäusern, die meisten sind in das neue Dorf im Tal umgezogen. Der Ort war schon zu römischer Zeit bewohnt, wie Teile der heutigen Fundamente bezeugen. Von der Höhe des Berges bietet sich eine wahrhaft grandiose Aussicht.