Original geschrieben von: sunny_m

Hab ihn dann nach der Adresse der Firma gefragt und er meinte, die wüsste er nicht, er wäre in Tunis.
Der arme Kerl kann ja (wahrscheinlich) nix dafür, aber die Firma ... Nur vom sprichwörtlichen Charme der Tunesier war nix zu spüren, da müssen die noch ein bißchen besser schulen.


Behaupten kann man auch, sich in Timbuktu zu befinden, ob es wahr ist, steht aufe inem anderen Blatt. :-)

Einen "armen Kerl" kann ich dabei nicht erkennen - wer sich an gewerbs- und bandenmäßigem Betrug beteiligt, und zwar absichtlich, denn niemand wird gezwungen, in einem Callcenter zu arbeiten, der ist nicht mehr und nicht weniger als ein Betrüger. Allerdings: Je nachdem, wie da vorgegangen wird, mag es sich in diesem Land noch nicht einmal um Betrug handeln, sondern nur im dem Land, in das hinein angerufen wird. Zudem: Ob ich einem Opa statt 100 Dinar für eine Lederjacke 150 abknöpfe, oder einer Oma ein Abonnement aufschwatze - gibt es da wirklich noch einen Unterschied für denjenigen, der das tut?

Auch in Tunesien spricht es sich übrigens langsam herum, daß viele Callcenter eher Abzockcenter sind, und zumindest diejenigen mit einer hohen Bildung lehnen es zunehmend ab, dort zu arbeiten, und das trotz der blumigen Aussichten, die z.B. auch auf regierungsamtlichen Plakaten zu finden sind, daß dies genau die richtigen Stellen für Universitätsabhänger sind, um ihre Fähigkeiten z.B. in Kommunikation und Fremdsprachen einzusetzen und zu verbessern...